Streit um Diesel-Deal mit Selenskyj:Trump: "Ukraine braucht neuen Präsidenten"
Die Spannungen zwischen Trump und seinem ukrainischen Amtskollegen Selenskyj erreichen ein neues Level. Die Ukraine brauche einen neuen Präsidenten, sagte Trump vor Journalisten.
Donald Trump kritisiert seinen Amtskollegen in Kiew scharf. (Archivbild)
Quelle: APUS-Präsident Donald Trump hat einen neuen Präsidenten für die Ukraine gefordert. Wolodymyr Selenskyj habe vielfach die Gelegenheit gehabt, den Ukraine-Krieg zu beenden, und sich dagegen entschieden, behauptete Trump in Washington.
Ich glaube, es ist an der Zeit, dass die Ukraine einen neuen Präsidenten bekommt.
Donald Trump
Trump zufolge sollten sich die Ukrainer einen neuen Anführer suchen, der eine Vereinbarung zur Beendigung des Krieges schließen könne. Denn trotz vieler Möglichkeiten habe Selenskyj das "aus irgendeinem Grund nie getan."
Die USA lockern überraschend bestehende Sanktionen gegen Moskau. Laut US-Präsident Trump soll Russland zunächst mehr als 300.000 Tonnen Diesel für die USA und den Weltmarkt bereitstellen.
10.10.2026 | 1:50 minRussland zeigt wenig Interesse an Gesprächen
Begonnen wurde der Krieg aber nicht von der Ukraine, sondern von Russland, dass vor gut vier Jahren in das Nachbarland einmarschiert war. Kremlchef Wladimir Putin hat mehrfach Angebote für einen bedingungslosen Waffenstillstand abgelehnt. Auch spätere diplomatische Initiativen verliefen im Sande.
Selenskyj hatte sich mehrfach zu direkten Gesprächen mit Putin bereiterklärt, aber Einladungen nach Moskau kategorisch abgelehnt. Ein Wechsel an der Staatsspitze der Ukraine ist aktuell nicht angedacht, da laut Verfassung eine Wahl zu Kriegszeiten ausgeschlossen ist.
Es ist ein Stimmungstest für Trumps Politik: Bei den Midterms im November fürchten die Republikaner den Verlust ihrer Kongressmehrheit. Die Unzufriedenheit der Wähler ist zunehmend gewachsen.
07.10.2026 | 6:01 minTrump: Selenskyj ist schuld an Diesel-Knappheit
Zuvor hatte Selenskyj Kritik an Trumps Diesel-Deal mit Russland geübt. Der US-Präsident hatte erklärt, er habe mit dem russischen Präsidenten Putin vereinbart, dass "umgehend" mehr als 300.000 Tonnen Diesel für die USA und den Weltmarkt zur Verfügung gestellt würden. Selenskyj nannte die Vereinbarung "unwürdig" und "schwach".
Trump beschuldigte Selenskyj nun, mit Angriffen auf den russischen Energiesektor zur Knappheit an Diesel beigetragen zu haben. "Er will unseren Landwirten und Viehzüchtern Probleme mit Dieselkraftstoff bereiten, denn Russland liefert einen großen Teil des Dieselkraftstoffs weltweit", behauptete Trump.
Tatsächlich waren die Preise für Rohöl und Diesel infolge des Iran-Krieges in die Höhe geschossen, den die USA und Israel im vergangenen Februar begonnen hatten.
Die USA lockern Sanktionen für russische Diesel-Lieferungen. Hintergrund sind die stark gestiegenen Spritpreise in den USA. ZDF-Korrespondentin Claudia Bates berichtet.
10.10.2026 | 1:01 minZDF-Korrespondentin: Trump folgt "kurzfristigen Interessen"
ZDF-Korrespondetin Claudia Bates vermutet, dass Trump mit der Diesel-Vereinbarung, seine Position bei den Midterms stärken will. Ob dies aufgehe, sei offen: "Denn so schnell wird es ja nicht gehen, dass der Kraftstoff den amerikanischen Markt überhaupt erreicht." Die vereinbarte Menge sei außerdem "zu wenig, um wirklich einen großen Unterschied zu machen".
Das heißt, Trump hofft, dass schon die Ankündigung allein hilft.
Claudia Bates, ZDF-Korrespondentin in Washington
Der Deal zeige, dass die "Außenpolitik Trumps kurzfristigen Interessen folgte und nicht den gemeinsamen Zielen mit Verbündeten", so Bates.
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