Russische Armee beklagt fehlenden Zugang zu Starlink und Telegram

Starlink und Telegram:Warum russische Soldaten wütend auf den Kreml sind

Sebastian Ehm

von Sebastian Ehm

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In Russland herrscht Aufruhr. Erst wurde der russischen Armee der Starlink-Zugang gekappt, jetzt stört der Kreml den Zugang zu Telegram. Ein Problem für die Front.

Starlink "Satelite Tracker app"

Die Abschaltung von Starlink-Terminals für russische Streitkräfte erregte Aufsehen. Musk scheint den Zugang gezielt zu blockieren, um der russischen Armee die Technologie zu verwehren.

13.02.2026 | 2:15 min

Es sind Bilder, die auf Social Media seit Jahren jeden Tag gepostet werden und damit den Ukraine-Krieg real werden lassen. Zu Hunderttausenden setzen beide Armeen sie ein, es ist der erste große Krieg, in dem Drohnen eine tragende Rolle spielen. Sie liefern Bilder in Echtzeit und sind präzise und tödliche Waffen. Gesteuert werden sie mit hauchdünnen Glasfaserkabeln oder über Funkkanäle, direkt oder über Satellitentechnik wie Starlink.

In den vergangenen Monaten tauchten auf Telegram immer mehr Videos von russischen Soldaten auf, die sich begeistert zeigten von der amerikanischen Technik. Einfach aufzubauen, einfach zu verbinden und einfach in der Handhabe. "Der Sieg wird unser sein", ist sich ein russischer Soldat gewiss.

12.02.2026, Ukraine, Odesa: Menschen gehen über einen zerstörten Stadtmarkt nach einem russischen Angriff.

Russland hat erneut die Ukraine mit Drohnen angegriffen - Ziel war unter anderem die südliche Hafenstadt Odessa. Laut Behördenangaben wurden mindestens sechs Menschen getötet.

13.02.2026 | 0:17 min

Russland schmuggelt tausende Terminals an die Front

Starlink ist das Satelliten-Internet von US-Milliardär Elon Musk. Ein Netz von Tausenden Satelliten rund um den Globus ist miteinander verbunden und ermöglicht Nutzern fast überall auf der Erde schnelles Internet. Man braucht dafür nur ein eigenes Terminal.

Das eigentlich sanktionierte Russland schmuggelte Tausende dieser Terminals an die Front und steuerte damit seine Drohnen tief auf ukrainisches Gebiet. "Der Vorteil ist, dass die Kommunikation über Starlink schwierig zu entschlüsseln und fast unmöglich zu stören ist, sagt der russische Militärexperte Jurij Fjodorow im Prager Exil.

Spanien, Barcelona: Ein Flugzeug der Fluggesellschaft Ryanair fliegt.

Ryanair-Chef Michael O‘Leary lehnt Elon Musks Starlink-Technik in seinen Flugzeugen ab und nennt ihn einen "Idioten". Musk fordert die Entlassung von O’Leary und droht, Ryanair zu kaufen.

20.01.2026 | 0:23 min

Starlink im Krieg von unschätzbarem Wert

Die größeren Kommando-Posten seien natürlich mit Kabeln verbunden und so schwerer abzuhören oder in ihrer Kommunikation zu stören, aber sobald es in die kleineren Einheiten gehe, sei leicht zu bedienende Technik wie Starlink von unschätzbarem Wert. Die Ukraine beispielsweise nutzt Starlink seit Jahren und hatte damit immer einen Vorteil auf dem Schlachtfeld.

Weil Russland sich nach und nach Starlink zu eigen machte, nahm Moskau Kiew einen wichtigen Vorteil auf dem Schlachtfeld. Nicht nur in der Kommunikation, auch große Drohnen konnten so ohne Kabelverbindung leichter weit hinter die feindlichen Linien fliegen und beispielsweise die Versorgung angreifen. Doch die militärische Führung in Kiew schlug Alarm und Elon Musk reagierte. Er schaltete Starlink für die russische Armee ab. "Es gibt einige ziemlich panische Berichte von russischen Militärkorrespondenten, die behaupten, es herrsche völlige Desorganisation", so Militärexperte Fjodorow.

Es sei unmöglich, Einheiten zu kontaktieren.

Jurij Fjodorow - Militärexperte

Russischer Soldat mit Drohne

Elon Musk hat auf Bitten Kiews Maßnahmen gegen die unbefugte Nutzung seines Starlink-Systems durch Russland getroffen. Moskau hatte das System für eine Reihe von Drohnenangriffen eingesetzt.

10.02.2026 | 0:42 min

Starlink kann nur nach Registrierung genutzt werden

Um Starlink in der Ukraine und den besetzten Gebieten nutzen zu können, muss man sich auf der Starlink-Seite registrieren und dort nachweisen, dass man ukrainischer Staatsbürger ist. Andernfalls gibt das ukrainische Verteidigungsministerium kein Go zur Freischaltung an Starlink weiter.

Ukrainischen Berichten zufolge habe Russland bereits einen Work-Around gefunden und zwinge ukrainische Kriegsgefangene, sich oder ihre Familienmitglieder zu registrieren. Das wird allerdings kaum die früher zehntausenden russischen Starlink-Terminals wieder ans Netz bringen.

Wie wichtig Starlink für die russische Kriegsführung tatsächlich war, lässt sich nur schwer sagen. Doch die Reaktionen der Soldaten, Blogger und Nationalisten in Russland sprechen eine deutliche Sprache. Vor allem weil der Kreml diese Woche auch das in Russland sehr populäre Netzwerk Telegram massiv verlangsamte.

Die Jungs vergießen ihr Blut. Telegram ist die einzige Möglichkeit, mit ihren Familien und Freunden in Kontakt zu bleiben. Was macht ihr Idioten da?

Sergej Mironow - Duma-Abgeordneter

Ein Feuerwehrmann läuft vor den zerstörten Häusern in der ukrainischen Stadt Saporischschja

In Saporischschja versuchen Familien, trotz Drohnenangriffen am Alltag festzuhalten, während Soldaten die Front sichern. Das nahe AKW bleibt ein großer Streitpunkt in Friedensverhandlungen.

11.02.2026 | 6:25 min

Staatseigene Plattform "Max" soll gestärkt werden

Der Plan des Kremls bezüglich Telegram ist, die Russen auf die staatseigene Plattform "Max" zu locken. Das verschlüsselte Telegram war den Machthabern in Russland schon lange ein Dorn im Auge. Dass auch viele Soldaten an der Front damit kommunizierten, hatte man im Kreml anscheinend unterschätzt.

Dmitri Peskow meinte, er könne sich nicht vorstellen, dass an der Front mit Telegram kommuniziert werde, was direkt einen gigantischen Shitstorm bei den kämpfenden Soldaten auslöste.

Sebastian Ehm berichtet als Korrespondent über Russland, Zentralasien und den Kaukasus.

Über dieses Thema berichtete die Sendung heute in Europa am 13.02.2026 um 16 Uhr.

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