So wird auf Polymarket mit Insiderinformationen Geld gemacht

Interview

Polymarket und Insiderhandel:Politikstratege: "Jeder mit Informationen kann Geld wetten"

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Auf der Plattform Polymarket kann man mit Kriegswetten Geld verdienen. Politikstratege Julius van de Laar erklärt den Zusammenhang von politischen Ereignissen und Wetten.

USA-Experte Julius Van de Laar

USA-Experte Julius van de Laar im Interview bei ZDFheute live.

25.04.2026 | 9:59 min

Ein US-Soldat ist angeklagt, er habe unmittelbar vor der Entführung des venezolanischen Präsidenten Nicolas Maduro mit Insiderinformationen rund 400.000 Dollar auf der amerikanischen Online-Prognoseplattform Polymarket gewonnen.

Auf der Plattform können Nutzer nach dem Prinzip von Börsenkontrakten Wetten auf das Eintreten bestimmter Ereignisse abschließen. Anfang des Jahres hatten sechs Konten auf Polymarket 1,2 Millionen Dollar gewonnen, nachdem sie darauf gesetzt hatten, dass die US-Armee am 28. Februar 2026 Iran angreifen würde. An dem Unternehmen ist auch Donald Trump Junior beteiligt.

Sehen Sie das komplette Interview oben im Video und lesen Sie es nachfolgend in Auszügen.

Das sagt Politikstratege van de Laar …

… zur Funktionsweise von Polymarket


Polymarket funktioniere weniger wie ein klassischer Wettanbieter, sondern eher wie eine Börse für Zukunftsfragen.

Menschen setzen Geld auf politische Ereignisse, etwa Wahlausgänge oder internationale Konflikte.

Julius van de Laar, Politikstratege

Auf dieser Grundlage könnten auch Prognosen entstehen, die unter Umständen präziser als Umfragen sein können. Das sei der Fall, da Geld in der Regel nur eingesetzt werde, wenn es eine entsprechend hohe Zuversicht gebe, erklärt van de Laar weiter.

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… zum Zusammenhang politischer Ereignisse und Wetten

An den Wettmärkten und den klassischen Börsen sehe man viel Bewegung, wenn es um geopolitische Ereignisse gehe, so van de Laar.

Es wird plötzlich eine Wette getätigt, 15 Minuten bevor der amerikanische Präsident auf Truth Social postet und jemand dann eben auch Gewinne von mehreren hundert Millionen Dollar mitnimmt.

Julius van de Laar, Politikstratege

Julius van de Laar
Quelle: Julius van de Laar

... ist Kampagnen- und Politikberater. Er arbeitete 2012 für Obamas Wahlkampfteam in Ohio und berät NGOs, Unternehmen und politische Organisationen.


Er stellt fest: Das sei kein Einzelfall. Auch Personen aus Trumps innerem Kreis wie Verteidigungsminister Pete Hegseth nutzten Informationsvorsprünge. Kurz vor dem amerikanisch-israelischen Angriff auf Iran am 28. Februar 2026 soll er versucht haben, Aktien aus dem Verteidigungssektor zu kaufen, erzählt van de Laar.

Natürlich kann man davon ausgehen, dass die in den nächsten Wochen bei so einem massiven Konflikt in die Höhe schnellen würden.

Julius van de Laar, Politikstratege

Verbindungen zwischen Politik und wirtschaftlichen Interessen seien in Trumps Umfeld an "vielerlei Stellen" vorhanden.

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… zur Problematik von Insider-Trading

Klassisches Insider-Trading bezeichne die Nutzung von Informationen, die anderen nicht zugänglich seien, um Entwicklungen besser vorherzusagen und sich dadurch einen unfairen Vorteil zu verschaffen.

Jeder mit Informationen, vor allem aus der Administration, kann Geld wetten, ob die Straße von Hormus aufgeht oder zugeht.

Julius van de Laar, Politikstratege

Hier sei es eine Grauzone, erklärt der Experte. Die Trump-Regierung könnte Regeln und Gesetze schaffen, entscheide sich aber dagegen.

Das Interview führte ZDFheute live-Moderator Christian Hoch. Zusammengefasst hat es ZDFheute live-Redakteurin Lena Jenschar.

Über dieses Thema berichtete ZDFheute live am 25.04.2026 um 12:30 Uhr im Beitrag "So wird mit Kriegswetten Geld verdient".
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