"Härteste Sanktionen in der Geschichte":USA kündigen Start von "wirtschaftlichem D-Day" für Iran an
Vergangene Woche hatte US-Präsident Trump den Druck auf Teheran erhöht. Nun sollen die "härtesten Sanktionen der Geschichte" greifen, kündigt Finanzminister Bessent an.
Die Verhandlungen zwischen Iran und den USA kommen nicht voran. Vergangene Woche drohte Trump Teheran dann mit einem beispiellosen Wirtschaftskrieg. Auch Länder, die Iran unterstützen, sollen hart bestraft werden.
20.08.2026 | 0:28 minDie USA sehen in dem angekündigten Wirtschaftskrieg gegen Iran die "Endphase" des seit rund sechs Monaten andauernden Konflikts. US-Finanzminister Scott Bessent schrieb auf der Plattform X:
Im Morgengrauen beginnt ein wirtschaftlicher "D-Day" - die größte finanzielle Offensive, die jemals gegen einen Gegner mobilisiert wurde.
Scott Bessent, US-Finanzminister
Er will auf einer für heute in Washington angekündigten Pressekonferenz die "härtesten Sanktionen der Geschichte" gegen die Islamische Republik vorstellen.
Post von Bessent
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Trump drohte mit massiven Maßnahmen
US-Präsident Donald Trump habe die militärischen Fähigkeiten Irans "zerschlagen", schrieb Bessent. Nahezu 100 Prozent der Militärfabriken der Islamischen Republik habe Trump zerstört und das Atomprogramm des Landes zunichtegemacht. Bessent behauptete:
Wir treten nun in die Endphase ein.
Scott Bessent, US-Finanzminister
Trump hatte bereits am Mittwoch einen "wirtschaftlichen D-Day" für Iran angekündigt und Unterstützern Teherans mit drakonischen Maßnahmen gedroht.
Als D-Day wird meist die Landung der Alliierten in der Normandie am 6. Juni 1944 bezeichnet. Sie leitete die Befreiung Westeuropas von der NS-Herrschaft ein.
(Quelle: dpa)
Diejenigen, die fürchteten, sich Teheran zu widersetzen, sollten die Kosten einer Provokation Washingtons nicht unterschätzen, warnte Bessent. "Unser Ziel ist es, jede wirtschaftliche Lebensader zu durchtrennen, die das tyrannische Regime am Leben erhält, bis Teheran auf sich allein gestellt ist."
Iran warnte die USA zuvor vor schweren Konsequenzen. Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf teilte auf X einen Comic, der nahelegte, dass verschärfte Sanktionen gegen sein Land die USA wie ein Bumerang selbst treffen würden. Der Chef des nationalen Sicherheitsrats, Mohsen Resai, warnte zudem die ölreichen Nachbarländer davor, sich Washington anzuschließen. Man werde jeden, der das tue, als Feind betrachten, sagte Resai im Staatsfernsehen.
Laut der iranischen Nachrichtenagentur IRNA erlaubt Iran irakischen Öltankern Schiffspassagen durch die Straße von Hormus. Iran reagiere damit auf Bitten aus dem Nachbarland.
22.08.2026 | 0:16 minStraße von Hormus: Bessent wirft Iran Erpressung vor
Iran blockiert immer noch weitestgehend den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus, eine wichtige Meerenge für Öl-, Gas- und Düngerexporte aus den Staaten am Persischen Golf. Dies hat Folgen für die gesamte Weltwirtschaft. Teheran verlangt, dass Schiffe ausschließlich eine von Iran festgelegte Route entlang der eigenen Küste nehmen. Die für die wichtige Meerenge zuständige iranische Behörde drohte auf X bei Verstößen gegen die Regeln mit der Konfiszierung von Schiffen.
Irans Führung habe sich bislang dadurch über Wasser gehalten, dass sie "Erpressung als Sicherheitsgarantien" ansah, schrieb Bessent. Teheran habe Stärke aus der Kalkulation geschöpft, "dass iranische Vergeltungsmaßnahmen als sicher und die Durchsetzung amerikanischer Maßnahmen als verhandelbar gelten", schrieb der Minister: "Unter Präsident Trump ist diese Ära vorbei."
Trump behauptet, im Krieg gegen Iran sei die Straße von Hormus offen und will sie zu US-Territorium machen. Iran widerspricht. ZDFheute live zur aktuellen Lage und wie es weitergeht.
19.08.2026 | 40:23 minChef des nationalen Sicherheitsrats droht mit weiteren Blockaden
Iran weigert sich, einzulenken, bis eine Einigung mit Washington erzielt wird, die ihm unter anderem Zugang zu eingefrorenen Vermögenswerten und eine Lockerung der Sanktionen gewährt. Der neue Chef des nationalen Sicherheitsrats, Resai, warnte die Golfstaaten am Samstag vor einer Beteiligung an Washingtons Druckkampagne. Man werde zunächst mit ihnen verhandeln. Sollte dies scheitern, werde Iran Öllieferungen nicht nur durch die Straße von Hormus, sondern auch andere Routen in der Region blockieren. Nicht ein Tropfen Öl werde den Persischen Golf passieren, sagte er im Staatsfernsehen.
Die mit Iran verbündete Huthi-Miliz im Jemen hat damit gedroht, den Transit durch die Meerenge Bab al-Mandab am Eingang zum Roten Meer zu blockieren. Durch die Meerenge führt der Seeweg von Asien über den Suezkanal nach Europa.
Die Huthi-Miliz in Jemen hat mithilfe Irans im Bürgerkrieg 2014 einen Teil des Landes erobert und erhält weiterhin Waffen. Im roten Meer drohen die Huthi-Rebellen nun mit einer Seeblockade.
22.07.2026 | 6:20 minUSA und Vereinigte Arabische Emirate setzen Transaktionen mit Iran aus
Tatsächlich gibt es bereits seit Jahrzehnten US-Sanktionen gegen Iran. Doch trotz eines ausgeklügelten Systems zur Umgehung der Sanktionen steht Irans Wirtschaft vor einer ihrer bislang schwersten Krisen, die Inflation stieg zuletzt sprunghaft an. Die Infrastruktur des Landes wurde durch den von den USA und Israel begonnenen Krieg schwer in Mitleidenschaft gezogen, inklusive Schäden an Industriebetrieben. Zudem erhöht die US-Blockade iranischer Häfen, mit der Teheran unter anderem die Einnahmen aus Ölexporten verwehrt werden sollen, den Druck weiter.
Kurz vor Trumps Ankündigung eines Wirtschaftskriegs gegen Iran hatten die mit den USA verbündeten Vereinigten Arabischen Emirate erklärt, alle Handels- und Finanztransaktionen mit Teheran bis auf weiteres auszusetzen. Die Emirate, darunter die Metropole Dubai, sind für Iran seit vielen Jahren wichtige Orte, um Geschäfte abzuwickeln.
Sollte ein weiterer wichtiger Handelspartner wie die Türkei dem Beispiel folgen, wären die Folgen für Iran verheerend, zitierte die "New York Times" den Experten Mahdi Ghodsi vom Wiener Institut für Internationale Wirtschaftsstudien. Er sprach von einer Verschärfung des Kriegs, bis Iran eine Einigung mit den USA erziele. "Und für Iran wird es schlimmer sein als für die regionale oder globale Wirtschaft", fügte er hinzu.
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