Ex-Mitarbeitervon Trump bei "illner":Scaramucci: Trump erfüllt Putins Wünsche
von Torben Schröder
Trumps früherer Kommunikationschef Scaramucci sieht den US-Präsidenten als Erfüllungsgehilfen seines russischen Amtskollegen. CDU-Politiker Laschet fordert eine Stärkung Europas.
Sehen Sie hier die Sendung "maybrit illner" vom 22. Oktober 2026 in voller Länge.
22.10.2026 | 63:42 minGroße Befürchtungen sind derzeit mit einem möglichen Dreier-Gipfel von Xi Jinping, Donald Trump und Wladimir Putin verknüpft. Doch ein solches Treffen müsse nicht per se etwas Schlechtes sein, sagt Armin Laschet (CDU) in der ZDF-Sendung "maybrit illner". Gut wäre, so Laschet, wenn China, die USA und Russland wieder über nukleare Abrüstung reden.
Nicht gut wäre, "wenn sie die Welt untereinander aufteilen, wenn sie über die Ukraine über die Köpfe der Ukrainer hinweg Entscheidungen fällen", sagt Laschet: "Aber egal, ob wir es gut oder schlecht finden, sie werden es eh machen." Deshalb müsse Europa stärker werden.
Aus wirtschaftlichem Interesse setze Trump auf Gespräche mit Putin. Zugleich werde die Ukraine-Frage zunehmend als europäisches Problem gesehen, so ZDF-Korrespondent Armin Coerper.
23.09.2026 | 2:20 minUSA wollen wirtschaftliche Beziehungen zu Russland zu normalisieren
Dass man sich die USA überhaupt in einer Achse mit Russland und China vorstellen kann, hat entscheidend mit ihrem Präsidenten zu tun.
Ich glaube, dass Donald Trump innerlich schon immer an der Seite von Wladimir Putin war.
Frederik Pleitgen, Journalist
Er sei dem russischen Präsidenten eher zugeneigt als jedem Staats- und Regierungschef in Europa und auch eher als Wolodymyr Selenskyj, den Trump als Bittsteller ansehe. Die USA haben laut Pleitgen ein großes Interesse daran, den Krieg zu beenden und die wirtschaftlichen Beziehungen zu Russland zu normalisieren.
"Ich denke, er ist kompromittiert worden von Wladimir Putin", sagt der US-Unternehmer Anthony Scaramucci, der für zehn Tage Kommunikationsdirektor während Trumps erster Amtszeit war und heute entschiedener Gegner des US-Präsidenten ist. Es gebe eine lange Liste von Wünschen Putins, die Trump schon erfüllt habe.
Trump versuche alles, um Unterstützung vor den Midterms zu gewinnen, so der frühere Russland-Botschafter von Fritsch. Er komme Putin entgegen, lockere Sanktionen und setze Kiew unter Druck.
21.10.2026 | 17:43 minTrump und die Midterms
"Viel, was zurzeit aus dem Weißen Haus kommt, ist Wahlkampfkalkül", sagt die Wirtschaftswissenschaftlerin Stormy-Annika Mildner. Trump habe seine beiden großen Versprechen gebrochen. Die Preise für Lebensmittel und Energie seien nach oben geschossen, statt zu sinken, was den Diesel-Deal mit Putin erkläre. Den Krieg in der Ukraine zu beenden, sei auch nicht gelungen, was Trump Selenskyj anlasten wolle.
Und das, sagt der Komiker und Amerikanist Michael Mittermeier, sei "Wahlkampf auf schäbigste Weise".
Das amerikanische Zweiparteiensystem ist mittlerweile komplett überholt.
Michael Mittermeier, Amerikanist
Er geht genauso wie Pleitgen davon aus, dass beiden großen Parteien ob ihrer Heterogenität die Spaltung droht.
Zwei Wochen sind es noch bis zu den wichtigen Zwischenwahlen in den USA. Entscheidend für die weitere Amtszeit von US-Präsident Trump wird dabei vor allem die Neuwahl des Repräsentantenhauses.
20.10.2026 | 1:39 minLaschet: Ärger über Trump lohnt nicht
Es helfe nichts, über Trump und seine Handlungen zu schimpfen, sagt Laschet. Der US-Präsident werde noch zwei Jahre da sein und die prägende Figur in den Verhandlungen über den Krieg in der Ukraine bleiben.
Mit dieser Realität muss man umgehen und alles tun, um europäische Positionen mit einzugeben in diesen Prozess, der jetzt an Dynamik zunimmt.
Armin Laschet, CDU-Politiker
Die Politik Trumps werde nach den Zwischenwahlen keine andere sein. "Angesichts dieser amerikanischen Entwicklung müssen wir Europäer jetzt selbst auch ausstrahlen: Wir wollen auch diesen Krieg durch Diplomatie beenden", sagt Laschet. Europa müsse sich auf eigene Beine stellen und eigene Ideen entwickeln. Mittermeier pflichtet bei:
Mit Putin gibt es keinen Frieden. Das wissen wir, das hat er bewiesen.
Armin Laschet, CDU-Politiker
Europa müsse ein starkes Gegengewicht zu Trump anbieten.
Trumps Unterhändler Witkoff hat den russischen Präsidenten getroffen. Weitere Gespräche sollen folgen. Was lässt sich so erreichen und was bedeuten sie für die Ukraine? ZDFheute live analysiert.
21.10.2026 | 31:57 minScaramucci: Auf den Wohlstand der unteren Klassen achten
Wie in den USA gibt es laut Laschet auch hierzulande eine gesellschaftliche und mediale Polarisierung, Druck durch den Angriffskrieg Russlands sowie "im Inneren Kräfte, die das, was der Bestand unserer Republik war, in Frage stellen". Es gelte, die Mitte wieder zu stärken, was aber nur mit wirtschaftlichem Erfolg gelinge. Zudem brauche es mehr europäische Souveränität.
Um Entwicklungen wie in den USA zu verhindern, rät Scaramucci, auf den Wohlstand der unteren Klassen zu achten:
Wir müssen den Menschen die Hoffnung zurückgeben, dass sie in ihrem Leben etwas erreichen können.
Anthony Scaramucci, US-Unternehmer
Sonst drohten radikale Parteien, die sich gegen das Establishment positionieren, zu erstarken.
Lebensmittel, Miete, Krankenversicherung: Hohe Kosten belasten viele Bürger in den USA. Vor den Kongresswahlen im November sind die Preise zum Wahlthema geworden.
22.10.2026 | 1:37 minMehr zu Trump und Putin
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