Ukrainische Drohnen:Schwere Angriffe auf Moskau - Ölraffinerie getroffen
Mit Drohnen wehrt sich die Ukraine vermehrt gegen die russische Invasion und nimmt Moskau ins Visier. Dort trafen Angriffe Wohnhäuser und eine Raffinerie. Das bestätigt Russland.
Die Ukraine hat mehrere russische Raketenangriffe auf Kiew gemeldet. Moskaus Bürgermeister teilte mit, dass ukrainische Drohnen eine russische Ölraffinerie getroffen hätten.
18.06.2026 | 0:19 minDie Ukraine hat bei einem der massivsten Drohnenangriffe auf Moskau seit Kriegsbeginn eine Ölraffinerie im Südosten der russischen Hauptstadt schwer beschädigt. In sozialen Netzwerken kursieren Bilder und Videos, die mehrere Feuer in der Anlage zeigen.
Einigen Drohnen sei es gelungen, die Raffinerie zu erreichen, räumte Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin ein. Seinen Angaben nach ist die Attacke eine der schwersten ukrainischen Drohnenangriffe auf Moskau seit Kriegsbeginn. Nach letztem Stand habe die Flugabwehr mehr als 190 Drohnen abgeschossen.
Wohnhäuser in und um Moskau getroffen
Offiziell ist bislang nichts über das Ausmaß der Schäden in der Ölverarbeitungsanlage bekannt. Das unabhängige russische Internetportal "Astra" hat nach der Auswertung von Videoaufnahmen mindestens fünf Brandherde in der Raffinerie ausgemacht. Offiziellen Angaben zufolge wurde auch ein Wohnhaus in Moskau getroffen.
Im Umland sei ebenfalls ein Hochhaus beschädigt worden, teilte der Gouverneur der Region Andrej Worobjow mit. Über Verletzte in Moskau und Umgebung ist bislang nichts bekannt. Wegen der Angriffe wurden die vier Moskauer Flughäfen für mehrere Stunden geschlossen.
In Saporischschja wurde bei russischen Luftangriffen ein Mann getötet, sieben wurden verletzt. Laut Behörden wurden auch Wohngebäude, Autos und zivile Infrastruktur beschädigt.
17.06.2026 | 0:19 minSelenskyj: Antwort auf russische Schläge
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bestätigte in sozialen Netzwerken die Attacke auf die Raffinerie. Er bezeichnete den Angriff als Teil der ukrainischen "Langstrecken-Sanktionen" gegen die russische Ölindustrie. Das sei die gerechte Antwort auf die ständigen russischen Schläge gegen ukrainische Städte und Gemeinden, schrieb er.
Er dankte den ukrainischen Geheimdiensten für den Angriff. Die Anlage sei ein für die russische Kriegsmaschinerie wichtiges Objekt gewesen, schrieb er.
Der Angriff auf die russische Hauptstadt ereignete sich, während Präsident Wladimir Putin den ASEAN-Gipfel in Kasan an der Wolga veranstaltete, etwa 800 Kilometer entfernt von Moskau. Anfang Juni hatte die Ukraine weithin sichtbar ein Tanklager in St. Petersburg in Brand geschossen, als dort Putins Internationales Wirtschaftsforum tagte.
Die Ukraine greift mit Mid-Range-Drohnen russische Logistik hinter der Front an und erzielt dabei Erfolge. Die von Russland besetzte Krim leidet immer mehr unter Versorgungsengpässen.
11.06.2026 | 2:26 minÖlraffinerie bei Moskau zum wiederholten Mal angegriffen
Die Ölraffinerie im Stadtbezirk Kapotnja im Südosten Moskaus gehört zu Gazpromneft und ist eine der größten Anlagen in Russland mit einer Verarbeitungskapazität von elf Millionen Tonnen im Jahr. Sie deckt einen bedeutenden Teil der Treibstoffversorgung Moskaus ab. Sie ist bereits zum dritten Mal Ziel ukrainischer Angriffe. Die jüngste Attacke liegt dabei erst zwei Tage zurück.
Die Ukraine verteidigt sich seit mehr als vier Jahren gegen die von Kremlchef Putin befohlene Invasion des Landes. Dabei attackiert sie in den vergangenen Monaten vermehrt Raffinerien im russischen Hinterland. Dies soll den angreifenden russischen Truppen die Treibstoffversorgung und Moskau die Kriegsfinanzierung erschweren.
In der Ukraine sind bei russischen Luftangriffen mindestens elf Menschen getötet worden. In Kiew geriet ein Teil des Unesco-geschützten Höhlenklosters in Brand und wurde massiv beschädigt.
15.06.2026 | 0:18 minNeben Moskau hat die Ukraine bei ihren Drohnenangriffen auch weitere russische und von Russland kontrollierte Regionen ins Visier genommen. Das russische Militär sprach von mehr als 550 abgefangenen Drohnen in der Nacht. Einen Toten gab es in der Grenzregion Belgorod, zudem mehrere Verletzte in Belgorod, Kursk, aber auch im von Russland besetzten Teil des ukrainischen Gebiets Donezk.
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