Weitere Meningitis-Fälle in England: Behörde startet Impfprogramm

Behörde startet gezieltes Impfprogramm :England: Weitere Meningitis-Fälle gemeldet

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Die Zahl der Meningokokken-B-Infektionen in England steigt weiter an. Ein gezieltes Impfprogramm und Antibiotikabehandlungen sollen nun die Ausbreitung eindämmen.

Studenten mit Masken stehen für Impfung an.

Im Raum Canterbury breitet sich der Erreger der Hirnhautentzündung rasend schnell aus. Als Vorsichtsmaßnahme werden Antibiotika ausgegeben.

18.03.2026 | 1:24 min

Großbritannien meldet nach dem Meningitis-Ausbruch in Südengland weitere Infektionen mit Meningokokken der Untergruppe B. Die Zahl der bestätigten Fälle stieg von sechs auf neun, wie die Gesundheitsbehörde UKHSA am Morgen mitteilte. Insgesamt wurden 15 Meningokokken-Infektionen bestätigt, dazu kommen zwölf Verdachtsfälle.

Meningokokken B sind Bakterien, die schwere Hirnhautentzündungen (Meningitis) und Blutvergiftungen (Sepsis) auslösen können. Die Erkrankung kann sehr schnell verlaufen. In den vergangenen Tagen waren in der Region zwei junge Menschen an Meningitis gestorben - eine 18-jährige Schülerin und ein an der University of Kent studierender junger Mensch.

Großbritannien rätselt über Ausbruch

Nach Angaben der Behörde mussten alle Betroffenen bis auf einen Fall ins Krankenhaus gebracht werden. Auch in Frankreich wird ein aus Kent zurückgekehrter Mann im Krankenhaus behandelt, nach Angaben von Mittwoch befindet sich der Mann in einem stabilen Zustand. Robin May, Chief Scientific Officer der britischen Behörde, sagte der BBC:

Dies ist ein sehr ungewöhnlicher Ausbruch.

Robin May, Chief Scientific Officer der britischen Behörde

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Gezieltes Impfprogramm für Tausende Menschen

Angesichts einer steigenden Zahl von Meningitis-Fällen und zwei Todesopfern hatte der britische Premierminister Keir Starmer Besucher einer im Fokus stehenden Diskothek am Mittwoch aufgerufen, sich für eine Behandlung mit Antibiotika zu melden. Alle Infektionsfälle sind laut Gesundheitsminister Wes Streeting auf den Club Chemistry in Canterbury zurückzuführen. 

Was an diesem Fall besonders bemerkenswert und zugleich unerwartet ist, ist die große Anzahl von Fällen, die offenbar alle auf ein einziges Ereignis zurückzuführen sind.

Robin May, Chief Scientific Officer der britischen Behörde

Bislang legten die Behörden den Schwerpunkt ihrer Maßnahmen auf die University of Kent in Canterbury mit rund 18.000 Studierenden. Einige Studierende zählen zu Krankenhauspatienten. Als Vorsichtsmaßnahme wurden hunderte Dosen Antibiotika an junge Leute ausgegeben, die mit dem Meningitis-Erreger in Kontakt gekommen sein könnten. Zudem soll es ein Impfprogramm geben, das sich laut Behörden zunächst an die auf dem Campus lebenden Studierenden richten soll.

Die Bakterien werden durch Tröpfcheninfektion - Husten, Niesen, Küssen - übertragen. Die ersten Anzeichen einer Infektion sind oft grippeähnlich - Fieber, Kopfschmerzen, Übelkeit, Schüttelfrost, Abgeschlagenheit. Bei schwerem Verlauf kann es zu septischem Schock, Organversagen und Hirnschäden kommen.

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Auch Meningokokken-Fälle in Deutschland

In Deutschland wurden nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) in den Jahren 2023 bis 2025 jeweils über 100 Meningokokken-B-Fälle registriert. 2025 waren es 123 Erkrankungen, 2026 bislang über 20. Die Todesfallrate betrage 7 bis 15 Prozent, viele Überlebende litten an schweren Langzeitfolgen, heißt es beim RKI.

Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt eine Impfung gegen Meningokokken der Untergruppe B für alle Säuglinge ab zwei Monaten.

Quelle: dpa
Über das Thema berichtete ZDFheute Xpress in dem Beitrag "Meningokokken-Ausbruch in England" am 18.03.2026 um 18:57 Uhr.

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