Iran: Hoffnung auf Kriegsende - Bundeswehr nach Hormus?

Signale von Trump:Iran: Hoffnung auf Kriegsende - Bundeswehr nach Hormus?

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Donald Trump nährt die Hoffnung auf ein Ende des Iran-Kriegs und baldige Verhandlungen. Unter diesen Vorzeichen berät Kanzler Merz in Paris über eine Beteiligung der Bundeswehr.

Koalition der Willigen

Die Bundesregierung hat signalisiert, die Bundesmarine an einer Sicherungsmission für die Straße von Hormus zu beteiligen. Das setze allerdings einen Waffenstillstand voraus.

17.04.2026 | 2:26 min

US-Präsident Donald Trump zeigt sich zuversichtlich über eine Einigung im Iran-Krieg. "Wir sind sehr nahe dran an einem Abkommen", sagte er Reportern vor dem Weißen Haus. Trump ergänzte, dass es eine zweite Gesprächsrunde zwischen den USA und Iran "vielleicht" an diesem Wochenende geben werde - eine Woche, nachdem eine erste Verhandlungsrunde in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad zu keiner Einigung über ein dauerhaftes Ende des Krieges geführt hatte.

Sollte es nötig sein, werde er die noch bis Mittwoch dauernde Waffenruhe verlängern, sagte Trump. Bei einer Einigung erwägt er, persönlich zur Vertragsunterzeichnung nach Islamabad zu reisen.

Bundeswehr zur Straße von Hormus?

Unter dem starken wirtschaftlichen Druck durch die Blockade der Straße von Hormus beraten zudem die westlichen Partner in Paris über eine mögliche Militärmission nach dem Iran-Krieg. Das Ziel der von Frankreich und Großbritannien initiierten Konferenz mit Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) ist die Erarbeitung eines "multinationalen Plans" zur Sicherung der Meerenge. Merz will ein konkretes Angebot für eine Beteiligung der Bundeswehr machen.

Auch seine Koalitionspartner von den Sozialdemokraten zeigen sich offen für einen möglichen Einsatz. Dabei hat SPD-Außenexperte Adis Ahmetovic klare Voraussetzungen, unter denen seine Fraktion einer Entsendung deutscher Soldaten in die Straße von Hormus zustimmen würde.

Adis Ahmetovic  SPD | außenpolitischer Sprecher Bundestagsfraktion

"Europa ist bereit für seine Werte und Interessen einzustehen. Die Straße von Hormus ist für uns sehr zentral", sagt Adis Ahmetovic, außenpolitischer Sprecher SPD, zur Waffenruhe im Libanon.

17.04.2026 | 5:39 min

SPD offen für Bundeswehr-Einsatz - auf Grundlage des Völkerrechts

Es brauche unter anderem "einen stabilen verlässlichen Waffenstillstand" in der Region und ein "internationales Dach" für den Einsatz, sagte der außenpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion im ZDF-Morgenmagazin. Dazu komme ein Bundestagsmandat für den entsprechenden Bundeswehreinsatz - und dieses müsse auf der Grundlage des Völkerrechtes erfolgen.

Wir sind aber nicht bereit, unsere Soldaten und Soldatinnen in ein Himmelfahrtskommando zu schicken. Deshalb müssen die Bedingungen stimmen für solch einen Einsatz.

Adis Ahmetovic, außenpolitischer Sprecher SPD-Bundestagsfraktion

"Das ist nicht unser Krieg, die Folgen sind es aber schon", ergänzte Ahmetovic mit Blick etwa auf steigende Energiepreise. Im Hintergrund gebe es bereits diplomatische Kontakte zu Golfstaaten, arabischen Ländern sowie asiatischen Partnern wie Südkorea und Japan. In einem zweiten Schritt sei es aber nötig, dass die USA bei der Mission "dabei sind".

Das US-Militär blockierte derweil weiter die Straße von Hormus für iranische Tanker und Handelsschiffe, die iranische Häfen anlaufen oder verlassen. Irans Marine hatte die für den globalen Öl- und Gasmarkt wichtige Meerenge durch Drohungen und Beschuss von Tankern und Frachtschiffen faktisch unpassierbar gemacht, was die Energiepreise stark in die Höhe trieb. Die Führung in Teheran hatte vorgeschlagen, für eine sichere Durchfahrt Gebühren für Schiffe zu erheben.

Der iranische Außenminister Abbas Araghchi (rechts) begrüßt den pakistanischen Armeechef Asim Munir am Mittwoch, den 15. April 2026, in Teheran.

Die US-Regierung zieht weitere Gespräche mit Teheran offenbar in Betracht - demnach möglicherweise wieder in Pakistans Hauptstadt. Pakistan setzte unterdessen seine Vermittlungsbemühungen fort.

16.04.2026 | 0:24 min

US-Verteidigungsminister mit Drohungen in Richtung Iran

Die USA halten sich nach den Worten von Verteidigungsminister Pete Hegseth alle Optionen offen. Iran werde genauestens überwacht, welche Waffen das Land momentan wo in Stellung bringe, sagte er.

Die Drohung Teherans, Schiffe in der Straße von Hormus zu beschießen, sei keine - von Iran so dargestellte - "Kontrolle", vielmehr handle es sich um einen Akt von "Piraterie" und "Terrorismus", sagte Hegseth. Die USA seien auf Knopfdruck zur Wiederaufnahme der Angriffe bereit. Die iranische Führung solle "weise entscheiden", warnte Hegseth.

SGS Sievers Schmiese

Der Kanzler macht ein Angebot zur Sicherung der Straße von Hormus – doch nur unter bestimmten Bedingungen, so Wulf Schmiese: Davor müsste es ein Ende der Kampfhandlung geben.

16.04.2026 | 2:10 min

Pakistan weiter auf Verhandlungskurs

Der pakistanische Premierminister Shehbaz Sharif ist derweil von Saudi-Arabien nach Katar geflogen, um eine Lösung im Iran-Krieg zu sondieren. Pakistan selbst habe "offene Gesprächskanäle mit den betroffenen Parteien aufrechterhalten", sagte ein Sprecher des Außenministeriums. Spekulationen über schnelle weitere Verhandlungen zwischen Iran und den USA bestätigte er nicht.

Unterdessen traf Pakistans Armeechef, Feldmarschall Asim Munir, in Teheran ein. Er gilt als zentraler, ungewählter Entscheider in Pakistan und als harter Verhandler.

Quelle: dpa, AFP
Über dieses Thema berichtete das ZDF-Morgenmagazin am 17.04.2026 ab 05:30 Uhr.   

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