Festsetzung von Venezuelas Ex-Präsident:Maduro nach Gefangennahme zum zweiten Mal vor US-Gericht
Venezuelas Ex-Präsident Maduro steht wieder vor Gericht. Die Verhandlung ist Teil eines Vorprozesses, in dem es auch um die Rechtmäßigkeit seiner Gefangennahme durch die USA geht.
Metropolitan Detention Center in New York
Quelle: AFPFast drei Monate nach seiner Gefangennahme durch US-Spezialkräfte wird der abgesetzte venezolanische Präsident Nicolás Maduro am Donnerstagnachmittag deutscher Zeit zum zweiten Mal vor Gericht erwartet.
Während seiner ersten Anhörung im Januar hatte sich der 63-Jährige vor dem Bundesgericht in New York zu den von den USA erhobenen Vorwürfen für "nicht schuldig" erklärt und im Gegenzug den Vereinigten Staaten vorgeworfen, ihn entführt zu haben. Der jetzige Termin ist ebenfalls Teil des Vorverfahrens vor einem eigentlichen möglichen Prozess.
Nicolás Maduro hat vor einem New Yorker Gericht seine Unschuld beteuert. Er sei ein "anständiger Mensch". Die US-Regierung wirft ihm "Drogenterrorismus" vor.
05.01.2026 | 1:48 minBei der Anhörung dürfte es heute vor allem um Formalitäten gehen. So steht beispielsweise die Frage im Raum, wer die Anwaltskosten für Maduro und seine Ehefrau bezahlt. Wenn dies die venezolanische Regierung übernehmen soll, bräuchte Maduros Anwalt Barry Pollack erst eine entsprechende Lizenz. Das verletze die Rechte seines Mandanten, hatte Pollock bereits im Vorfeld argumentiert und gefordert, die Anklage fallenzulassen.
Das werfen die USA Maduro vor
Die USA haben Maduro unter anderem wegen des Vorwurfs des "Drogenterrorismus" angeklagt. Er soll demnach sein Amt dazu genutzt haben, um den Schmuggel von Kokain in die USA zu ermöglichen. Dafür soll Maduro sich mit Drogenhändlern des "Cartel de los Soles" verbündet und selbst persönliche Vorteile daraus gezogen haben. Mitangeklagt ist seine Frau Cilia Flores. Auch sie sagte beim ersten Gerichtstermin, dass sie unschuldig sei.
US-Präsident Trump hat die Staaten Lateinamerikas zu einem härteren Vorgehen gegen Drogenkartelle aufgerufen und sicherte US-Unterstützung zu. 17 Länder gründeten daraufhin eine Militärkoalition.
08.03.2026 | 0:19 minMaduro hatte sein Land an der Spitze einer sozialistischen Regierung über Jahre autoritär geführt. In der Nacht zum 3. Januar nahmen US-Spezialkräfte ihn und seine Ehefrau in der venezolanischen Hauptstadt Caracas gefangen und brachten beide in die USA. Seither sitzt das Ehepaar in einem Gefängnis im New Yorker Stadtteil Brooklyn. Den Vorsitz des Verfahrens hat der 92 Jahre alte Richter Alvin Hellerstein übernommen.
Kritiker zweifeln Rechtmäßigkeit der Gefangennahme an
Kritiker betrachten den US-Militäreinsatz in Venezuela als Verstoß gegen das Völkerrecht. Eine zentrale Frage im Vorprozess dürfte deswegen auch sein, inwiefern die USA die Immunität von Maduro als Staatschef verletzt haben - und er eigentlich nicht hätte außer Landes geschafft und angeklagt werden dürfen.
Der UN-Sicherheitsrat hat über den US-Angriff auf Venezuela beraten. Doch wie so häufig erwies sich das oberste Organ der Vereinten Nationen als handlungsunfähig.
06.01.2026 | 1:46 minNach Auffassung der US-Regierung war Maduro allerdings nicht mehr der rechtmäßige Präsident des südamerikanischen Landes. Nach Einschätzung der venezolanischen Opposition und internationaler Beobachter verlor er die Präsidentenwahl im Juli 2024. Das regierungstreue Wahlamt erklärte ihn trotzdem zum Sieger, und er ließ sich für eine weitere Amtszeit vereidigen.
Delcy Rodriguez übernimmt in Venezuela - USA lockern Sanktionen
Nach Maduros Festnahme übernahm die bisherige Vize-Präsidentin Delcy Rodríguez die Amtsgeschäfte. Zwar wurden eine Reihe von politischen Häftlingen entlassen, einen grundsätzlichen politischen Wandel leitete die autoritäre Führung des südamerikanischen Landes aber nicht ein.
Nach der US-Militäraktion sitzt Nicolas Maduro in US-Gewahrsam. Übergangspräsidentin ist Delcy Rodriguez, seine bisherige Stellvertreterin.
04.01.2026 | 1:41 minDie USA lockerten dennoch die Sanktionen gegen Venezuela und erlaubten wieder Ölgeschäfte mit dem staatlichen Energiekonzern PdVSA. US-Präsident Donald Trump will die riesigen Ölvorkommen Venezuelas zugunsten der USA nutzen. Dazu gehört auch die Kontrolle über den Rohöl-Verkauf.
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