USA und Dänemark weiter uneinig:Bundeswehr entsendet Erkundungsteam nach Grönland
Das Treffen zur Grönland-Frage in den USA hat laut dem dänischen Außenminister keine Fortschritte gebracht. Die Bundeswehr will derweil ein Erkundungsteam nach Grönland entsenden.
Die Außenminister Grönlands und Dänemarks sind für Gespräche mit US-Vize Vance und Außenminister Rubio in Washington. Es geht um Ansprüche der USA auf die Kontrolle über Grönland.
14.01.2026 | 2:32 minVor dem Hintergrund der US-Ansprüche auf Grönland entsenden die Nato-Staaten Deutschland, Schweden und Norwegen Militärpersonal auf die Insel. "Deutschland wird morgen ein gutes Dutzend Soldaten als Erkunder nach Grönland schicken", sagte ein Regierungssprecher der Nachrichtenagentur Reuters am Mittwochabend.
Die Entsendung erfolge auf Einladung Dänemarks und habe zum Ziel, gemeinsam mit Vertretern weiterer Nato-Partner "Rahmenbedingungen für mögliche militärische Beiträge zur Unterstützung Dänemarks bei der Gewährleistung der Sicherheit in der Region zu erkunden", erklärte das Bundesverteidigungsministerium. Ein Transportflugzeug werde am Donnerstagmorgen 13 Bundeswehrangehörige in die grönländische Hauptstadt Nuuk bringen.
Vor dem Hintergrund der von den USA erhobenen Ansprüche auf Grönland entsendet Deutschland ein Erkundungsteam der Bundeswehr auf die Insel. ZDF-Reporterin Diana Zimmermann berichtet.
14.01.2026 | 2:25 minWadephul deutete Grönland-Präsenz bereits an
Am Dienstag hatte Außenminister Johann Wadephul (CDU) im ZDF bereits angedeutet, dass eine Präsenz der Bundeswehr auf Grönland denkbar wäre: "Was wir militärisch ganz genau machen, das müssen wir erst einmal beraten", hatte er aber auch betont. Es gehe jetzt darum, in "verschiedenen Dimensionen" eine "neue Präsenz zu zeigen".
Das fängt im Wasser an. Aber dazu gehören selbstverständlich auch Stationen an Land auf Grönland möglicherweise dazu und natürlich auch Aktivitäten in der Luft.
Johann Wadephul (CDU), deutscher Außenminister
Keine Einigung bei Treffen zwischen Dänemark und USA
Nach dem Krisengespräch zwischen den USA, Dänemark und Grönland gibt es derweil keine Lösung in dem Konflikt um die Arktisinsel. Zwischen den Parteien bestehe eine "fundamentale Meinungsverschiedenheit", sagte der dänische Außenminister Lars Løkke Rasmussen nach dem Treffen mit US-Außenminister Marco Rubio und US-Vizepräsident JD Vance, an dem auch die für die grönländische Außenpolitik zuständige Ministerin Vivian Motzfeldt teilnahm.
Die USA erheben weiter Anspruch auf Grönland. Ein Treffen im Weißen Haus mit Dänemark und Grönland sollte Klarheit bringen. Was jetzt mit Grönland passiert - Analyse bei ZDFheute live.
14.01.2026 | 60:38 minUS-Präsident Donald Trump wolle Grönland Rasmussen zufolge weiterhin "erobern". Er drängte den Nato-Partner USA zu einer "respektvollen Zusammenarbeit". Eine Übernahme Grönlands durch die USA sei absolut nicht notwendig, betonte er.
ZDF-Korrespondent Elmar Theveßen sagte bei ZDFheute live nach der Pressekonferenz, Rasmussen habe "sehr klar gemacht, dass die Vereinigten Staaten, allen voran Donald Trump, auf der Grundlage einer Fehlwahrnehmung hier aktiv sind. Nämlich, dass Donald Trump behauptet, dass rund um Grönland überall russische und chinesische Schiffe unterwegs seien."
Europa definiere rote Linien, aber die USA und vor allem Donald Trump würden unbedingt Grönland besitzen wollen, so ZDF-Korrespondent Elmar Theveßen. Das sei nicht einfach zu lösen.
14.01.2026 | 5:27 minTrump hält an Maximalforderung fest
Trump hatte schon vor dem gut einstündigen Gespräch in einem Gebäude der US-Regierung nahe dem Weißen Haus klargemacht, von seinem Gebietsanspruch keinen Millimeter abzuweichen. Alles andere als ein Grönland in der Hand der Vereinigten Staaten sei "inakzeptabel", schrieb Trump auf seinem Sprachrohr Truth Social.
Rasmussen zufolge sei bei dem Krisentreffen vereinbart worden, dass in den kommenden Tagen und Wochen weitere hochrangige Gesprächsrunden mit Beteiligung der USA, Grönlands und Dänemarks geplant sein. Der ehemalige dänische Grönland-Minister Tom Høyem zeigte sich nach der Pressekonferenz bei ZDFheute live "sehr zufrieden". Er begrüße, dass nun Diplomaten die "normale Prozedur" fortführen würden und nicht weiter Attacken und Drohungen über die sozialen Medien ausgetragen werden sollen.
Es sei „arrogant zu denken, dass man uns einfach so kaufen kann, als wären wir eine Immobilie“, sagt Maliina Abelsen, Ex-Finanzministerin Grönlands, zu einem Vorschlag Trumps.
14.01.2026 | 5:35 minElmar Theveßen wiederum zweifelt wegen Trumps Überzeugung daran, dass bei solchen Gesprächen ein Durchbruch gelingen könnte: "Das kann man möglicherweise auch in diesen hochrangigen Gesprächsrunden dann nicht auflösen", so der ZDF-Korrespondent.
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