Nach Drohungen von US-Präsident Trump:Iran und USA: Offenbar neue Atomgespräche geplant
Im Konflikt zwischen den USA und Iran wollen Regierungsvertreter beider Länder einem iranischen Bericht zufolge neue Verhandlungen aufnehmen. Im Zentrum steht Irans Atomprogramm.
Mit verstärkter Marinepräsenz im Nahen Osten will Trump die Führung in Teheran an den Verhandlungstisch zwingen. Im Fokus ist vor allem das iranische Atomprogramm und die Entwicklung ballistischer Raketen.
02.02.2026 | 2:22 minIm Konflikt zwischen den USA und Iran scheint eine baldige Aufnahme von Atomgesprächen näher zu rücken: Irans Präsident Massud Peseschkian ordnete am Montag die Aufnahme von Gesprächen über das iranische Atomprogramm mit den USA an, wie die iranische Nachrichtenagentur Fars berichtete.
US-Präsident Donald Trump hatte sich zuletzt zuversichtlich geäußert, dass ein "Deal" mit Teheran zustande komme. Unterdessen bestellte Teheran wegen der Einstufung der Iranischen Revolutionsgarden als Terrororganisation durch die Europäische Union Botschaftsvertreter von EU-Mitgliedstaaten ein.
Treffen zwischen iranischem Außenminister und US-Sondergesandten im Gespräch
"Iran und die USA werden Diskussionen über die Atomfrage führen", meldete die Agentur Fars, ohne ein Datum der Gespräche zu nennen. In den kommenden Tagen sei ein Treffen voraussichtlich zwischen Außenminister Abbas Araghtschi und dem US-Sondergesandten Steve Witkoff geplant, berichtete die Nachrichtenagentur Tasnim, die den mächtigen Revolutionsgarden im Iran nahesteht. Eine Bestätigung aus den USA stand zunächst aus.
"Straßenproteste allein können dem Regime nicht gefährlich werden", so ZDF-Korrespondentin Phoebe Gaa zur Lage im Iran. "Gefährlicher aus Sicht des Regimes sind die außenpolitischen Entwicklungen."
02.02.2026 | 2:47 minTrump drohte Iran mehrfach mit Militärschlägen
Die Sorgen vor einem neuen Krieg waren zuletzt wieder gewachsen. US-Präsident Trump hat der Staatsführung in Teheran mehrfach mit Militärschlägen gedroht, auch wegen des brutalen Vorgehens staatlicher Repressionskräfte gegen Demonstranten bei den jüngsten Massenprotesten.
Dabei sollen Tausende, wenn nicht sogar Zehntausende Menschen getötet worden sein. Das US-Militär hat seine Präsenz in der Region seit Anfang Januar deutlich ausgebaut, etwa mit dem Flugzeugträger "USS Abraham Lincoln" und dessen Begleitschiffen.
Iran stuft die Bundeswehr als Terrororganisation ein und warnt im Fall eines US-Angriffs vor einer regionalen Eskalation. Zugleich laufen offenbar Gespräche mit den USA.
01.02.2026 | 2:30 minIranisches Atomprogramm weiter im Fokus
Bereits im vergangenen Jahr hatten Washington und Teheran über Irans umstrittenes Atomprogramm verhandelt, die Gespräche waren jedoch bei zentralen Fragen ins Stocken geraten. So fordern die USA etwa, dass Irans Führung ihre Urananreicherung vollständig einstellt. Teheran ist zur Begrenzung seines Atomprogramms bereit, betrachtet die Maximalforderung jedoch als rote Linie.
Nur einen Tag vor Beginn der geplanten sechsten Verhandlungsrunde im Juni 2025 griff Israel Iran an. Die Streitkräfte der Islamischen Republik reagierten mit Raketenbeschuss.
Knapp eine Woche später schloss sich das US-Militär dem Krieg an und bombardierte zentrale Atomanlagen. Trump sagte damals, Irans Nukleareinrichtungen seien komplett vernichtet worden.
Während die USA Druck auf den Iran ausüben, zeigen Berichte das brutale Vorgehen der Revolutionsgarden. Offiziell werden 3.000 Tote genannt, Menschenrechtler befürchten über 25.000.
30.01.2026 | 1:40 minSchwere Wirtschaftskrise in Iran
Weitere Streitpunkte sind Irans Raketenprogramm, die Unterstützung militanter Gruppen in Nahost sowie der Verbleib von 400 Kilogramm hochangereichertem Uran. Irans Regierung hatte vor Gesprächen betont, zunächst nur über das Atomprogramm verhandeln zu wollen.
Irans Regierung erhofft sich von Verhandlungen eine Aufhebung der harten internationalen Sanktionen und wirtschaftlichen Aufschwung. Ausgelöst wurden die jüngsten Demonstrationen Ende Dezember durch die schwere Wirtschaftskrise, ehe sich die Proteste zu einem politischen Aufstand ausweiteten.
Nach der sich zuspitzenden Lage zwischen Iran und USA fordert Roderich Kiesewetter, CDU, "verschärfte Sanktionen" gegen den Iran und ein "konsequentes Vorgehen" gegen Mitglieder der Revolutionsgarden in Europa.
02.02.2026 | 5:23 minTrump hatte den Demonstranten auf dem Höhepunkt der Proteste seine Unterstützung zugesagt. Mitte Januar sprach sich der Republikaner für einen Machtwechsel in der Islamischen Republik aus. Dass er nun einen Deal mit der Staatsführung erwägt, sehen viele Iranerinnen und Iraner kritisch.
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