Hitzewelle rollt weiter, Rekorde purzeln:Europa verzeichnet vielerorts bisher heißeste Juni-Tage
Die Hitzewelle hat Europa weiter fest im Griff. Viele Länder melden Hitzerekorde. Warnstufen werden ausgerufen. Die WHO mahnt Hitzeschutzmaßnahmen an.
Europa leidet weiter unter extremer Hitze: In Spanien herrscht landesweit Alarm, Frankreich erlebt einen historischen Hitzetag – und auch in Deutschland könnte am Freitag ein Rekord fallen.
24.06.2026 | 2:30 minDie Hitzewelle hat West- und Mitteleuropa weiterhin fest im Griff. Am Mittwoch erlebten 94 Millionen Menschen in Europa tagsüber Temperaturen von über 35 Grad, wie Berechnungen der Nachrichtenagentur AFP ergaben - die meisten von ihnen in Spanien und Frankreich. Mehrere Länder verzeichneten diese Woche die heißesten Juni-Tage seit Jahrzehnten oder aller Zeiten.
Fast überall in Deutschland galten am Mittwoch wieder amtliche Hitzewarnungen, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) mitteilte.
Die Wettervorhersage aus der 19 Uhr-heute-Sendung
24.06.2026 | 1:20 minTemperaturen steigen weiter
Der DWD erklärte, im Südwesten und Westen Deutschlands gebe es derzeit eine "sehr hohe Wärmebelastung", die sich allmählich weiter nach Norden ausbreite. Die Temperaturen sollen in den folgenden Tagen demnach weiter ansteigen, da die nach Mitteleuropa einströmende Luft noch einmal heißer wird.
Im Westen und Südwesten werden ab Donnerstag und Freitag örtlich bis zu 41 Grad erwartet. Am Samstag sind in Deutschland allgemein extrem heiße Temperaturen von 35 bis 41 vorhergesagt, mit Ausnahme des äußersten Nordens. Damit könnte auch der bisherige Juni-Temperaturrekord übertroffen werden. Der für Sonntag geplante Halbmarathon in Hamburg ist abgesagt worden.
Zweite Hitzewelle in Europa binnen eines Monats
In Frankreich gilt für etwa Dreiviertel der Bevölkerung am Donnerstag die höchste Hitze-Alarmstufe. Die Alarmstufe Rot umfasst dann 72 von 101 Départements, in 17 Départements gilt die zweithöchste Alarmstufe. Nach Berechnungen von AFP sind damit 51 Millionen Menschen in Frankreich von extremen Temperaturen betroffen. Am zweiten Tag in Folge ist am Mittwoch der Rekord für den heißesten Tag seit Beginn der Aufzeichnungen gebrochen worden. In der Hauptstadt Paris kletterte das Thermometer auf 40,3 Grad. Das war erst das vierte Mal in 150 Jahren, dass dort 40 Grad überschritten wurden.
Klimamodelle warnen: In 50 Jahren könnten 50 Grad im Sommer normal sein. Ein Hitzebus in Frankreich macht das erlebbar und sensibilisiert damit für die Folgen des Klimawandels.
23.06.2026 | 2:14 minWie Spaniens Wetterbehörde Aemet mitteilte, lag die landesweite Durchschnittstemperatur am Montag bei 28,08 Grad und am Dienstag bei 28,17 Grad. Damit wurde der bisherige Rekordwert von 28,01 Grad am 30. Juni 2025 übertroffen. Die Messungen reichen bis 1950 zurück. Auch hier gilt für Gebiete ganz im Norden des Landes die höchste Alarmstufe Rot. In der kleinen Ortschaft Tama wurde am Dienstag mit 43,7 Grad die höchste Temperatur in der nördlichen Region Kantabrien überhaupt gemessen.
Madrid ist vorbereitet: Mit kühlen Ecken in Markthallen, Wasserspielplätzen – und vor allem flexiblen Arbeitszeiten und vier Tagen bezahlter Freistellung, sollte die Hitze am Arbeiten hindern.
19.06.2026 | 2:08 minAuch in mehreren britischen Regionen gilt bis Donnerstagabend die höchste Hitze-Warnstufe. Der Netzbetreiber Neso warnte vor Stromausfällen wegen hitzebedingter Überlastung. Dem britischen Wetterdienst zufolge wurde am Mittwoch mit 35,7 Grad in Charlwood südlich von London der heißeste Juni-Tag seit Beginn der Aufzeichnungen gemessen.
In Großbritannien sorgte Ende Mai eine Hitzewelle für Rekorde: Im Westen Londons wurden 34,8 Grad gemessen – so viel wie nie im Mai. Der bisherige Höchstwert von 32,8 Grad stammt aus 1922 und 1944.
27.05.2026 | 1:42 minIn Dänemark gilt laut Behörden ab Freitag fast flächendeckend die zweithöchste Warnstufe Orange. Die Warnung, von der nur drei Inseln ausgenommen sind, dürfte bis Sonntag gelten. Im Süden und Osten des Landes werden Temperaturen von bis zu 35 Grad erwartet.
Auch Österreich, Ungarn und Kroatien bereiteten sich auf die von West nach Ost rollende Hitzewelle vor.
Höhere Energiekosten, weniger Produktivität - extreme Hitze wird einer Studie zufolge zunehmend zur Belastung für Unternehmen in Deutschland.
28.05.2026 | 1:16 minWeltklimarat und WHO mahnen zu mehr Hitzeschutz
Der Chef des Weltklimarats IPCC, Jim Skea, erklärte, die gegenwärtige Hitzewelle falle heftiger aus als in manchen wissenschaftlichen Prognosen vorhergesagt.
Wir werden zwangsläufig mehr von dem erleben, was wir in den vergangenen Tagen gesehen haben.
Jim Skea, Chef des Weltklimarats IPCC
In Städten ist es schon jetzt oft heißer als auf dem Land. Wie sich die Architektur an den Klimawandel anpassen muss, darüber spricht ZDFheute live mit Raumplaner Prof. Birkmann.
19.07.2022 | 40:45 minDie Weltgesundheitsorganisation (WHO) mahnte die Europäer unterdessen eindringlich zu mehr Investitionen in den Hitzeschutz. WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus erklärte: "Die Hitzewelle in Europa führt zu Schulschließungen und gefährdet die Gesundheit der Menschen." Mit Blick auf die allgemeine Klima-Entwicklung in den europäischen Ländern im Zuge der Erderwärmung fügte er hinzu:
Die Daten sind klar: Die Temperaturen in Europa steigen doppelt so schnell wie im globalen Vergleich, und das erhöht die Wahrscheinlichkeit und die Schwere extremer Wetterphänomene.
Tedros Adhanom Ghebreyesus,WHO-Chef
Die Regierungen müssten "Investitionen in Klima-resiliente Gesundheitssysteme Priorität einräumen und zugleich den Klimaschutz beschleunigen und die Treiber der Klimakrise zurückfahren".