Drohnen-Attacken aus Kiew: Russische Krim-Besatzer unter Druck

Analyse

Ukraine blockiert Asowsches Meer:Russisches Besatzungsregime auf der Krim unter Druck

von Christian Mölling und András Rácz

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Die Ukraine greift russische Tanker im Asowschen Meer an. Mehr als hundert Schiffe wurden getroffen - ein massives Problem für die Versorgung der Moskauer Besatzer auf der Krim.

Dieses von 2026 Vantor bereitgestellte Satellitenbild, das am 20. Juni 2026 aufgenommen und am 23. Juni 2026 veröffentlicht wurde, zeigt einen Brand in einem Öllager im Hafen von Kawkas.

Die Ukraine greift seit Wochen die Energie-Infrastruktur der Krim an. Die Behörden auf der von Russland annektierten Halbinsel Krim haben den Ausnahmezustand ausgerufen.

26.06.2026 | 0:29 min

Die Ukraine führt bereits seit zwei Wochen konzentrierte Drohnenangriffe gegen die russische Schifffahrt im Asowschen Meer durch. Sowohl Luft- als auch Seedrohnen greifen vor allem Tanker an, die entweder im Asowschen Meer fahren oder die Kertsch-Meerenge durchqueren.

Nach Angaben des Kommandanten der ukrainischen Unmanned Forces, Robert "Magyar" Brovdi, wurden in den letzten zwei Wochen mehr als 110 mal Schiffe und Boote getroffen. Bei den meisten der angegriffenen Schiffe handelt es sich um kleine und mittelgroße Öltanker, die eine Schlüsselrolle bei der Versorgung der besetzten Halbinsel Krim spielen.

Karte: Ukraine - Krim - Kertsch - russland

Ukraine-Strategie: Tanker beschädigen statt versenken

Schiffsverfolgungsdaten zufolge ist der Frachtverkehr im Asowschen Meer vollständig zum Erliegen gekommen und auch in der Straße von Kertsch praktisch auf null gesunken. Diese Daten bestätigen die Ankündigung Russlands von letzter Woche, den Seeverkehr im Asowschen Meer einzustellen.



Ein interessantes Detail ist, dass die Ukraine offenbar nicht in erster Linie darauf abzielt, diese Tanker zu versenken, sondern sie vielmehr zu beschädigen. Drohnenangriffe aus der Luft treffen in der Regel entweder die Brücke oder die Rohrleitungssysteme auf dem Deck der Tanker, während keine Treffer an der Wasserlinie oder groß angelegte, wiederholte Angriffe auf beschädigte Tanker beobachtet werden konnten.

Ebenso treffen Angriffe durch Meeresdrohnen meist die Steuerung der Schiffe, doch auch hier sind keine wiederholten Angriffe zu beobachten.

Russlands Präsident Vladimir Putinin einem tiefblauen Anzug mit dunkelroter Krawatte. Als Hintergrund sieht man ein Bild von einem verrauchten Himmel, vermutlich von einer Öl-Raffinerie.

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29.06.2026 | 26:03 min

Kiew will offenbar Auslaufen von Öl vermeiden

Der wichtigste Gesichtspunkt ist wahrscheinlich ökologischer Natur: Das Versenken eines voll beladenen Tankers - geschweige denn Dutzender davon - würde eine große Umweltkatastrophe für das Ökosystem des Asowschen Meeres verursachen, was die Ukraine vermeiden will.

Daher beabsichtigt Kiew offenbar, diese Schiffe zu beschädigen und außer Gefecht zu setzen, um so die Treibstoffversorgung der Krim zu behindern - ohne die Tanker jedoch tatsächlich zu versenken.

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25.06.2026 | 37:46 min

Russlands Küstenflugabwehr machtlos gegen Drohnen

Die russische Flugabwehr ist offensichtlich nicht in der Lage, dieser Herausforderung Herr zu werden. Küstenflugabwehrsysteme sind gegenüber konzentrierten Drohnenangriffen seit langem unterlegen, während der Einsatz von Luftabwehrsystemen auf dem Deck von Frachtschiffen ein kompliziertes und potenziell gefährliches Unterfangen ist.

Daher wurde beobachtet, dass die Besatzungen der Tanker als Notlösung hastig Anti-Drohnen-Käfige und -Netze an verwundbaren Stellen ihrer Schiffe, insbesondere an den Kommandobrücken, anbringen.

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15.05.2026 | 5:18 min

Versorgung russischer Krim-Besatzer immer schwieriger

Die Störung des Öltankerverkehrs verschärft die ohnehin schon gravierenden logistischen Schwierigkeiten auf der Krim-Halbinsel sowie in den besetzten Regionen Cherson und teilweise auch Saporischschja. Der Schienenverkehr ist aufgrund konzentrierter Angriffe auf Brücken bereits seit Wochen stark beeinträchtigt.

Solche Angriffe haben in Verbindung mit gezielten Angriffen auf Tanklastzüge auch die Kraftstofflieferungen auf der Straße lahmgelegt. Und zu all dem kommen nun auch noch jene Schiffe hinzu, die große Mengen an Kraftstoff zur lokalen Verteilung auf die Krim liefern.

Zwei Hubschrauber fliegen über dem Rauch einer brennenden Ölraffinerie. (Symbolbild)

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12.07.2026 | 0:24 min

Diese Angriffe bedeuten nicht, dass die Kraftstoffversorgung vollständig unterbrochen würde - zumindest noch nicht. Allerdings kommt es auf der gesamten Krim-Halbinsel zu gravierenden Engpässen, die die Tourismussaison erheblich beeinträchtigen und damit der lokalen Wirtschaft schweren Schaden zufügen.

Auch die Kriegsführung wird zunehmend beeinträchtigt: Während groß angelegte, mechanisierte Angriffe aufgrund der hohen Dichte an ukrainischen Drohnen schon lange verlustreich sind, beklagen russische Einheiten immer wieder, dass sie nicht genügend Treibstoff für die Generatoren erhalten und daher ihre eigenen Drohnen nicht aufladen können.

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24.06.2026 | 2:36 min

Herbstnebel könnte Lage der Krim-Besatzer verbessern

Aufgrund der isolierten Lage der Halbinsel, auf der sich alle logistischen Routen in Reichweite der unbemannten Systeme der Ukraine befinden, ist unklar, ob - und wenn ja, wie - Russland in der Lage sein wird, die Krise vor dem Spätherbst zu lösen.

Dann, mit dem Einzug dichter Herbstnebel und schlechten Wetters, wird die Effizienz von Drohnenangriffen drastisch sinken. Doch die bis dahin verbleibenden drei bis vier Monate werden für die Bevölkerung der Krim höchstwahrscheinlich ziemlich schwer zu ertragen sein.

Zudem kündigte Brovdi an, dass er beabsichtige, die Drohnenangriffe auf den Frachtverkehr auch auf das Schwarze Meer auszuweiten. Sollte dies geschehen, wird dies Moskau noch stärker treffen - und wahrscheinlich auch symmetrische russische Angriffe auf Schiffe auslösen, die ukrainische Häfen anlaufen.

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