G7: Proteste in Genf - Tausende demonstrieren gegen Gipfeltreffen

Massive Proteste gegen Industrienationen:Genf: Tausende demonstrieren gegen G7-Gipfel

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In Genf sind Tausende Menschen unter dem Motto "No G7" gegen die mächtigen Industrienationen auf die Straße gegangen. Der G7-Gipfel findet am Montag im benachbarten Évian statt.

Auf einem Segel eines Schiffs auf dem Genfersee ist mehrfach die Aufschrift "No G7" zu lesen.

Vor dem G7-Gipfel im französischen Evian-les-Bains regt sich Protest. Aufgrund eines Verbots gehen die Demonstranten allerdings nicht in Frankreich, sondern in Genf auf die Straße.

14.06.2026 | 1:41 min

In der Schweizer Grenzstadt Genf haben Tausende gegen den G7-Gipfel in Frankreich demonstriert. Der Protest richtete sich vor allem gegen den Kapitalismus. Gut 7.000 Sicherheitskräfte hatten bis zu 50.000 Demonstranten auf der Schweizer Seite des Genfersees erwartet.

Das Treffen der G7-Staats- und Regierungschefs aus Großbritannien, Frankreich, Italien, Deutschland, Kanada, Japan und den USA beginnt an diesem Montag in Évian auf der französischen Uferseite. Die Stadt liegt rund 50 Kilometer entfernt, aber Frankreich wollte nach Angaben der Genfer Stadtregierung keine Proteste dulden. Deshalb meldeten die Organisatoren die Demonstration in Genf unter dem Motto "No G7" an.

Protest in Genf: Steinwürfe und Tränengas-Einsatz

Der Protestzug verlief bis zum späten Nachmittag entlang der genehmigten Route. Es gab zunächst keine Anzeichen von Konfrontation. Dann brannte doch ein Auto. Viele Plakate richteten sich gegen US-Präsident Donald Trump. Die Polizei hielt sich im Hintergrund und war entlang der Route kaum zu sehen. Dennoch kam es zu Steinwürfen gegen die Polizei. Tränengas kam zum Einsatz.

Einzelne Demonstranten rissen im Verlauf der Demonstration Sperrholzplatten, die an Hunderten Geschäften angebracht waren, um Schaufenster zu schützen, teils ab. Scheiben gingen zu Bruch, etwa an einer Bank und einem Geschäft für Mopeds. Nahe dem Busbahnhof geriet ein Tesla-Auto in Brand.

Ein französischer Polizist geht in Evian-les-Bains im Osten Frankreichs an G7-Logos vorbei.

Neben Wirtschafts- und Rüstungsfragen wird es beim G7-Gipfel in Frankreich wohl auch um die militärische Aufgabenverteilung in Europa gehen – etwa um die Sicherung der östlichen Außengrenzen.

13.06.2026 | 1:48 min

Staats- und Regierungschefs reisen über Genf an

Die Aufgabe der Schweizer Sicherheitskräfte war nicht nur die Bewältigung der Demonstration. Sie müssen auch die Sicherheit der anreisenden Staats- und Regierungschefs garantieren. In Genf liegt der nächstgelegene Flughafen zu Évian, die meisten Delegationen sollen dort am Montag eintreffen.

Die Schweizer haben nur sieben der rund 30 Grenzübergänge nach Frankreich geöffnet und führten schon am Freitag Personenkontrollen in der Stadt durch.

Ein Offizier der französischen Nationalgendarmerie macht während einer Übung am Genfersee in Evian-les-Bains, im Osten Frankreichs, ein Foto.

Ab Montag findet in Evian der G7-Gipfel der führenden westlichen Industrienationen und der EU statt. Um den Tagungsort werden mit Tausenden Polizisten die Sicherheitsvorkehrungen hochgefahren.

14.06.2026 | 0:29 min

Unter dem Motto "No G7": Rund 60 verschiedene Gruppen protestieren

Bei strahlendem Sonnenschein sammelten sich am Treffpunkt in einem Park direkt am Genfersee Tausende Menschen mit Plakaten. Nach Angaben von AFP-Reportern waren etwa eine Stunde nach Beginn rund 15.000 Demonstranten versammelt. Viele Teilnehmer trugen Palästinenserfahnen. Der Marsch wurde von einer Koalition aus rund 60 verschiedenen Gruppen organisiert, darunter auch Feministinnen, Gewerkschaftsvertreter, Kurden und ein "revolutionärer Block", wie eine Sprecherin vorher angekündigt hatte.

Schweiz: Anti-G7 Proteste in Genf

Mehrere Nichtregierungsorganisationen prangern das Fehlen international bedeutender Themen beim G7-Gipfel an, etwa den Kampf gegen die Folgen des Klimawandels oder die Solidarität mit Entwicklungsländern.

Quelle: epa

Die "No G7"-Koalition protestierte laut einem Manifest gegen US-Militärbasen in Europa, für höhere Mindestlöhne, kostenlose Verhütungsmittel, grenzenlose Freizügigkeit für Arbeitende aus aller Welt und die Streichung der Angabe des Geschlechts aus allen Ausweisdokumenten.

Die G7 erwähnen sie auch. Das sei eine "illegitime und überholte Institution, ein privater Club, der nicht mehr der heutigen Welt entspricht". Dort fällten "Großmächte Entscheidungen zugunsten der privilegiertesten Minderheit der Welt und zum Nachteil von mehr als 90 Prozent der Bevölkerung."

Bereits 2003 massive Proteste gegen G8-Gipfel

Genf fürchtete Ausschreitungen in Erinnerung an verheerende Schäden und Geschäftsplünderungen bei einer Demonstration im Jahr 2003 gegen die damalige G8 noch mit Russland. Hunderte Genfer Geschäftsleute und Hoteliers verriegelten seit Tagen ihre Schaufenster mit Sperrholz.

Die Ereignisse von 2003 seien ein Trauma für die Genfer Polizei, sagte die Polizeichefin des Kantons, Monica Bonfanti. Die Genfer Polizei hat Verstärkung aus dem ganzen Land aufgeboten. Mehrere Tausend Polizistinnen und Polizisten kontrollieren seit zwei Tagen überall in der Stadt Autos und die Personalien von Passanten.

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Quelle: dpa, AFP
Über dieses Thema berichteten die heute-Nachrichten am 14.06.2026 ab 17 Uhr.

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