"Gespräch unter vier Augen":Kreml: Putin hat Schröder getroffen
Russlands Präsident Putin hatte Ex-Bundeskanzler Schröder als Vermittler im Ukraine-Krieg gefordert. Jetzt sollen beide "ein gutes Gespräch" im Kreml gehabt haben.
Altkanzler Gerhard Schröder (Archivfoto) soll Russlands Präsident Putin im Kreml getroffen haben.
Quelle: dpaEx-Bundeskanzler Gerhard Schröder ist laut Kreml-Angaben in Moskau vom russischen Präsidenten Wladimir Putin empfangen worden. Es sei "ein gutes Gespräch" gewesen, sagte am Freitagabend Präsidentenberater Juri Uschakow nach Angaben der russischen Nachrichtenagentur Interfax. Das Treffen habe im Kreml stattgefunden.
Anfang Mai brachte Russlands Präsident Putin den deutschen Altkanzler Schröder als möglichen Vermittler für Gespräche mit der EU ins Gespräch.
10.05.2026 | 0:25 minKeine Kreml-Angaben zum Inhalt
Zum Inhalt könne er nichts sagen, weil es sich um ein "Gespräch unter vier Augen" gehandelt habe, fügte Uschakow hinzu. Dieses sei "freundschaftlich" verlaufen. Putin hatte hinsichtlich der Bemühungen um eine Beendigung des Ukraine-Kriegs Schröder im vergangenen Monat als seinen bevorzugten Vermittler von europäischer Seite genannt.
Langjährige Freundschaft: Altkanzler Schröder (rechts) besuchte 2018 im Kreml Putins vierte Amtseinführung als russischer Präsident.
Quelle: dpaDer frühere SPD-Chef gilt als persönlicher Freund Putins und war auch noch nach dem Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine für russische Energiefirmen tätig.
Dass die Ukraine Altkanzler Schröder als Vermittler annehmen würde, sei unwahrscheinlich, sagte Publizist Albrecht von Lucke nach Putins Vorschlag bei ZDFheute live.
10.05.2026 | 13:40 minMerz bezweifelt russische Gesprächsbereitschaft
In Brüssel und Berlin war Putins Vorschlag bereits vor dem jetzt vom Kreml gemeldeten Treffen skeptisch aufgenommen worden. Angesichts Schröders Vergangenheit als Lobbyist für russische Staatsunternehmen sei "klar", warum Putin ihn als Vermittler haben wolle, hatte nach dem Vorschlag etwa die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas gesagt.
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) verbat sich im Mai zudem Einmischungen von außen in der Frage. "Wir Europäer entscheiden selbst, wer für uns spricht. Niemand anders", sagte er. Außerdem zweifelte Merz daran, dass es auf russischer Seite tatsächlich Verhandlungsbereitschaft gebe.
Die EU-Außenbeauftragte Kallas weist Putins Vorschlag zum deutschen Altkanzler Schröder als Vermittler im Ukraine-Krieg zurück. Er würde auf beiden Seiten des Verhandlungstisches sitzen.
11.05.2026 | 0:44 minAlle aktuellen Entwicklungen zum Krieg in der Ukraine im Live-Blog:
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