Teil-Shutdown: Geht dem US-Heimatschutzministerium das Geld aus?

Dritte Haushaltssperre unter Trump:Geht dem US-Heimatschutzministerium jetzt das Geld aus?

von Katharina Schuster & Beatrice Steineke, Washington D.C.

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Die Verhandlungen im US-Kongress sind gescheitert. Mehrere Streitpunkte rund um ICE und Grenzschutz führen zum Teil-Shutdown für das Heimatschutzministerium.

Das Kapitol in Washington D.C. ist in der Abenddämmerung zu sehen.

Republikaner und Demokraten haben sich nicht auf die Finanzierung des Heimatschutzministeriums einigen können.

Quelle: picture alliance / Sipa USA

In der laufenden zweiten Amtszeit von US-Präsident Donald Trump ist es zur dritten teilweisen Haushaltssperre gekommen. Im Kongress in Washington D.C. hatten Republikaner und Demokraten bis zuletzt um die Finanzierung des US-Heimatschutzministeriums gerungen - am Ende ohne Erfolg. Die Folge: Dem Heimatschutzministerium werden die Finanzmittel teils eingefroren.

Der Teil-Shutdown tritt am Freitag um Mitternacht US-Ostküstenzeit (Samstagfrüh 6 Uhr MEZ) in Kraft.

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Hintergrund des Streits sind zehn Forderungen der US-Demokraten. Sie verlangen Reformen bei der Arbeit der Bundesbehörden "Immigration and Customs Enforcement" (ICE) und des US-Grenzschutzes (CBP).

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Das sind die zehn Forderungen der US-Demokraten:











Die vier strittigsten Punkte im Überblick:

1) Gesichtsmasken und Bodycams

Die Demokraten fordern, dass ICE-Agenten und Grenzschutzbeamte im Einsatz keine Gesichtsmasken mehr tragen dürfen. Stattdessen sollen sie Namensschilder und Körperkameras (Bodycams) nutzen. Private Grundstücke sollen sie nur mit richterlichem Durchsuchungsbeschluss betreten dürfen.

Republikanische Abgeordnete lehnen dies ab und argumentieren, dass solche Einschränkungen die Sicherheit der Einsatzkräfte und ihrer Familien gefährden. Die Demokraten weisen hingegen darauf hin, dass das längst Standard bei der Polizei sei.

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2) Anwälte sollen sofortigen Zugang zu Inhaftierten haben

Die Demokraten drängen darauf, Anwälten in Haftzentren sofortigen Zugang zu Inhaftierten zu gewähren, um etwa Fehlfestsetzungen, auch von US-Bürgern, zu verhindern.

Tägliche Festnahmen durch US-Behörde ICE

ZDFheute Infografik

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Gleichzeitig pochen sie auf das Aufsichtsrecht des Kongresses: Abgeordnete müssten die Einrichtungen jederzeit betreten können. Der Trump-Regierung werfen sie vor, genau das bislang behindert zu haben.

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3) Keine Einsätze mehr an sensiblen Orten

Außerdem wollen die Demokraten, dass ICE-Agenten und CBP-Beamte nicht mehr an sensiblen Orten, wie Schulen, Kirchen, Krankenhäusern, Wahllokalen oder Gerichten nach Einwanderern ohne Papiere fahnden dürfen.

Inzwischen wird ICE häufig als Sammelbegriff für eine ganze Reihe von Regierungsbehörden genutzt, die bei Aktionen gegen Migranten im Einsatz sind.

Neben ICE im engeren Sinne sind häufig auch CBP-Grenzschützer (Customs and Border Protection) dabei. Gregory Bovino, wohl das bekannteste öffentliche Gesicht der Razzien, war bis zu seiner Abberufung im Januar 2026 CBP-Oberbefehlshaber.

Sowohl ICE als auch CBP haben Sondereinheiten, die unter eigenen Namen in Erscheinung treten: Homeland Security Investigations (HSI), Enforcement and Removal Operations (ERO) oder Border Patrol Tactical Unit (BORTAC). Dazu kommen eine Reihe weiterer Bundesbehörden, aus denen das Heimatschutzministerium von Ministerin Kristi Noem Beamte abgezogen hat, um sie gegen Migranten einzusetzen.


4) Demokraten wollen Bevölkerung, Republikaner Beamte schützen

Während die Demokraten den Schutz der Bevölkerung vor ihrer Ansicht nach unverhältnismäßigen Einsätzen der Behörden betonen, stellen die Republikaner die Sicherheit der Bundesbeamten bei Festnahmen und Abschiebungen in den Vordergrund.

ICE-Aktivität in den Bundesstaaten

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In dem 64,4 Milliarden US-Dollar umfassenden Gesetzentwurf wollen sie außerdem Sanktionen gegen sogenannte "Sanctuary Cities" festschreiben, also Städte, die eine Zusammenarbeit mit Bundesbehörden bei der Verfolgung irregulärer Einwanderer verweigern.

Juristisch ist das Vorhaben jedoch heikel: Eine verbindliche gesetzliche Definition solcher Städte existiert nicht, und Gerichte haben wiederholt entschieden, dass Kommunen nicht zur Durchsetzung bundesrechtlicher Vorgaben verpflichtet werden können.

Unter der aktuellen Administration haben individuelle ICE-Agenten bei Rechtsverstößen wenig zu fürchten. Der Oberste Gerichtshof der USA entschied schon 1967, dass US-Beamte eine sogenannte "qualifizierte Immunität" besitzen, die sie in vielen Fällen vor Zivilklagen schützt. US-Vizepräsident JD Vance sprach, ohne rechtliche Grundlage, jüngst sogar von einer "absoluten Immunität" der ICE-Beamten.


Politologe: US-Regierung gegen jede Einschränkung

Das Heimatschutzministerium wolle nichts, was das Tempo der Verhaftungen verlangsamen würde, erklärt US-Politikwissenschaftler David J. Bier vom unabhängigen "Cato Institute". Jede Einschränkung würde die Arbeit des Heimatschutzministeriums behindern.

Die Haushaltssperre werde jedoch "keine Auswirkungen auf die Einwanderungsbehörde haben", so Bier. Einwanderungsbewerber zahlten in der Regel Gebühren zur Deckung der Kosten ihrer Anträge, die von einem Teil-Shutdown nicht betroffen seien.

ICE-Agenten erhalten während dieser Zeit zwar keine Gehälter, aber würden möglicherweise dennoch bezahlt werden, und zwar aus den Sondermitteln, die ICE im letzten Jahr erhalten hat.

David J. Bier, US-Politikwissenschaftler

ICE und die Grenzschutzbehörde, die in Trumps Auftrag Massenabschiebungen durchführen, dürfte der Teil-Shutdown also wenig treffen.

Katharina Schuster und Beatrice Steineke berichten aus dem ZDF-Studio Washington D.C.

Über dieses Thema berichteten verschiedene Sendungen, darunter ZDFheute Xpress am 04.02.2026 um 07:31 Uhr im Beitrag "USA: Behörden-Shutdown beendet" und heute Xpress am 03.02.2026 ab 06:30 Uhr.

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