Teheran feuert auf US-Ziele in Jordanien:Erstmals seit Wochen wieder Angriffe zwischen Iran und USA
Einige Wochen war es ruhig gewesen. Nun hat das US-Militär Ziele in Iran angegriffen - erklärt aber, die Attacken seien begrenzt. Iran reagierte mit Gegenangriffen.
Die USA haben wieder Ziele in Iran angegriffen.
31.08.2026 | 0:25 minErstmals seit Ende Juli haben die US-Streitkräfte wieder Ziele in Iran angegriffen. Das für die Region zuständige US-Militärkommando Centcom informierte in der Nacht zum Montag auf der Plattform X über "begrenzte, gezielte Maßnahmen" gegen Minenlege-Einheiten der iranischen Revolutionsgarden, die eine unmittelbare Bedrohung in der Straße von Hormus dargestellt hätten.
Iran reagierte umgehend mit Vergeltungsangriffen auf zwei Stützpunkte des US-Militärs in Jordanien. Die Raketen wurden laut jordanischen Angaben jedoch abgefangen.
Erstmals seit einem Monat haben die USA Iran angegriffen. Iran reagierte mit Gegenangriffen. Was die neueste Eskalation bedeutet, ordnet ZDF-Korrespondentin Phoebe Gaa aus Istanbul ein.
31.08.2026 | 1:03 minUSA greifen Abschussvorrichtungen auf Insel Larak an
Die USA nahmen zwei Raketenabschussrampen auf der Insel Larak ins Visier, wie das Nachrichtenportal "Axios" sowie die Sender Fox News und CBS News unter Berufung auf einen US-Beamten berichteten.
Laut iranischen Medien wurden dabei zwei Menschen getötet. Bei dem Angriff "gab es zwei Märtyrer und mehrere weitere Menschen wurden verletzt", sagte der Gouverneur der Nachbarinsel Keschm, Hossein Amir Tejmuri, laut einer Meldung der amtlichen Nachrichtenagentur Irna.
Mitglieder der Revolutionsgarden seien dabei beobachtet worden, wie sie Raketen mit Seeminen in die Straße von Hormus abfeuern wollten, wurde ein Centcom-Sprecher zitiert.
Die Insel Larak liegt nahe der Meerenge, um deren Kontrolle die USA und Iran seit Monaten erbittert ringen.
Irans Führung feiert ihre Widerstandskraft gegen die USA. Mit der Straße von Hormus hat das Land einen weiteren Trumpf in der Hand. Doch wie stark ist Iran wirklich?
30.08.2026 | 2:47 minGegenseitige Vorwürfe von Iran und USA
Die Revolutionsgarden teilten ihrerseits mit, sie hätten als Antwort auf die US-Angriffe die vom US-Militär in Jordanien genutzten Luftwaffenstützpunkte Al-Asrak und King Hussein attackiert. Dabei seien technische Infrastruktur, Wartungseinrichtungen sowie feindliche Kampfjet-Stellungen ins Visier genommen und "schwere Schäden" verursacht worden.
Dagegen berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Petra unter Berufung auf das Militär, das Königreich habe acht in den Luftraum eingedrungene Raketen abgefangen und zerstört, bevor sie eine Gefahr für Bürger oder Eigentum hätten werden können. Der US-Sender CNN zitierte einen US-Beamten, der das bestätigte. Es seien bislang keine Einschläge gemeldet worden, sagte er.
Trump droht mit Reaktion auf Gegenangriffe
US-Präsident Donald Trump kündigte wiederum eine harte Antwort auf die iranischen Gegenangriffe an. "Wir werden hart gegen sie zuschlagen", wurde Trump von einem Reporter des Senders Fox News zitiert.
Der Krieg zwischen USA und Iran werde noch länger andauern, da Trump ein Plan fehle, sich aus der Auseinandersetzung zurückzuziehen, so Politikwissenschaftler Stephan Bierling bei ZDFheute live.
31.08.2026 | 14:58 minCentcom teilte weiter mit, das US-Militär habe eine von Iran geschaffene Bedrohung beseitigt, um zivile Seeleute, die Handelsschifffahrt und den freien Warenverkehr zu schützen. Die Behauptung der Revolutionsgarden, die US-Angriffe seien ein "Akt der Aggression" gewesen, sei "absolut falsch".
Der iranische Präsidenten Massud Peseschkian betonte unterdessen, dass eine Fortsetzung des Krieges mit den USA nicht im Interesse Irans sei. "Wir verfolgen weiterhin den Pfad der Einigung und des Verständnisses und sind der Überzeugung, dass eine Fortsetzung des Krieges weder in unserem Interesse noch im Interesse der Region ist", sagte Peseschkian bei einem Gipfel der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SOZ) in Kirgistan.
Pentagon dementiert Bericht über Rückzugsaufforderungen
Derweil dementierte das US-Verteidigungsministerium zumindest in Teilen einen Bericht, wonach mehrere hochrangige US-Militärs vor einer Verlängerung des US-Einsatzes gegen Iran warnen. "Vieles davon ist schlichtweg falsch", schrieb Pentagon-Sprecher Sean Parnell auf der Plattform X. Er betonte, dass die Veröffentlichung streng geheimer Lageberichte ein "Verbrechen" sei.
Zuvor hatte die "Washington Post" unter Berufung auf mit einem geheimen Dokument vertraute Personen berichtet, dass mehrere hochrangige US-Militärs Verteidigungsminister Pete Hegseth darauf hingewiesen hätten, dass eine Verlängerung großangelegter Operationen gegen Iran nicht tragbar sei. Die Fähigkeiten der Streitkräfte, Bedrohungen auch in der Heimat abzuwehren, könnten dadurch eingeschränkt werden, schrieb die Zeitung.
Die Sanktionen der USA gegen Irans Wirtschaftspartner sollen umfassender und moderner werden als die bisher bestehenden, so ZDF-Korrespondentin Bates in Washington.
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