Hochangereichertes Material:Iran beharrt auf Uranvorräten - "für die Nutzung im Inland"
Iran ist nicht zu einer Aufgabe seiner Vorräte an angereichertem Uran bereit. Die Islamische Republik werde nicht einen Partikel angereicherten Nuklearmaterials aushändigen.
Das Innere der iranischen Atomanlage Fordo (Archivbild).
Quelle: epaIran besteht nach Angaben seines Sicherheitsratsschefs Mohsen Resaei auf dem Verbleib von hoch angereichertem Uran im Land. Teheran werde nicht zulassen, dass auch nur "ein winziger Teil angereicherten nuklearen Materials" die Islamische Republik verlasse, sagte Resaei am Dienstag laut iranischem Staatsfernsehen.
Diese Materialien stellen für das iranische Volk einen bedeutenden Vermögenswert und nationalen Reichtum dar und sind für die Nutzung im Inland bestimmt.
Mohsen Resaei, iranischer Sicherheitsratsschef
Resaei äußerte sich bei einem Besuch des pakistanischen Armeechefs Asim Munir in Teheran. Munir hält sich im Zuge eines neuen pakistanischen Vermittlungsversuchs für ein Friedensabkommen zwischen Iran und den USA in der iranischen Hauptstadt auf.
Die USA haben ein Atomabkommen mit Saudi-Arabien geschlossen. Donald Trump knüpft die Vereinbarung an Bedingungen, berichtet ZDF-Korrespondent Elmar Theveßen.
23.07.2026 | 1:25 minIrans Forderungen an die USA
Verhandlungen über das angereicherte Uran schloss Resaei allerdings aus, "solange Amerika keine Schritte zum Vertrauensaufbau unternimmt". Dieser Prozess müsse "mit der Erfüllung der iranischen Bedingungen beginnen", sagte er.
Ähnlich äußerten sich Irans Präsident Massud Peseschkian und Parlamentspräsident und Chefunterhändler Mohammad Bagher Ghalibaf. "Die Amerikaner müssen zunächst die Drohungen und Sanktionen beseitigen", sagte Peseschkian bei seinem Treffen mit Munir. "Erst dann können wir in einen Dialog treten."
Ghalibaf pochte zudem darauf, dass die USA "die sieben Bedingungen" Teherans erfüllen müssten. Iran fordert unter anderem eine Waffenruhe im gesamten Nahen Osten, die Freigabe seiner im Ausland eingefrorenen Vermögenswerte sowie die Aufhebung der Sanktionen gegen seinen Ölsektor.
Die USA und Iran könnten ihre Waffenruhe verlängern. Trump will eine "endgültige Entscheidung" treffen. Iran widerspricht teils seinen Worten. Was ist bisher bekannt? ZDFheute live analysiert.
29.05.2026 | 30:11 minIran verfügt über geschätzt 440 Kilogramm Uran
Der Iran-Krieg hatte Ende Februar mit Angriffen der USA und Israels begonnen. Trotz eines zwischenzeitlich ausgehandelten Waffenstillstands sind die Kampfhandlungen nie vollständig zum Erliegen gekommen. Eines der strittigen Themen in den Verhandlungen über ein dauerhaftes Friedensabkommen ist das iranische Atomprogramm und der Umgang mit Teherans Vorräten an auf waffenfähiges Niveau angereichertem Uran.
Iran verfügt über geschätzt 440 Kilogramm Uran, das auf 60 Prozent angereichert wurde - eine Konzentration, die deutlich über der liegt, die normalerweise in Atomkraftwerken zum Einsatz kommt. Für den Bau einer Bombe sind 90 Prozent erforderlich. In einem inzwischen nicht mehr gültigen internationalen Atomabkommen mit Iran aus dem Jahr 2015 war ein Grenzwert von 3,67 Prozent festgelegt worden.
Westliche Staaten werfen Iran seit Langem vor, eine Atomwaffe bauen zu wollen. US-Präsident Donald Trump hatte wiederholt gefordert, dass die iranischen Uranbestände vernichtet werden müssten. Teheran wiederum beharrt auf seinem Recht, Uran für zivile Zwecke anreichern zu dürfen.
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