Gemeinsame Erklärung zu Iran:G7: Wadephul sieht "überhaupt gar keinen Dissens"
Laut Außenminister Wadephul gibt es keine US-Forderung nach militärischer Unterstützung im Iran-Krieg. Die G7-Minister einigten sich überraschend auf eine gemeinsame Erklärung.
Die G7-Außenminister diskutieren über die Strategie der USA im Iran-Krieg. Deutschlands Außenminister Wadephul versucht dabei, die Wogen zu glätten.
27.03.2026 | 1:29 minBundesaußenminister Johann Wadephul sieht nach Beratungen mit seinem US-Kollegen Marco Rubio eine gemeinsame Linie der G7-Länder wirtschaftsstarker Demokratien im Iran-Krieg. "Das war ein wirklich ernsthaftes, ein gutes Gespräch", sagte der CDU-Politiker nach dem Treffen im Kreis der G7-Außenminister bei Paris. Er fügte hinzu:
Es gab und es gibt keine Anforderung der Vereinigten Staaten von Amerika, insbesondere an uns, vor Ende der Kampfhandlungen einen militärischen Beitrag zu leisten.
Johann Wadephul (CDU), Bundesaußenminister
Auf die Frage, wie die Stimmung bei den Gesprächen mit Rubio gewesen sei, sagte Wadephul: "Die war gut, die war freundschaftlich, die war konstruktiv, aber natürlich auch der Ernsthaftigkeit der ganzen Situation angemessen."
"Angemessene Stimmung" beim G7-Außenminister Treffen in Paris.
Quelle: dpaDie sicherheitspolitische Lage sei schwierig genug, es müsse eine Eskalation verhindert werden. "Die wirtschaftlichen Auswirkungen spüren wir überall, insbesondere in Europa, schon ganz erheblich." Aus diesem Grund habe man "wirklich sehr ausführlich über diese Fragen miteinander diskutiert. Und es gibt überhaupt gar keinen Dissens".
US-Präsident Donald Trump hat sein Ultimatum an Iran zur Freigabe der Straße von Hormus erneut verlängert. Bis zum 6. April werde es keine Angriffe auf iranische Kraftwerke geben, kündigte er an.
27.03.2026 | 0:19 minWadephul sieht Anzeichen für Gespräche der USA mit Iran
Man sei sich einig gewesen, dass Teheran gut beraten sei, jetzt in ernsthafte Verhandlungen mit den USA einzusteigen, sagte Wadephul.
Es gibt erste Anzeichen, die zuversichtlich stimmen können, dass solche Gespräche stattfinden sollen.
Johann Wadephul (CDU), Bundesaußenminister
Er hatte am Morgen im Deutschlandfunk gesagt, es gebe Vorbereitungen für ein direktes Treffen zwischen Vertretern der USA und Irans, das wohl "in der nächsten Zeit recht kurzfristig in Pakistan stattfinden" solle.
Verteidigungsminister Pistorius stellt einen deutschen Beitrag zur Absicherung einer möglichen Waffenruhe im Iran-Krieg in Aussicht. Auch der Schutz der Straße von Hormus sei möglich.
26.03.2026 | 0:22 minG7-Minister mit überraschender Erklärung zu Iran
Die Außenminister der G7-Länder forderten darüber hinaus ein sofortiges Ende von Angriffen auf zivile Infrastruktur. Überraschend veröffentlichten die Minister nach ihrem Treffen eine gemeinsame Erklärung zu Iran. Es könne keine Rechtfertigung für vorsätzliche Angriffe auf Zivilisten geben, hieß es darin.
Die Außenminister betonten in der Erklärung auch, dass es aus ihrer Sicht absolut notwendig sei, den freien Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus dauerhaft wiederherzustellen. Diese müsse sicher und gebührenfrei sein.
Wadephul betont: Von Iran darf keine Gefahr ausgehen
Wadephul ergänzte nach dem Treffen, die Runde eine die feste Überzeugung, dass von Iran kurz- und langfristig keine Gefahr für die Region, darüber hinaus und auch für die Weltwirtschaft ausgehen dürfe. Er habe erneut unterstrichen, dass auch G7-Partner wie Deutschland nach Beendigung der Kampfhandlungen einen Beitrag zur Sicherung der Lage leisten könnten. Deutschland sei diplomatisch aktiv und stimme das eng mit den Partnern ab.
Zur "Gruppe der Sieben" gehören neben Deutschland auch Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan, Kanada und die USA. US-Außenminister Marco Rubio war im Gegensatz zu seinen Kollegen erst in der Nacht zum zweiten und letzten Tag des Treffens angereist. Von einer gemeinsamen Erklärung war vor dem Treffen in Vaux-de-Cernay keine Rede gewesen. Es werde lediglich eine Mitteilung des französischen G7-Vorsitzes geben, hatte es aus Frankreich geheißen.
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