US-Justizministerium will Hinrichtung per Erschießen ermöglichen

Justizministerium zu Todesstrafen:USA wollen bundesweit Hinrichtung durch Erschießen zulassen

|

Die USA wollen die Todesstrafe auch auf Bundesebene per Erschießen oder Ersticken ermöglichen. Einige US-Staaten tun dies bereits. Der Papst schlägt gegensätzliche Töne ein.

Washington: "Department of Justice - Federal Bureau of Investigation" ist an der Fassade des Justizministeriums zu lesen.

In den USA ändern sich die Regeln zur Todesstrafe auf Bundesebene. Künftig sollen verurteilte Straftäter auch durch Erschießen hingerichtet werden dürfen, teilte das Justizministerium mit.

25.04.2026 | 0:23 min

In den USA sollen verurteilte Straftäter nach dem Willen des Justizministeriums auf Bundesebene künftig durch Erschießen oder Ersticken hingerichtet werden dürfen. In einem entsprechenden Regierungsbericht spricht sich Justizminister Todd Blanche dafür aus, dass auch andere Hinrichtungsoptionen erwogen werden sollten - darunter auch die Todesstrafe per Erschießungskommando.

Erschießungen, elektrischer Stuhl und "tödliches Gas"

Dies ermögliche dem Ressort, auch dann Exekutionen durchzuführen, selbst "wenn ein bestimmtes Mittel nicht verfügbar ist." Gemeint sein dürfte damit die Substanz, die bei Giftspritzen genutzt wird.

Das Justizministerium bewilligte die in vielen Bundesstaaten gebräuchliche Giftspritze als Hinrichtungsmethode. Die US-Gefängnisbehörde solle jedoch auch Erschießungen, den elektrischen Stuhl und "tödliches Gas" in Betracht ziehen. Gemeint ist damit die sogenannte Stickstoffhypoxie. Dem Verurteilten wird über eine Gesichtsmaske Stickstoff zugeführt. Er stirbt an Sauerstoffmangel.

Die Hinrichtung per Erschießungskommando ist dem Bericht nach bereits in fünf Bundesstaaten erlaubt. Neben Idaho, Mississippi und Oklahoma können zu Tode verurteilte Straftäter auch in South Carolina und Utah erschossen werden.

Abgeordnete feiern, nachdem das israelische Parlament in der Knesset einen Gesetzentwurf zur Einführung der Todesstrafe für Terroristen gebilligt hat

In Israel soll die Todesstrafe bei terroristisch motiviertem Mord mit dem Ziel der Vernichtung des Staates Israel eingeführt werden. De Facto wären davon nur palästinensische Menschen betroffen.

31.03.2026 | 1:41 min

Trump macht Moratorium von Biden rückgängig

Die Todesstrafe ist in den USA in mehr als zwei Dutzend der 50 Bundesstaaten zugelassen, in mehreren Bundesstaaten wird sie allerdings de facto nicht mehr vollstreckt. Außer der Giftspritze werden Hinrichtungen in den USA unter anderem durch den elektrischen Stuhl oder auch per Erschießungskommando vollstreckt.

US-Präsident Donald Trump hatte in seiner ersten Amtszeit die Todesstrafe auf Bundesebene wieder aufgenommen, sein Nachfolger Joe Biden schob dem allerdings einen Riegel vor und verhängte ein Moratorium. Nun will Blanche die Todesstrafe auf Bundesebene wieder vollstrecken.

US-Präsident Donald Trump im Weißen Haus am 13.04.2026.

Nach seinem weltweiten Friedensappell wurde der Papst mehrfach von US-Präsident Trump verbal attackiert. Das kritisierte Italiens Ministerpräsidentin Meloni. Trump griff sie darauf ebenso an.

16.04.2026 | 2:27 min

Papst pocht auf Abschaffung der Todesstrafe

Derweil dringt der aus den USA stammende Papst Leo XIV. auf eine weltweite Abschaffung der Todesstrafe. Diese sei nach der Lehre der Kirche unzulässig, "weil sie einen Angriff auf die Unverletzlichkeit und Würde der Person darstellt", erklärte der Papst in einer Videobotschaft anlässlich des 15. Jahrestages der Abschaffung der Todesstrafe im US-Bundesstaat Illinois, aus dem er stammt.

Ich unterstütze alle, die sich für die Abschaffung der Todesstrafe in den Vereinigten Staaten von Amerika und weltweit einsetzen.

Papst Leo XIV.

Er sei dankbar für die Entscheidung des Gouverneurs von Illinois aus dem Jahr 2011, sagte Leo XIV., der als Robert Francis Prevost 1955 in Chicago geboren wurde.

Quelle: dpa, epd, KNA
Über dieses Thema berichtete ZDFheute xpress am 25.04.2026 ab 11:24 Uhr in dem Beitrag "Todesstrafe: USA erlauben Erschießungen".

Mehr zu den Entwicklungen in den USA

  1. Jerome Powell

  2. Donald Trump vor einer Grafik zum prognostizierten BIP, dahinter die US-Flagge
    Grafiken

    Wichtige Daten im Überblick:Wie geht's der US-Wirtschaft unter Donald Trump?

    von Robert Meyer
    mit Video9:59

  3. FIFA-Präsident Gianni Infantino (rechts) überreicht Präsident Donald Trump am 07.03.2025 im Oval Office des Weißen Hauses in Washington den neuen offiziellen Ball der FIFA Klub-Weltmeisterschaft.

  4. Dieses Foto von Carol Guzy, dass eine ICE-Verhaftung zeigt, ist Weltpressefoto des Jahres.

    Nachrichten | heute 19:00 Uhr:Pressefoto des Jahres zeigt ICE-Abschiebungen

    von Andreas Stamm
    Video1:16