Seltener Pressetermin der First Lady:Wieso äußert sich Melania Trump plötzlich zu Epstein?
Ohne erkennbaren Anlass hat sich die amerikanische First Lady zum Epstein-Skandal geäußert. Ihr ungewöhnlicher Auftritt wirft Fragen auf.
Die First Lady der USA hat sich in einem seltenen Statement zu ihrer Verbindung zum Sexualstraftäter Jeffrey Epstein geäußert. Sie habe keine Verbindungen zu ihm und sprach von Lügen.
09.04.2026 | 1:00 minIn einem denkwürdigen Auftritt hat Melania Trump für eine neue Wendung im Epstein-Skandal gesorgt - und das Scheinwerferlicht auf sich und ihren Mann, den US-Präsidenten Donald Trump, gezogen. Die First Lady stritt eine Nähe zum Sexualstraftäter Jeffrey Epstein ab und drohte mit juristischen Konsequenzen, sollten Falschbehauptungen darüber verbreitet werden.
Was sie zu dem eigens anberaumten Pressetermin im Weißen Haus veranlasste, ließ sie offen - und bot damit Raum für Spekulationen. Fragen der anwesenden Journalisten waren nicht zugelassen. Ihr Mann begleitete sie nicht. Und auch in den Stunden danach äußerte sich der Präsident nicht auf der Plattform Truth Social - wo er parallel anderes postete.
Das US-Justizministerium hat weitere FBI-Dokumente der Epstein-Akten veröffentlicht. Darin enthalten sind auch Vorwürfe gegen US-Präsident Donald Trump.
06.03.2026 | 0:23 minMelania Trump dementiert Nähe zu Epstein
"Ich war nie mit Epstein befreundet", betonte die First Lady. Auch sei sie nie auf seiner Privatinsel oder in einem seiner Flugzeuge gewesen.
Donald und ich wurden von Zeit zu Zeit zu denselben Partys wie Epstein eingeladen, da sich gesellschaftliche Kreise in New York City und Palm Beach häufig überschneiden.
Melania Trump, First Lady der USA
Eine echte Beziehung zu Epstein habe es aber nicht gegeben. Trump sagte weiter, gemeinsam mit ihren Anwälten werde sie gegen falsche Behauptungen zu ihrer Person und einer Verbindung zu Epstein vorgehen.
Die Lügen, die mich mit dem schändlichen Jeffrey Epstein in Verbindung bringen, müssen heute ein Ende haben.
Melania Trump, First Lady der USA
Das Netzwerk des Sexualstraftäters Jeffrey Epstein soll bis nach Osteuropa geführt haben, wo er junge Frauen aus Modelagenturen für seine Zwecke rekrutieren ließ.
31.03.2026 | 2:33 minFirst Lady: Nur "lockere Korrespondenz" mit Ghislaine Maxwell
Sie stritt in ihrer Erklärung auch eine engere Beziehung zu Epsteins Gehilfin Ghislaine Maxwell ab. "Meine E-Mail-Antwort an Maxwell kann nicht als mehr als eine lockere Korrespondenz eingestuft werden", sagte die First Lady, ohne Details zu nennen.
Die Demokraten aus einem Kongressausschuss hatten zuvor eine Mail aus dem Jahr 2002 veröffentlicht, die sich an "G!" richtete und von "Melania" unterschrieben wurde. Darin geht es unter anderem um ein mögliches Treffen in New York und einen Artikel über "JE". Die Angaben zum Absender und Empfänger wurden geschwärzt.
Politiker, Künstler und Reiche sind verstrickt in das Missbrauchsnetzwerk von Jeffrey Epstein. Doch wie gelang dem Sexualstraftäter der Aufstieg in den Kreis der Mächtigen?
05.03.2026 | 43:41 minZeitpunkt des Auftritts wirft Fragen auf
Melania stand bisher nicht im Mittelpunkt der Epstein-Ermittlungen. Beobachtern zufolge könnte sie die Presseerklärung genutzt haben, um anstehenden Veröffentlichungen vorzugreifen. Jon Favreau, ein bekannter Podcaster aus den USA, schrieb auf der Plattform X: "Okay, wer wird nun die Melania/Epstein-Story veröffentlichen, der sie gerade zuvorkommen wollte?"
Der Auftritt gibt auch deshalb Rätsel auf, weil er nicht zur Strategie passt, die das Weiße Haus in den vergangenen Monaten zum Epstein-Skandal verfolgte. Nämlich: oftmals zu schweigen oder abzuwiegeln, wenn Fragen zu Donald Trump aufkamen. Melania Trump richtet mit ihrer Erklärung - gewollt oder ungewollt - einen Scheinwerfer auf ihren Mann.
Seit Monaten recherchiert "frontal" gemeinsam mit Partnern zu Jeffrey Epstein. Das Gesamtbild entsteht aus vielen Geschichten - etwa die der Deutschen Bank oder die eines deutschen KI-Forschers.
03.03.2026 | 8:05 minVorstoß zur Aufarbeitung im Kongress
Die First Lady sagte weiter, sie selbst sei kein Opfer von Epstein gewesen. Den Kongress forderte sie auf, Opfer des Sexualstraftäters unter Eid aussagen zu lassen.
Jede einzelne Frau sollte auf Wunsch die Gelegenheit bekommen, ihre Geschichte öffentlich zu erzählen.
Melania Trump, First Lady der USA
Zuspruch erhielt sie ausgerechnet vom demokratischen Abgeordneten Robert Garcia. Er forderte den zuständigen Ausschussvorsitzenden, Republikaner James Comer, auf, eine öffentliche Anhörung anzusetzen.
Das Zurückhalten von Dokumenten wäre ein schwerer Verstoß gegen das verabschiedete Gesetz, das das Justizministerium alle Dokumente veröffentlichen muss, sagt US-Korrespondent Elmar Theveßen.
25.02.2026 | 14:07 minDer republikanische Abgeordnete Thomas Massie, der die Initiative zur Veröffentlichung der Epstein-Ermittlungsakten mit angestoßen hatte, stellte sich dem entgegen. Die Opfer hätten bereits die Chance zur Aussage gehabt, doch das US-Justizministerium sei untätig geblieben. Er forderte strafrechtliche Ermittlungen.
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