Juristisches Tauziehen:Richterin setzt Trumps Briefwahl-Pläne wieder außer Kraft
Nächste Runde im juristischen Tauziehen um die Briefwahl in den USA: Bereits zum zweiten Mal blockiert eine US-Richterin Pläne von Donald Trump, die Wahlregelung zu verschärfen.
Schon wieder wurde seine geplante Verschärfung der Briefwahl blockiert: US-Präsident Donald Trump.
Quelle: Al Drago / Action PressGut zwei Monate vor den US-Parlamentswahlen hat eine Richterin die von Präsident Donald Trump verschärften Regeln für die Briefwahl vorerst auf Eis gelegt. Der Erlass des Präsidenten sei "eine wahrscheinlich verfassungswidrige Regelung, deren Einhaltung im Hinblick auf die Zwischenwahlen 2026 praktisch unmöglich ist", schrieb die Richterin in ihrer einstweiligen Verfügung.
Trumps Pläne könnten allein deshalb nicht umgesetzt werden, weil die ersten Bundesstaaten bereits kommende Woche mit der Briefwahl beginnen würden.
Trump halte unter anderem die Briefwahl für ein Einfallstor für Wahlbetrug, sagt Politikwissenschaftler Thimm. Er sieht das anders: Die Integrität der Wahlen sei dadurch nicht gefährdet.
17.07.2026 | 10:23 minPläne sehen zentrale Rolle der Post bei Briefwahl-Kontrolle vor
Die neuen Regeln sehen im Kern vor, dass die US-Post USPS eine zentrale Rolle bei der Kontrolle der Briefwahl einnimmt. Bundesstaaten sollen der Post etwa das Design ihrer Umschläge für die Briefwahl zur Genehmigung vorlegen. Zudem soll die Post die Unterlagen nur an Bürger ausliefern, die in einem von den Bundesstaaten übermittelten Wählerverzeichnis geführt sind.
Republikaner verteidigen die Pläne mit dem Argument, damit angeblichen Wahlbetrug zu verhindern. Kritiker vermuten als Motiv, Trump wolle damit die Stimmabgabe per Briefwahl erschweren. Demokratische Wähler stimmen meist häufiger per Post ab als Republikaner.
US-Präsident Trump will die Regeln für die Briefwahl verschärfen. Dabei wiederholte er die Vorwürfe, die Briefwahl sei für Betrug verantwortlich – Beweise gibt es dafür nicht.
01.04.2026 | 0:23 minDie Bundesrichterin Indira Talwani hatte Trumps Pläne schon einmal gestoppt, ehe ihre Anordnung am Montag vom Obersten Gerichtshof aufgehoben wurde.
Die Richterinnen und Richter begründeten das allerdings mit Verfahrensfehlern und nicht mit rechtlichen Argumenten. Es gilt als wahrscheinlich, dass die Trump-Regierung auch die neue Anordnung der Richterin anfechtet.
"Midterms" in den USA am 3. November
Am 3. November wird bei den "Midterms" etwa ein Drittel des Senats und das komplette Repräsentantenhaus neu gewählt. Wegen der knappen Mehrheit der Republikaner in beiden Parlamentskammern könnte jedes einzelne Mandat darüber entscheiden, wer am Ende die Macht im Kongress hat.
US-Präsident Trump wirft China vor, Wahlbetrug begangen zu haben. Untersuchungen könnten hingegen belegen, dass es keinen Betrug bei den Wahlen 2020 gab, analysiert ZDF-Korrespondent Theveßen.
17.07.2026 | 11:45 minSollten die Republikaner ihre Mehrheit in einer Kammer verlieren - oder gar in beiden - wäre es für Trump deutlich schwieriger, seine politischen Vorhaben umzusetzen.
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