Children's Climate Risk Report:Unicef: Klimakrise bedroht fast jedes Kind
Nahezu jedes Kind weltweit ist dem UN-Kinderhilfswerk Unicef zufolge mindestens einer Klimagefahr ausgesetzt - fast die Hälfte sogar mindestens drei Klimagefahren gleichzeitig.
Nahezu jedes Kind der Welt ist mindestens einer Klimagefahr ausgesetzt - das geht aus dem Unicef-Bericht zu Kinder-Klimarisiken hervor. Zu den Klimagefahren zählen etwa Dürren und extreme Hitze.
16.06.2026 | 0:22 minFast die Hälfte aller Kinder weltweit - rund 1,1 Milliarden - ist einem Unicef-Bericht zufolge mindestens drei Klimagefahren gleichzeitig ausgesetzt. Dürren, extreme Hitze über 35 Grad und Hitzewellen sind demnach die häufigste Kombination von Klimagefahren.
Das geht aus dem vom Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen veröffentlichten Kinder-Klimarisiken-Bericht 2026 hervor. Nahezu jedes Kind der Welt sei mindestens einer Klimagefahr ausgesetzt, heißt es dort.
Eine extreme Hitzewelle trifft derzeit Nordindien. In Neu-Delhi wurden 45 Grad gemessen, in Banda sogar 48. Die Behörden raten den Menschen, während der heißesten Stunden drinnen zu bleiben.
21.05.2026 | 0:55 minKinder besonders von Klimakrise betroffen
Kinder leiden demnach stärker unter den Folgen des Klimawandels als Erwachsene. Sie sind körperlich empfindlicher und anfälliger für Krankheiten, da sich ihre Körper schneller erhitzen und sie weniger effizient schwitzen. Sie atmen doppelt so schnell wie Erwachsene und inhalieren dadurch mehr Schadstoffe.
Außerdem benötigen sie mehr Nahrung und Wasser pro Kilogramm Körpergewicht, und ihre Überlebenschancen bei extremen Wetterereignissen sind geringer.
Der Europäische Klimazustandsbericht zeigt, dass sich seit 1980 Europa deutlich schneller erhitzt als der globale Durchschnitt. Rekordhitze, Waldbrände und Dürren sind die Folgen.
29.04.2026 | 1:37 minAcht Klimagefahren für Kinder
Der nun veröffentlichte Bericht untersucht die Verletzlichkeit von Kindern gegenüber acht Klimagefahren: Dürren, extreme Hitze, Brände, Hitzewellen, Küstenüberschwemmungen, Flussüberschwemmungen, Sand- und Staubstürme sowie Tropenstürme.
Ein Klimarisiko-Atlas mit hochauflösenden Daten stellt dar, wo auf der Welt welche Klimarisiken wie intensiv auftreten. Das könne Regierungen und anderen Entscheidungsträgern helfen, besser zu planen und effektiver in Versorgungsstrukturen zu investieren, sagte Unicef-Direktorin Catherine Russell.
Alle zwei bis sieben Jahre tritt im Pazifik das Klimaphänomen El Niño auf – mit teils verheerenden Folgen. Was genau dabei passiert, erklärt ZDF-Meteorologe Özden Terli.
06.05.2026 | 1:06 minIn vielen Regionen überlagern sich mehrere Klimakrisen
Der Atlas macht den Angaben zufolge deutlich, dass sich Klimarisiken in vielen Regionen überlagern und gegenseitig verstärken. Am häufigsten treten Dürren, extreme Hitze und Hitzewellen gemeinsam auf. Fast 300 Millionen Kinder leben in Risikogebieten für diese drei Gefahren.
Mit der zweithäufigsten Kombination von Dürren, extremer Hitze und tropischen Stürmen sind weltweit mehr als 115 Millionen Kinder konfrontiert. Eine der am stärksten betroffenen Regionen ist dem Bericht zufolge die Sahel-Region in Afrika.
Hier sind mehr als vier Millionen Kinder gleichzeitig den Gefahren von Hitzewellen, extremer Hitze sowie Sand- und Staubstürmen ausgesetzt. Ebenfalls stark betroffen sind die asiatischen Länder Bangladesch, Myanmar und Pakistan.
Neue Daten der Weltwetterorganisation zeigen steigende Temperaturen und stark erwärmte Ozeane. Der Bericht warnt vor wachsendem Ungleichgewicht im Klimasystem.
23.03.2026 | 1:32 minAuch Kinder in Deutschland betroffen
In Deutschland haben Kinder eine im globalen Vergleich sehr gute Grundversorgung, etwa in den Bereichen Gesundheit, Zugang zu Wasser und sozialer Absicherung.
Dennoch erleben nach Unicef-Erkenntnissen in Deutschland 97,5 Prozent der Kinder mindestens eine Klimaauswirkung und 66,5 Prozent mindestens zwei gleichzeitig. Hitzewellen und Dürren seien die dominierenden Klimaereignisse, so Unicef. Die Kombination aus beiden betreffe 8,3 Millionen Kinder in Deutschland.
"Kinder und Jugendliche sind am wenigsten für den Klimawandel verantwortlich, doch die Auswirkungen treffen ihre Generation und die folgenden besonders hart", sagte der Geschäftsführer von Unicef Deutschland, Christian Schneider. "Auch Deutschland muss seinen Beitrag leisten - beim Klimaschutz ebenso wie bei der Unterstützung besonders betroffener Länder."
Mehr zum Thema Klimakrise
- Analyse
Polarforschung:Studie: Immer mehr Eisberge in der Arktis
von Katharina Weisgerber und Alina van Wezelmit Video1:18 UN-Klimaverhandlungen in Bonn:Teure Energie: Momentum für die Klimapolitik?
Elisa Miebach, Bonnmit Video43:492025 könnte noch Rekordjahr werden:Mehr Zecken durch Klimawandel - mehr FSME-Fälle
mit Video0:36