Nach Massenprotesten gegen Regime:Irans Außenminister: Keine Hinrichtungen geplant
Nach Drohungen von US-Präsident Trump hat Irans Außenminister bekannt gegeben, dass es wegen der Massenproteste im Land keine Hinrichtungen geben soll.
In Iran gehen die Menschen seit Wochen auf die Straße. Erst gegen die hohen Preise, weiteten sich die Demonstrationen zu Protesten gegen das Regime aus. Und das schlägt mit aller Härte zurück.
14.01.2026 | 6:40 minIran plant nach Angaben von Außenminister Abbas Araghtschi infolge der Massenproteste im Land keine Hinrichtungen. Es gebe überhaupt keinen Plan, Menschen zu erhängen, sagte Araghtschi in einem Interview des US-Senders Fox News. In der Islamischen Republik Iran werden Todesurteile in der Regel durch Hinrichtungen am Galgen vollstreckt.
US-Präsident Donald Trump hatte Iran zuvor für den Fall, dass festgenommene Demonstranten hingerichtet werden, mit einer entschlossenen Reaktion gedroht. "Wir werden sehr hart reagieren", sagte er am Dienstag dem Sender CBS News.
Hinrichtung Soltanis offenbar ausgesetzt
Für Mittwoch war die Hinrichtung des bei der jüngsten Protestwelle in Iran festgenommenen Demonstranten Erfan Soltani geplant gewesen. Sie soll laut der Menschenrechtsgruppe Hengaw unter Berufung auf Verwandte Soltanis nun ausgesetzt worden sein.
Die Lage in Iran bleibt schwer fassbar. Das Regime organisiert Pro-Regierungs-Demonstrationen und droht Verhafteten mit öffentlichen Prozessen und Hinrichtungen.
14.01.2026 | 2:46 minTrump: Keine Pläne für Hinrichtungen in Iran
US-Präsident Donald Trump erklärte, er sei über ein Ende der "Tötungen" in Iran informiert worden.
Sie haben aufgehört, und es gibt keine Pläne für Hinrichtungen.
Donald Trump, US-Präsident
Er habe aus "zuverlässiger Quelle" erfahren, dass die Tötungen nachließen, sagte Trump bei einer Veranstaltung im Weißen Haus vor Journalisten. Weitere Angaben machte er zunächst nicht.
Trump bekräftigt seine Absichten, den iranischen Demonstranten beim Kampf gegen das repressive Regime zu helfen. Wie diese Hilfe aussehen soll, bleibt aber bisher unklar.
14.01.2026 | 1:30 minVermutlich tausende Todesopfer bei Massenprotesten
Der iranische Außenminister erneuerte bei Fox News seinen Vorwurf, dass ausländische "terroristische Elemente" für die Eskalation bei den Protesten verantwortlich seien. Er erhob auch den Vorwurf, dass gezielt Menschen getötet worden seien, um Trump in den Konflikt hineinzuziehen. Araghtschi sprach von einem angeblichen israelischen Plan. Er legte in der Sendung keinerlei Belege für diese Behauptung vor.
Araghtschi sagte, es gebe Hunderte Todesopfer. Genaue Zahlen wolle man bald veröffentlichen. Dem widersprechen Informationen von Aktivisten. Seit Ende Dezember wurden bei Protesten nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Iran Human Rights mit Sitz in Oslo mindestens 3.428 Demonstranten getötet.
Trump drohte wiederholt mit Intervention in Iran
Angesichts der massiven Proteste gegen die Führung der islamischen Republik und deren brutaler Niederschlagung durch die Sicherheitskräfte hatte Trump in den vergangenen Tagen Teheran mehrfach mit einem Eingreifen gedroht. Am Dienstag schrieb er in seinem Onlinedienst Truth Social in Richtung der Demonstranten im Iran, Hilfe sei "unterwegs".
Am Mittwoch verschärften mehrere Staaten ihre Sicherheitshinweise für Staatsbürger in der Region. Italien und Polen forderten ihre Bürger auf, den Iran zu verlassen. Die USA wiesen einen Teil der Mitarbeiter an ihrem Luftwaffenstützpunkt in Katar an, diesen zu verlassen und forderten Staatsbürger auf, den Iran zu verlassen.
Iran sperrt Luftraum für die meisten Flüge
Das Auswärtige Amt verwies in seinen Reisehinweisen für Katar und Saudi-Arabien auf eine "äußerst volatile Sicherheitslage in der gesamten Region". Nach Angaben der Plattform Flightradar24 sperrte der Iran in der Nacht seinen Luftraum für alle Flüge mit Ausnahme von internationalen Flügen von und nach Iran mit Genehmigung. Die Lufthansa meidet nach eigenen Angaben "bis auf Weiteres" den Luftraum über dem Iran und dem Nachbarland Irak.
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