Kalifornien-Gouverneur kritisiert Europa:Newsom fordert Ende der Trump-Schmeichelei
Wie umgehen mit Trump? Viele Politiker haben versucht, durch Schmeichelei die Gunst des US-Präsidenten zu erlangen. "Erbärmlich" nennt das jetzt Kaliforniens Gouverneur Newsom.
US-Politiker Newsom kritisiert die europäischen Reaktionen auf Trumps Grönland-Drohungen scharf. Der Gouverneur von Kalifornien fordert mehr Haltung und betont den Ernst der Lage.
20.01.2026 | 0:56 minDer Gouverneur Kaliforniens, Gavin Newsom, hat Europas Staats- und Regierungschefs wegen der aus seiner Sicht unterwürfigen Haltung gegenüber US-Präsident Donald Trump scharf kritisiert.
"Ich kann diese Komplizenschaft nicht mehr ertragen, wie Leute klein beigeben", sagte Newsom dem britischen Sender Sky News beim Weltwirtschaftsforum in Davos im Hinblick auf europäische Politiker. Er fügte hinzu: "Ich hätte einen Haufen Knieschoner mitbringen sollen für die ganzen Staatenlenker."
Der US-Präsident eskaliert den Streit um Grönland immer weiter. Er will die Insel mit ihren wertvollen Rohstoffen um jeden Preis haben. Damit brüskiert er nicht nur die Grönländer.
21.01.2026Vorwurf an Europäer: "Erbärmlich"
Trump mit Ehrungen zu überhäufen, sei "erbärmlich", so der demokratische US-Politiker. Es sei an der Zeit, Haltung zu zeigen, forderte der Gouverneur des bevölkerungsreichsten US-Bundesstaats.
Es ist Zeit, ernst zu machen und mit der Komplizenschaft Schluss zu machen. Es ist Zeit, aufzustehen, standhaft zu sein und Rückgrat zu zeigen.
Gavin Newsom
Beim Wirtschaftsforum in Davos kritisieren EU-Spitzenpolitiker Trumps Grönland Pläne und die US-Zölle. ZDF-Korrespondent Ulf Röller berichtet.
20.01.2026 | 1:39 minRasmussen: Zukunft der Nato steht auf dem Spiel
Auch der ehemalige Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen forderte die Europäer angesichts des Konflikts um Grönland auf, eine härtere Gangart gegenüber US-Präsident Trump einzuschlagen. "Die Zeit für Schmeicheleien ist vorbei", sagte Rasmussen. Europa müsse stattdessen "Kraft, Stärke und Einheit" demonstrieren. Das sei das einzige, was Trump respektiere, argumentierte der ehemalige dänische Ministerpräsident.
Bei dem aktuellen Konflikt handele es sich "nicht nur um eine Krise für die Nato", sondern um eine Krise "für die transatlantische Gemeinschaft allgemein", sagte Rasmussen. "Die Zukunft der Nato und die Zukunft der Weltordnung stehen auf dem Spiel."
Vor einem Jahr begann die zweite Amtszeit des US-Präsidenten, mit Folgen für die Handelspolitik weltweit. Wie treffen Trumps Strafzölle deutsche Mittelständler in den USA?
20.01.2026 | 2:31 minRasmussen war von 2009 bis 2014 Nato-Generalsekretär. Er forderte seinen Nachfolger Mark Rutte und andere europäische Spitzenpolitiker auf, ihre Strategie gegenüber Trump zu ändern - kurz vor dem Auftritt des US-Präsidenten auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos.
Nach Rasmussens Ansicht kann die aktuelle Krise noch "behoben" werden und die Allianz könne dadurch gestärkt in der Arktis auftreten.
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