Don Lemon hatte Pastor interviewt:Ex-CNN-Moderator nach Bericht über ICE-Protest festgenommen
In den USA wurde der ehemalige CNN-Moderator Don Lemon festgenommen. Er hatte zuvor über eine Protestaktion gegen die Einwanderungsbehörde ICE in einer Kirche berichtet.
Der ehemalige CNN-Moderator Don Lemon wurde festgenommen. Hintergrund ist ein etwa zwei Wochen zurückliegender Protest gegen die US-Einwanderungsbehörde in einer Kirche in St. Paul.
30.01.2026 | 0:57 minDer frühere CNN-Moderator Don Lemon ist nach einem Bericht über eine Protestaktion gegen die US-Einwanderungsbehörde ICE festgenommen worden. Lemons Anwalt Abbe Lowell warf der Regierung unter Präsident Donald Trump einen "beispiellosen Angriff" auf die Pressefreiheit vor.
US-Justizministerin Pam Bondi erklärte dagegen, Lemon sowie drei zuvor festgenommene Aktivisten hätten einen "koordinierten Angriff" auf eine Kirche im Bundesstaat Minnesota verübt. Wie die Nachrichtenagentur AP erfuhr, wird gegen sie ein Strafverfahren wegen Verstößen gegen Bürgerrechte eingeleitet. Konkret wird ihnen Verschwörung und eine Verletzung des im Ersten Verfassungszusatz garantierten Rechts auf freie Religionsausübung durch Gläubige vorgeworfen.
Aktivisten demonstrierten in Kirche - CNN-Moderator berichtet
Die Aktivisten hatten Mitte Januar einen Gottesdienst in einer Kirche in St. Paul, der Hauptstadt von Minnesota, gestört, weil sie dort den stellvertretenden Leiter des örtlichen ICE-Büros vermuteten. Videos zeigen, wie Demonstranten in der Kirche "ICE raus!" rufen.
Nach tödlichen Schüssen von ICE in Minneapolis signalisiert Präsident Trump ein Einlenken. Wie geht es jetzt weiter? Und was darf ICE rechtlich überhaupt? ZDFheute live analysiert.
27.01.2026 | 28:41 minBondi hatte nach dem Vorfall erklärt: "Wir tolerieren keine Angriffe auf Gotteshäuser." Evangelikale Podcaster und Unterstützer von Präsident Trump forderten überdies die Festnahme Lemons, weil er über die Protestaktion berichtet hatte.
Lemon fragte den Pastor der betroffenen Kirche in einem Interview, ob der Protest nicht durch die Meinungsfreiheit gedeckt sei, die im ersten Zusatzartikel der US-Verfassung festgeschrieben ist. Der Geistliche verurteilte die Aktion in seinem Gotteshaus dagegen als "schändlich".
Lemon sorgte für Kritik bei Konservativen
CNN hatte sich im April 2023 von dem Morgenmagazin-Moderator Lemon getrennt, nachdem dieser mit Äußerungen über die republikanische Präsidentschaftsbewerberin Nikki Haley scharfe Kritik im konservativen Lager hervorgerufen hatte.
Die US-Rocklegende Bruce Springsteen widmet den Bürgern von Minneapolis eine Protesthymne. Er ruft zum Widerstand gegen die US-Einwanderungsbehörde ICE auf.
29.01.2026 | 0:51 minTrump steht ebenfalls auf Kriegsfuß mit Lemon. Er hatte den Moderator während seiner ersten Amtszeit 2018 einmal als "dümmsten Mann im Fernsehen" geschmäht. Anlass war ein Interview von Lemon mit Basketball-Superstar LeBron James, der Trump vorwarf, Rassismus in den USA zu befördern. LeBron James wie Lemon sind Afro-Amerikaner.
Lemon selbst hatte bereits betont, dass er lediglich in seiner Funktion als Reporter während der Protestaktion in der Kirche in St. Paul gewesen sei, nicht als Aktivist. "Don ist seit 30 Jahren Journalist, und seine von der Verfassung geschützte Arbeit in Minneapolis unterschied sich in keiner Weise von dem, was er immer getan hat", erklärte sein Anwalt Abbe Lowell. "Der Erste Verfassungszusatz existiert, um Journalisten zu schützen, deren Aufgabe es ist, die Wahrheit ans Licht zu bringen und die Mächtigen zur Rechenschaft zu ziehen."
Nach zuletzt zwei Toten wächst der Druck auf die Einwanderungsbehörde ICE immer weiter, auch auf Seiten der Republikaner. Landesweit finden Proteste gegen das Vorgehen der Behörde statt.
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