250 Jahre USA:Trump beschwört Amerikas Größe: "Das Beste kommt erst noch"
von Anne Sophie Feil, Washington, D.C.
Die US-Amerikaner feierten am Samstag den "Independence Day". In Washington hielt Donald Trump am späten Abend eine patriotische Rede und würdigte Veteranen und Astronauten.
Die Feier zum 250. Unabhängigkeitstag der USA ist beendet. Trump bezeichnete die USA als das Bild einer von Gott auserwählten Sieger-Nation, die dazu bestimmt sei, die Welt anzuführen.
05.07.2026 | 0:21 minMit einer Großkundgebung im Zentrum Washingtons beging Präsident Donald Trump am Samstag den 250. Jahrestag der US-amerikanischen Unabhängigkeit.
US-Präsident Trump appelliert an nationale Einheit
In seiner Ansprache beschrieb Trump die Erfolgsgeschichte der Vereinigten Staaten, die mit der Unabhängigkeitserklärung von 1776 begonnen habe und bis heute andauere. Er würdigte die Gründerväter und sprach von den USA als "ein Volk und eine Familie".
Mit 250 Jahren sind wir die älteste konstitutionelle Republik der Welt.
Donald Trump, US-Präsident
Doch das Land stehe erst noch am Anfang einer neuen Epoche. "Das Beste kommt erst noch", versprach der US-Präsident. Und sagte: "Es ist eine Ehre, euer Präsident zu sein."
Feuerwerk ohne Ende
Traditionell erhellten Raketen den Himmel in den Metropolen - so wie hier in Washington.
Quelle: epaVeteranen und Astronauten als Ehrengäste
Der Präsident holte zahlreiche Ehrengäste auf die Bühne, darunter mehrere Kriegsveteranen, Angehörige gefallener Soldaten und Astronauten.
Geehrt wurden unter anderem Arthur Rose, der als 107-jähriger Veteran der US-Navy an der Landung der Alliierten in der Normandie am D-Day beteiligt war, sowie die sogenannte Gold Star Families - Angehörige von im Militärdienst gefallenen US-Soldaten.
Das sind die Kämpfer der großartigsten Generation. Sie haben die Welt gerettet.
Donald Trump, US-Präsident
Auch Harrison Schmitt, der letzte noch lebende Astronaut, der den Mond betreten hat und die vierköpfige Artemis II-Crew wurden auf die Bühne geholt und besonders hervorgehoben.
Auf der Bühne gelandet: Die Astronauten der Artemis II zeigten sich während Trumps Rede. Die Crew hatte im April den Mond umrundet.
Quelle: APNationalfeiertag zwischen Patriotismus und Spektakel
Die Erklärung der Unabhängigkeit wurde am 4. Juli 1776 in Philadelphia verabschiedet. Es folgte ein achtjähriger Unabhängigkeitskrieg, an dessen Ende Großbritannien die Souveränität der Vereinigten Staaten von Amerika erst im September 1783 im Frieden von Paris formell anerkannte.
Die USA feiern ihren 250. Geburtstag – und die Fußball-Nationalmannschaft liefert den passenden Anlass: den Einzug ins Achtelfinale. Der Sport als Bühne.
04.07.2026 | 3:31 minDer 4. Juli ist der wichtigste Feiertag der USA. Traditionell feiern die Amerikaner den Tag im ganzen Land mit Paraden, Familienfesten, Barbecues und großen Feuerwerken. Tagsüber fanden in Washington auch zahlreiche Militärüberflüge statt. Trotz politischer Spannungen versammelten sich Tausende entlang des Potomac-Flussufers und in den Parks Washingtons, um das angekündigte Spektakel am Himmel zu verfolgen.
Feierlichkeiten wegen sengender Hitze und Unwetterwarnungen gestört
Wegen Stürmen und einer Gewitterwarnung wurde das Veranstaltungsgelände in der US-Hauptstadt am Abend vorübergehend evakuiert. Erst gegen 22 Uhr durften die Besucher zurück auf das Veranstaltungsgelände, um zunächst die Rede des Präsidenten zu hören und dann das große Feuerwerk - von den Veranstaltern mit 850.000 Feuerwerkskörpern als größtes Feuerwerk der Geschichte beworben - zu sehen.
Am 4. Juli wird das 250. Jubiläum der Unabhängigkeitserklärung der USA auf dem Great American State Fair gefeiert. Trumps Slogan: „America is back” - doch viele Bürger erleben ihr Land als tief gespalten.
03.07.2026 | 2:35 minDer Auftritt des Präsidenten - den er zuvor selbst als "die spektakulärste Trump-Kundgebung von allen" - angekündigt hatte, verzögerte sich wegen des Unwetters um etwa eine Stunde. Am Vormittag wurde die traditionelle Unabhängigkeitsparade wegen extremer Hitze abgesagt.
Kritik an politischer Instrumentalisierung des Feiertags
Die oppositionellen Demokraten werfen dem Präsidenten vor, die 250-Jahr-Feiern für ein parteipolitisches Spektakel vor den Zwischenwahlen zum Kongress im November zu nutzen. Trump hatte am Vorabend in einer Rede am Nationaldenkmal Mount Rushmore vor einer angeblichen "kommunistischen Bedrohung" in den USA gewarnt. Er spielte damit auf jüngste Wahlsiege linksgerichteter Demokraten-Politiker an.
Die USA feiern den 250. Jahrestag ihrer Unabhängigkeit von Großbritannien. In einer Rede am Mount Rushmore warnte Trump vor einer angeblich "kommunistischen" Bedrohung durch Progressive.
04.07.2026 | 0:24 minDie tiefe Spaltung der US-Gesellschaft im Jubiläumsjahr machte auch ein Aufmarsch vermummter Männer in der Nähe des Kapitol sichtbar. Sie trugen Baseballkappen mit Abzeichen der rechtsextremistischen Gruppe Patriot Front, die von der Überlegenheit Weißer überzeugt ist, und riefen "Reclaim America!" (Erobert Amerika zurück).
Vizepräsident Vance weist Kritik an den USA zurück
Parallel zu den Ereignissen in der Hauptstadt trat Vizepräsident JD Vance am Unabhängigkeitstag im New Yorker Hafen an Bord des Kampfschiffs "USS Kearsarge" auf. Vor der Kulisse internationaler Segelschiffe verteidigte er die Vereinigten Staaten gegen Kritiker im eigenen Land.
Sie werden heute einige kleine, aber laute Stimmen hören, die wie besessen nicht von unserer nationalen Größe, sondern von unseren nationalen Unvollkommenheiten sprechen.
JD Vance, Vizepräsident der USA
Er warf ihnen vor, "mit der Wut und dem Eifer" eines Predigers über "Amerikas Sünden zu sprechen".
Feierlichkeiten zum 250. Geburtstag der USA: de von US-Vizepräsident JD Vance
05.07.2026 | 40:10 minDabei würden sie "das Wesen Amerikas missverstehen", fügte Vance hinzu. Er rief die US-Bürger auf, "die zweidimensionale Sichtweise auf ihre Mitbürger und die zweidimensionale Sichtweise auf ihr Land abzulehnen".
Anne Sophie Feil ist Reporterin im ZDF-Studio Washington, D.C.
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