Ukraine stoppt neue russische Großoffensive: Das steckt dahinter

Analyse

Lage bei Saporischschja:Russlands Süd-Offensive bleibt aus: Das sind die Gründe

von Christian Mölling und András Rácz

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Die Ukraine hat eine russische Frühjahrsoffensive im Süden offenbar vereitelt. Vier Faktoren schwächen Moskaus Armee bei Saporischschja entscheidend.

Archiv: Eine schlammige Straße in der ukrainischen Donbass-Region.

Russland hat gegen die sogenannte "Periode der Wegelosigkeit" in der Ukraine kaum Mittel (Archivbild).

Quelle: imago

Die hartnäckige Verteidigung der Ukraine und lokale Gegenangriffe haben offenbar die geplante russische Frühjahrsoffensive an der Südfront vereitelt.

Im letzten Quartal 2025 und zu Beginn des Jahres 2026 gelang es Russland, eine sehr günstige Position an der Front bei Saporischschja zu erlangen. Russische Truppen überquerten den Fluss Hajtschul und besetzten den größten Teil von Huljajpole, der einzigen größeren Ortschaft in der Gegend.

Gute geografische Bedingungen für Offensive

Westlich von Huljajpole gibt es auf Dutzenden von Kilometern keine nennenswerten natürlichen Hindernisse oder eine gut ausgebaute, zusammenhängende Verteidigungslinie. Daher hätte Russland eine ideale Ausgangsposition für eine erneute Offensive während der kalten Monate Januar und Februar gehabt, als das Gelände gefroren und mit Schnee bedeckt war.

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Es gab Anzeichen dafür, dass Russland ab Februar einen Großangriff plante. Aufgrund mehrerer Faktoren konnte dieser Plan jedoch nie umgesetzt werden.



Erstens: Personalmangel

Es mangelt Russland zunehmend an ausgebildeten neuen Soldaten. Der Januar war der erste Monat, in dem die Kampfverluste die Rekrutierungen überstiegen. Und obwohl sich diese im Februar weitgehend ausglichen, fehlt Russland nach wie vor die Personalstärke, um zwei große Offensiven gleichzeitig zu starten und aufrechtzuerhalten - und die Priorität lag eindeutig auf dem Donbass, nicht auf Saporischschja.

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Zweitens: Ausfall der Kommunikation

Der Verlust des Zugangs zum Starlink-System seit Anfang Februar hat verheerende Auswirkungen auf die Führungs- und Kontrollsysteme der russischen Armee.

Da Russland keine im Inland produzierte Alternative hat, dürfte das Problem bestehen bleiben. Die technologischen Einschränkungen, die der Kreml aus Gründen der Regimesicherheit gegen Telegram verhängt hat, haben die Probleme bei der Operationsführung erheblich verschärft.

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Drittens: Ukrainische Gegenangriffe

Die Ukraine hat seit Ende Januar eine Reihe gut geplanter, kleinerer Gegenangriffe im Frontabschnitt Saporischschja gestartet, sowohl am ehemaligen Stausee von Nowa Kachowka als auch westlich und nördlich von Huljajpole.

Aus Richtung Huljajpole kommend, hat die Ukraine bis Mitte März 2026 die russischen Streitkräfte fast vollständig aus der Region Dnipropetrowsk verdrängt, während sie in Richtung Huljajpole bis auf etwa zwei bis drei Kilometer an die wichtigste Versorgungsroute Russlands in der Region herankam und diese damit effektiv unterbrechen konnte.

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Viertens: Erdboden taut auf

Die "Bezdorizhzhia"- bzw. "Rasputitsa"-Periode (deutsch: Wegelosigkeit) stellt ein weiteres Problem für jede möglicherweise bevorstehende russische Offensive dar: Nach dem Winter beginnt der gefrorene Boden zu tauen, und unbefestigte Straßen verwandeln sich für etwa einen Monat in tiefe Schlammmassen.

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Fazit: Zweite parallele Offensive unwahrscheinlich

Alles in allem ist es äußerst unwahrscheinlich, dass Moskau über die personellen und materiellen Ressourcen verfügen würde, um eine größere, parallele Offensive im Süden durchzuführen, während die Kämpfe in den noch nicht besetzten zentralen Teilen des Donbass weiterhin mit voller Intensität toben. Dagegen sprechen unter anderem die strukturellen Schwächen und die wachsenden Verluste der russischen Armee. Dazu kommen die anhaltenden Gegenangriffe der Ukraine sowie die Priorisierung der rusischen Angriffe in Richtung Kostjantyniwka-Kramatorsk anstelle des Südens.

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Über die Lage an der Front in der Ukraine berichtete das ZDF in verschiedenen Sendungen, etwa bei ZDFheute Xpress in dem Beitrag "Tote bei russischen Angriffen auf Ukraine" am 14.03.2026 um 15:12 Uhr sowie in den heute-Nachrichten am 07.03.2026 ab 19:00 Uhr.

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