Israels Ministerpräsident im Wahlkampf:Netanjahu postet KI-Bild von Atomexplosion in Israel
Regierungschef Netanjahu hat kurz vor der Wahl in Israel ein KI-Bild eines Atompilzes über Israel gepostet und vor Iran gewarnt. Oppositionspolitiker Eisenkot reagiert deutlich.
Inmitten geopolitischer Konflikte und Gewalt im Westjordanland will die Regierung Netanjahu bei den anstehenden Parlamentswahlen die Macht behalten. Die Analyse bei ZDFheute live.
23.10.2026 | 39:24 minDer israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat zwei Tage vor der Parlamentswahl mit einer drastischen Illustration vor der Gefahr durch eine iranische Atombombe gewarnt. Auf sozialen Medien veröffentlichte der 77-Jährige eine Darstellung, die eine nukleare Explosion über der Küstenmetropole Tel Aviv zeigen soll.
Dazu zitierte er den IT-Unternehmer Yuval Bloomberg, der von einer "realen und konkreten existenziellen Bedrohung" durch Iran sprach. Sollten die Iraner Atomwaffen erhalten, werde nichts anderes mehr von Bedeutung sein, hieß es in dem Zitat. Netanjahu bekräftigte zudem die Einschätzung, Israel habe unter der Regierung von US-Präsident Donald Trump noch zwei Jahre Zeit, um der iranischen Bedrohung zu begegnen. Teheran bestreitet Pläne zur nuklearen Aufrüstung.
Drastische Bilder im Wahlkampf: Ministerpräsident Benjamin Netanjahu postet eine Montage einer Atombombenexplosion in Israel.
Quelle: X / @netanyahuNetanjahu: Gefahr von Atomangriff wichtiger als innenpolitische Streitigkeiten
In seinem Beitrag stellte Netanjahu die Gefahr eines Atomangriffs über innenpolitische Streitfragen. Debatten über Katar, die ultraorthodoxe Bevölkerung und die Wehrpflicht beschrieb er als Ablenkungsmanöver. Sollten zwei Atombomben auf Zentralisrael fallen, werde sich niemand mehr für diese Auseinandersetzungen interessieren, hieß es in dem Beitrag.
"Jeder, der um sein eigenes körperliches Überleben, das seiner Familie und seiner Liebsten besorgt ist, sollte mit zitternder Hand wählen, wenn er seine Stimme jemandem geben will, der nicht in der Lage sein wird, die Aufgabe zu erfüllen", schrieb er, offenbar mit Blick auf ein erneutes Vorgehen gegen Iran. Solche Menschen setzten sich und ihre Angehörigen der Gefahr eines "zweiten Holocaust" aus, schrieb der Vorsitzende der rechtskonservativen Likud-Partei.
Bald wählt Israel ein neues Parlament. Ob Premier Netanjahu gewinnt, ist fraglich. Alica Jung reist durch ein tief gespaltenes Land und spricht mit Menschen in den unterschiedlichen Lagern.
14.10.2026 | 12:07 minPolitischer Rivale Eisenkot wirft Netanjahu "Lügen und Angstmache" vor
Netanjahus Hauptrivale, der Ex-Militärchef Gadi Eisenkot von der Mitte-Partei Jaschar, nannte den Regierungschef "hysterisch". Er schrieb in sozialen Medien:
Wie in jedem Wahlkampf greifst du wieder zu den altbekannten Methoden: Lügen und Angstmache.
Gadi Eisenkot von der israelischen Partei Jaschar
"Diesmal schüchterst du die israelische Bevölkerung mit der Drohung massiver Zerstörung ein. Und das, nachdem du die Kriegsziele gegenüber Iran nicht erreicht hast", so Eisenkot weiter. Netanjahu sei gescheitert und man werde ihn nach der Wahl ablösen.
Vor der Wahl am Dienstag sehen Umfragen Netanjahus rechtsreligiöses Lager bei rund 50 Sitzen und damit deutlich unter der für eine Regierungsmehrheit erforderlichen Schwelle von 61 der 120 Knesset-Mandate. Das Oppositionslager kommt auf 52 bis 56 Sitze. Die arabischen Parteien könnten mit weiteren 14 bis 16 Mandaten eine Schlüsselrolle spielen. Eine klare Mehrheit eines Lagers zeichnet sich bisher nicht ab.
Im Raum Hebron werden wohl Hunderte palästinensische Familien vertrieben. Die Autonomiebehörde nennt die Maßnahmen eine Kollektivstrafe, die nur weitere Spannungen schürt.
24.10.2026 | 1:33 minMehr zu Netanjahu und Israel
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Katharina Schuster, Washington D.C.