Geduldete Privatinitiative:Buckelwal in Ostsee: Rettungsversuch in entscheidender Phase
Seit mehr als zwei Wochen liegt in der Ostsee ein Buckelwal fest. Die Hoffnungen, dass er gerettet werden kann, sinken. Nun versucht es eine private Initiative - als letzte Chance.
Wal "Timmy" liegt seit mehr als zwei Wochen auf Grund vor der Insel Poel. Die Vorbereitungen für seine Rettung laufen. Der Ausgang ist ungewiss. Verfolgt den Rettungsversuch hier im Livestream.
17.04.2026Der Versuch zur Rettung des seit Wochen an der Ostseeküste Mecklenburg-Vorpommerns festliegenden Wals ist in seine entscheidende Phase eingetreten. Die verantwortliche Privatinitiative äußerte am Freitag die Hoffnung auf ein glückliches Ende, nannte jedoch keine Details zum Zeitplan. Der Wal habe "eine reelle Chance", sagte die leitende Tierärztin des Projekts, Janine Bahr van Gemmert, vor Journalisten.
Die Initiative will das in flachem Wasser einer Bucht liegende Tier mit einem System aus Luftkissen und Schwimmpontons anheben und bis in Nordsee oder Atlantik schleppen. Ursprünglich sollte der Versuch bereits am Donnerstag beginnen, wurde aber verschoben. Die Behörden dulden das Vorhaben der Initiative, hinter welcher der Mediamarkt-Mitgründer Walter Gunz sowie die Unternehmerin Karin Walter-Mommert stehen.
Die Rettung des vor der Insel Poel gestrandeten Wals wird fortgesetzt. Wie die Aktion ausgeht, ist derzeit offen.
17.04.2026 | 1:27 minUmweltminister Backhaus: "Heiße Phase" hat begonnen
Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) sagte am Freitag vor Ort vor Journalisten, die "heiße Phase" der Aktion vor der Insel Poel habe begonnen. Die mitbeteiligte Veterinärin Bahr van Gemmert betonte, die Initiative handle "nach bestem Wissen" für das Tier und wolle kein Leid verlängern. "Wir wünschen uns alles das Beste - wir wissen alle nicht, wie das ausgeht", stellte sie klar.
Beim Rettungsversuch für den gestrandeten Buckelwal soll heute der entscheidende Schritt erfolgen. Eine private Initiative will versuchen, das Tier vor der Insel Poel mit Luftkissen anzuheben.
17.04.2026 | 0:27 minDer Wal irrt seit Anfang März vor der Ostseeküste umher. Er strandete mehrfach vor Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern, zuletzt setzte er sich vor rund zweieinhalb Wochen bei Poel auf Grund. Das Landesumweltministerium und von diesem hinzugezogene Fachleute kamen zu dem Schluss, dass das Tier in einem sehr schlechten Zustand und wohl schwer krank oder sogar sterbend ist. Mehrfachstrandungen gelten demnach in Fachkreisen als ein Zeichen für massive Schwierigkeiten.
Womöglich letzte Rettungschance
Offiziell wurden alle Rettungs- und Hilfsversuche für den nahezu bewegungslos daliegenden Wal daher vor etwas mehr als zwei Wochen als sinnlos und potenziell tierquälend beendet. Ein Gutachten bestätigte dies später nochmals. Als womöglich letzte Chance billigte Backhaus am Mittwoch aber das von der Initiative vorgelegte Konzept.
"Spezialisten und Gutachter sind nach wie vor sehr skeptisch, dass diese Aktion gelingen kann", berichtet ZDF-Reporterin Susanne Seidl zur Wal-Rettungsaktion vor der Insel Poel.
17.04.2026 | 2:25 minDer Wal bekomme "seine Chance", bekräftigte der Minister am Freitag. Er hoffe auf ein gutes Ende. Zugleich stellte Backhaus nochmals klar, dass das Land keine Genehmigung für die Rettungsmaßnahme erteilt habe, weil es dafür keine rechtliche Grundlage gebe. Die Aktion werde aber geduldet.
Das vorgelegte Konzept verfolgt einen vorsichtigen Ansatz. Deshalb bestand aus rechtlicher Sicht kein Grund für eine Untersagung.
Till Backhaus (SPD), Umweltminister Mecklenburg-Vorpommern
Backhaus betonte zugleich, dass die Verantwortung für die Aktion allein bei der Privatinitiative liege. Das Land begleite das Vorhaben "und behält sich vor, die Maßnahme jederzeit zu untersagen". Für die Behörden sei das wissenschaftliche Gutachten, das den Gesundheitszustand des Wals als kritisch einschätzt, "weiterhin maßgeblich".
Buckelwal zeitweise mit mehr Aktivität
Auf Livebildern war zu sehen, wie sich am Freitag Helfer der Initiative immer wieder auf Booten und Surfbrettern dem in etwa hüfthohen Wasser liegenden Wal näherten. Parallel wurde ein Schwimmponton mit einem Bagger und weiterer Ausrüstung vorbereitet. Zwischenzeitlich war das ansonsten still daliegende Tier stärker aktiv, schlug mit seiner Schwanzflosse und bewegte sich im Wasser.
Eine Initiative privater Geldgeber will den Buckelwal vor der Insel Poel retten. Bei ZDFheute live erklärt ein Umweltsoziologe, warum das Schicksal des Wals so viele bewegt.
16.04.2026 | 11:42 minEs sei klar, dass es einem wochenlang in Flachwasser liegenden Tier "nicht super gut" gehe, betonte Tierärztin Bahr van Gemmert. Es habe nach Einschätzung der Initiative aber "eine Chance - und ich finde, die muss man ihm geben". Ein langsames Sterbenlassen vor Ort sei aus ihrer Sicht dagegen keine tierwohlgerechte Option. "Das kann noch Tage oder Wochen dauern, das weiß keiner."
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