G7-Außenministertreffen in Frankreich:Sechs gegen die USA
von Andreas Kynast
Beim G7-Treffen in Vaux-de-Cernay suchen die Außenminister nach einer gemeinsamen Haltung zum Iran-Krieg. Die Chancen, dass das gelingt, stehen schlecht.
US-Außenminister Marco Rubio ist erstmals seit Beginn des Iran-Kriegs mit seinen G7-Kollegen persönlich zusammengekommen. Auf der Agenda stehen zentrale weltpolitische Themen und aktuelle Krisen.
27.03.2026 | 2:18 min"Auf persönlicher Ebene verstehe ich mich gut mit allen", sagt Marco Rubio und legt die Hand auf sein Herz. Dann kommt das Aber: "Aber die Menschen, die ich glücklich machen möchte, sind die Menschen in den Vereinigten Staaten. Ich arbeite für sie."
Der Außenminister der USA steht vor der Regierungs-Boeing und wird gleich zu seiner ersten Auslandsreise seit dem Beginn des Kriegs gegen Iran aufbrechen. In Vaux-de-Cernay nahe Paris beraten seit Donnerstag die Außenminister der G7-Staaten.
Es steht sechs zu eins
So gut sich Rubio "auf persönlicher Ebene" mit diesen Kollegen versteht: Noch bevor er sich überhaupt zu ihnen an den runden, weißen Tisch setzt, stellt der Amerikaner vor seinem Flugzeug klar: Die Gruppe der Sieben wird sich nicht einig werden. Es steht sechs zu eins.
Ich arbeite nicht für Frankreich, Deutschland oder Japan.
Marco Rubio, US-Außenminister
Den Außenministern der anderen G7-Staaten - Deutschland, Frankreich, Italien, Kanada, Großbritannien und Japan - fällt es hörbar schwer, ihren Frust in höfliche, diplomatische Floskeln zu verpacken. "Für die Bundesregierung ist es von großer Bedeutung, dass wir genau wissen, was unsere amerikanischen Partner beabsichtigen", sagt Außenminister Johann Wadephul (CDU).
Die Außenminister der G7-Staaten beraten derzeit in Frankreich.
26.03.2026 | 0:20 minKeine Bitte um Hilfe aus den USA
Was die deutschen Diplomaten über die Iran-Pläne der USA und Israels wissen, lässt sich kurz zusammenfassen: so gut wie nichts. Was im 15-Punkte-Plan der Trump-Regierung steht? Berlin kann nur raten. Was die USA von Deutschland wollen? Keine Ahnung.
Während der US-Präsident Donald Trump die Nato-Staaten wieder und wieder dafür beschimpft, dass sie "absolut nichts unternommen" hätten, antwortet Wadephul im Deutschlandfunk auf die Frage, ob es eine konkrete Hilfsanfrage gegeben habe: "Nein".
"Die Diplomaten" zeigt deutsche Außenpolitik im Ausnahmezustand – von der Wiedereröffnung der Botschaft in Damaskus bis zu den Grenzen diplomatischen Handelns in Ost-Jerusalem.
24.03.2026 | 2:47 minDirekte Gespräche zwischen USA und Iran?
Aufhorchen lässt eine Bemerkung Wadephuls über die Verhandlungsbereitschaft der Kriegsparteien. Demnach bereiteten die USA und Iran gerade ein direktes Gespräch vor. "Das soll wohl in der nächsten Zeit recht kurzfristig in Pakistan stattfinden", sagte der CDU-Politiker.
Und das ist doch eine gute Nachricht, dass diese Gespräche stattfinden können.
Johann Wadephul, Außenminister
Am Freitagmorgen ist Außenminister Rubio in Vaux-de-Cernay eingetroffen. Die Tore des Schlösschens, in dem das G7-Treffen stattfindet, haben sich geschlossen. Keine Handys, keine Mitarbeiter und, so weit man das absehen kann: keine Lösung für den Iran-Krieg.
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