Arizona: Verletzter bei Schusswaffenvorfall wohl mit US-Beamten

US-Bundesstaat Arizona:Schwerverletzter nach Schüssen - offenbar US-Beamte beteiligt

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Nahe der Grenze zwischen den USA und Mexiko ist ein Mensch angeschossen und schwer verletzt worden. Offenbar waren erneut US-Beamte an dem Vorfall beteiligt.

Abzeichen der US Border Patrol

Die US-Grenzschutzeinheit "Customs and Border Patrol" (CBP) soll in die Schüsse in Arizona verwickelt gewesen sein.

Quelle: AP

Bei einem Schusswaffenvorfall, bei dem auch der Grenzschutz der USA involviert gewesen sein soll, ist ein Mensch im US-Bundesstaat Arizona Medienberichten zufolge verletzt worden. Er befand sich im kritischen Zustand, wie die US-Sender NBC News und Fox News unter Berufung auf zuständige Behörden vor Ort berichteten.

Die lokale Zeitung "Arizona Daily Star" berichtete, ein Sprecher des Sheriff-Büros habe bestätigt, dass außerdem eine weitere verdächtige Person in den Schusswaffenvorfall involviert gewesen seien.

Der Sender NBC bezieht sich auf eine Sprecherin des Sheriffs von Pima County und eine Pressemitteilung der Feuerwehr von Santa Rita. Demnach sei eine Person, deren Identität noch nicht bekannt ist, gegen 07:30 Uhr im südlichen Pima County, Arizona, in der Nähe der Grenze zu Mexiko angeschossen worden.

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Das zuständige Polizeirevier "Pima County Sheriff Department" im Süden des Bundesstaates bestätigte der Deutschen Presse-Agentur, dass die Border Patrol - also der Grenzschutz - bei dem Vorfall involviert gewesen sei. Diese Behörde äußerte sich auf Anfrage zunächst nicht.



Der Vorfall ereignete sich nach Angaben des Sheriff-Büros im Ort Arivaca, der nahe der Grenze der USA zu Mexiko liegt.

Polizeibehörde ermittelt

In einer Mitteilung erklärte Sheriff Chris Nanos, dass seine Behörde mit dem FBI und der Zoll- und Grenzschutzbehörde zusammenarbeite, um den Vorfall zu untersuchen.

"Wir bitten die Öffentlichkeit um Geduld und Verständnis, während diese Ermittlungen voranschreiten", so die Sheriff-Behörde von Pima County.

Wir werden alle Aspekte des Vorfalls gründlich untersuchen, jedoch sind diese Ermittlungen komplex und erfordern Zeit.

Sheriff-Behörde von Pima County

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Hintergründe noch unklar

NBC News berichtete unter Berufung auf die örtliche Feuerwehr, dass am Dienstagvormittag (Ortszeit) eine Person angeschossen worden sei. Wie genau es zu dem Schusswaffenvorfall gekommen war, war zunächst unklar.

Der Mensch sei dann mit einem Hubschrauber in ein regionales Traumazentrum geflogen worden. Das Büro des Sheriffs habe mitgeteilt, dass es mit der Bundespolizei FBI und der Grenzschutzbehörde zusammenarbeite, berichtete der Sender ABC News.

Tödliche Schüsse in Minneapolis

Der Vorfall in Arizona geschah nur drei Tage nach der tödlichen Erschießung von Alex Pretti durch Bundesbeamte in Minneapolis und wenige Wochen nach dem Tod von Renee Good, die am 7. Januar von einem ICE-Agenten erschossen wurde.

Aus Minneapolis sollen nun einige Bundesbeamte abgezogen werden, unter ihnen ist auch der umstrittene Kommandeur der Grenzschutzbehörde Border Patrol, Gregory Bovino. Laut US-Regierung soll Hardliner Tom Homan künftig die Einsätze der zu Tausenden nach Minneapolis beorderten Bundesbeamten überwachen.

ZDF-Korrespondent Elmar Theveßen

ICE sei weiterhin im ganzen Land aktiv, sagt ZDF-Korrespondent Elmar Theveßen. ICE habe etwa 12.000 Agenten und es gebe Hinweise, dass ICE-Agenten nach Milwaukee in Wisconsin weiterziehen.

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Gut möglich, dass selbst Trump die jüngsten Ereignisse in Minneapolis zu weit gingen, sagt ZDF-Korrespondent Elmar Theveßen bei ZDFheute live.

Dass am Dienstag offenbar erneut US-Bundesbeamte auf einen Menschen geschossen haben, diesmal in Arizona, war zum Zeitpunkt der Aufzeichnung noch nicht bekannt.

Quelle: dpa, Reuters
Über Schüsse durch US-Beamte auf Zivilisten berichteten wir in mehreren Sendungen, zuletzt bei ZDFheute live am 27.01.2026 ab 19:30 Uhr. 
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