Frage nach bleibenden Schäden unklar:Nach gescheiterter Hinrichtung: Pike kann wieder gehen
Die zum Tode verurteilte Christa Pike überlebte zwei Dosen des Gifts Pentobarbital - und kann jetzt wieder gehen. Ob es einen neuen Hinrichtungstermin geben wird, ist unklar.
Nach gescheiterter Hinrichtung kann die 50-jährige Christa Pike laut Angaben ihrer Anwälte wieder gehen.
Quelle: Tennessee Department of Correction / ZUMA Press Wire / APGut eine Woche nach ihrer gescheiterten Hinrichtung im US-Bundesstaat Tennessee kann die zum Tode verurteilte Christa Pikenach Angaben eines ihrer Anwälte wieder aufstehen und gehen. Die 50-Jährige habe sich erstmals in ihrem Krankenhauszimmer bewegt, sagte Anwalt Stephen Ferrell der BBC. Sie könne kurze Strecken zurücklegen.
Christa Pike wurde 1996 wegen des Mordes an der 19-jährigen Colleen Slemmer zum Tode verurteilt. Sie selbst war zur Tatzeit 18 Jahre alt. Slemmer war 1995 in Knoxville über längere Zeit misshandelt und schließlich getötet worden. In den vergangenen Jahren hatten Pikes Anwälte zunehmend ihre schwere Kindheit, psychische Erkrankungen und ihre Entwicklung während der mehr als drei Jahrzehnte in Haft in den Mittelpunkt gestellt.
Gouverneur Lee lehnte ein Gnadengesuch kurz vor dem geplanten Hinrichtungstermin dennoch ab. Es ist offen, ob und unter welchen Bedingungen der Staat noch einmal versuchen könnte, das Todesurteil zu vollstrecken.
Quelle: dpa
Pike sei geistig weiterhin etwas benommen und verliere leicht den Faden, sagte Ferrell. Zugleich seien ihre Arme noch schwer verletzt und kaum einsetzbar. Ob bleibende Schäden zurückbleiben, sei derzeit unklar. Er gehe zwar davon aus, dass sich ihr Zustand weiter verbessern werde, er könne dauerhafte Folgen aber nicht ausschließen.
Pike überlebte zwei Dosen der Giftspritze
Pike hatte am 30. September die Vollstreckung ihrer Todesstrafe mit der Giftspritze überlebt. Nach Angaben der Behörden waren ihr die im Hinrichtungsprotokoll vorgesehenen zwei Dosen Pentobarbital verabreicht worden. Anschließend wurde sie bewusstlos in ein Krankenhaus gebracht. Anfang dieser Woche war sie wieder zu Bewusstsein gekommen und hatte begonnen zu sprechen.
Die Exekution der Mörderin Christa Pike im US-Bundesstaat Tennessee ist gescheitert, was die Debatte über die Todesstrafe neu entfacht hat. ZDFheute live über den Fall und die Reaktionen.
02.10.2026 | 29:39 minAm Mittwoch ordnete ein Gericht in Tennessee zudem an, sämtliche Beweismittel im Zusammenhang mit dem gescheiterten Hinrichtungsversuch aufzubewahren. Dazu gehören unter anderem Infusionsleitungen, Spritzen und Dokumente zu Pikes Zustand.
Ob der Bundesstaat einen neuen Hinrichtungstermin anstreben will, ist bislang offen. Tennessees republikanischer Gouverneur Bill Lee hat weitere Hinrichtungen zunächst bis zum Jahresende ausgesetzt und eine unabhängige Untersuchung des Falls angeordnet.
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