EU stimmt über Milliarden für Ukraine ab:Selenskyj: Reparatur von Druschba-Pipeline abgeschlossen
Die durch russische Angriffe beschädigte Pipeline kann laut ukrainischem Präsidenten wieder Öl fördern. Damit könnte Ungarn seine Blockade des EU-Darlehens für Kiew aufgeben.
Beim EU-Außenminister-Treffen in Luxemburg könnte es bald zu einer Einigung über den 90-Milliarden-Kredit für die Ukraine kommen. Doch noch hängt die Entscheidung an Ungarn.
21.04.2026 | 2:31 minDie von den EU-Ländern Ungarn und Slowakei geforderten russischen Öllieferungen durch die Druschba-Pipeline können nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj wieder aufgenommen werden. Die Ukraine habe die Reparaturarbeiten abgeschlossen, sodass die Pipeline wieder in Betrieb genommen werden könne. Das erklärte Selenskyj am Dienstag in Onlinenetzwerken. Die Druschba-Pipeline war durch russischen Beschuss beschädigt worden.
Nach der Verkündung der Reparatur forderte die EU-Außenbeauftragte Katja Kallas eine schnelle Freigabe der Ukraine-Hilfen, die Ungarn bislang blockiert hatte:
Ich erwarte eine positive Entscheidung zum 90-Milliarden-Euro-Darlehen in den nächsten 24 Stunden.
Katja Kallas, EU-Außenbeauftragte
Trotz Ungarns Nein zu Ukraine-Hilfen "wird Kredit fließen", sagt ZDF-Korrespondent Stamm. Man setze darauf, die Druschba-Pipeline "schnell zu reparieren", sagt ZDF-Reporter Lessmeister in Kiew.
20.03.2026 | 3:49 minUngarn hatte bisher Milliarden-Darlehen für Ukraine blockiert
Die zyprische EU-Ratspräsidentschaft setzte für Mittwoch eine Abstimmung der EU-Länder über den Ukraine-Kredit auf die Agenda. Ungarn hatte diese bislang blockiert, um die Wiederaufnahme des Pipeline-Betriebs zu erzwingen.
Ungarns bisheriger Regierungschef Viktor Orban hatte der Ukraine vorgeworfen, eine Wiederaufnahme russischer Öllieferungen über die Druschba-Pipeline aus politischen Gründen zu blockieren. Die Pipeline führt von Russland über Belarus und die Ukraine nach Ungarn und in die Slowakei.
Die Regierung in Kiew wies die Vorwürfe zurück und betonte, die Pipeline müsse nach russischen Luftangriffen im Januar repariert werden. Auch Bundesaußenminister Johann Wadepuhl (CDU) sprach von "ungebührlichen Blockaden", die schnellstmöglich beendet werden müssten.
Der ukrainische Teil der Öl-Pipeline ist beschädigt, es gelangt darüber kein Öl nach Ungarn. Im dortigen Wahlkampf wirft man der Ukraine die Verzögerung der Reparatur aus politischen Gründen vor.
12.03.2026 | 2:07 minOrban: Nach Öllieferungen steht Kredit nichts mehr im Weg
Am Sonntag hatte Orban mitgeteilt, er habe über Brüssel eine Andeutung aus der Ukraine erhalten, dass diese bereit sei, die Öllieferungen bereits an diesem Montag wieder aufzunehmen, wenn Ungarn seine Blockade des EU-Darlehens aufhebe. Er schrieb dazu:
Sobald die Öllieferungen wieder aufgenommen sind, werden wir der Genehmigung des Darlehens nicht mehr im Wege stehen.
Viktor Orban, abgewählter Ministerpräsident von Ungarn
Ein hochrangiger ukrainischer Regierungsvertreter sagte gegenüber der Nachrichtenagentur AFP, dass die Ukraine die Lieferungen erst nach einem entsprechenden Antrag aus Ungarn und der Slowakei wieder aufnehmen werde. Die Slowakei werde den Antrag vermutlich schnell stellen, so der Vertreter weiter.
Ukraine dringend auf EU-Darlehen angewiesen
Das EU-Darlehen soll den dringendsten Finanzbedarf der Ukraine decken und dem Land eine Fortsetzung seines Abwehrkampfes gegen Russland ermöglichen. Die Mittel sollen über gemeinsame EU-Anleihen am Kapitalmarkt finanziert und durch Spielräume im langfristigen EU-Haushalt abgesichert werden. In diesem Jahr sollen 45 Milliarden Euro fließen, im kommenden Jahr noch einmal bis zu 45 Milliarden Euro.
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