Buckelwal in Ostsee: Rettungsversuch geht am Samstag weiter

Geduldete Privatinitiative:Buckelwal in Ostsee: Rettungsversuch geht am Samstag weiter

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Seit mehr als zwei Wochen liegt in der Ostsee ein Buckelwal fest. Die Hoffnungen, dass er gerettet werden kann, sinken. Nun versucht es eine private Initiative - als letzte Chance.

Helfer kümmern sich weiterhin um den gestrandeten Buckelwal in der Ostsee

Viele Menschen bauen eine emotionale Bindung zu dem seit Tagen festliegenden Wal auf, andere protestieren gegen den Klimawandel. Der Wal ist zu einer Projektionsfläche geworden.

17.04.2026 | 2:38 min

Der Versuch zur Rettung des seit Wochen an der Ostseeküste Mecklenburg-Vorpommerns festliegenden Wals ist am Freitagabend unterbrochen worden und soll am Samstag weitergehen. Am Freitag sei mit den Probespülungen begonnen worden, sagte der Chef des von einer privaten Initiative beauftragten Tauchunternehmens, Fred Babbel. "Dann bringen wir alles auf Position, dass alles abendfest gemacht wird, und dann geht's morgen früh weiter."

Technisch sei der Plan, die Fläche freizuspülen, vor die später die Pontons gesetzt werden sollen. Diese sollen dann so angeordnet werden, dass innen eine Freifläche von sechs mal zwölf Metern entsteht. "Da drin wird der Wal sich dann ja aufhalten", sagte Babbel. Er habe den Eindruck, dass es dem Wal im Moment ganz gut gehe. Er habe sich auch gedreht. Das Tier soll auf einer Plane zwischen den Pontons in Richtung Nordsee transportiert werden.

Das Grafikvideo erklärt grafisch, wie der Wal Timmy in der Ostsee gerettet werden soll.

Eine private Initiative will den gestrandeten Buckelwal bergen und in die Nordsee bringen - der Rettungsversuch als 3D-Animation.

16.04.2026 | 0:26 min

Die Privatinitiative äußerte am Freitag die Hoffnung auf ein glückliches Ende, nannte jedoch keine Details zum Zeitplan. Der Wal habe "eine reelle Chance", sagte die leitende Tierärztin des Projekts, Janine Bahr van Gemmert, vor Journalisten.

Ursprünglich sollte der Rettungsversuch bereits am Donnerstag beginnen, wurde aber verschoben. Die Behörden dulden das Vorhaben der Initiative, hinter welcher der Mediamarkt-Mitgründer Walter Gunz sowie die Unternehmerin Karin Walter-Mommert stehen.

Umweltminister Backhaus: "Heiße Phase" hat begonnen

Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) sagte am Freitag vor Ort vor Journalisten, die "heiße Phase" der Aktion vor der Insel Poel habe begonnen. Die mitbeteiligte Veterinärin Bahr van Gemmert betonte, die Initiative handle "nach bestem Wissen" für das Tier und wolle kein Leid verlängern. "Wir wünschen uns allen das Beste - wir wissen alle nicht, wie das ausgeht", stellte sie klar.

Buckelwal "Timmy"

Beim Rettungsversuch für den gestrandeten Buckelwal soll heute der entscheidende Schritt erfolgen. Eine private Initiative will versuchen, das Tier vor der Insel Poel mit Luftkissen anzuheben.

17.04.2026 | 0:27 min

Der Wal irrt seit Anfang März vor der Ostseeküste umher. Er strandete mehrfach vor Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern, zuletzt setzte er sich vor rund zweieinhalb Wochen bei Poel auf Grund. Das Landesumweltministerium und von diesem hinzugezogene Fachleute kamen zu dem Schluss, dass das Tier in einem sehr schlechten Zustand und wohl schwer krank oder sogar sterbend sei. Mehrfachstrandungen gelten demnach in Fachkreisen als ein Zeichen für massive Schwierigkeiten.

Womöglich letzte Rettungschance

Offiziell wurden alle Rettungs- und Hilfsversuche für den nahezu bewegungslos daliegenden Wal daher vor etwas mehr als zwei Wochen als sinnlos und potenziell tierquälend beendet. Ein Gutachten bestätigte dies später nochmals. Als womöglich letzte Chance billigte Backhaus am Mittwoch aber das von der Initiative vorgelegte Konzept.

Susanne Seidl | ZDF-Reporterin auf der Insel Poel

"Spezialisten und Gutachter sind nach wie vor sehr skeptisch, dass diese Aktion gelingen kann", berichtet ZDF-Reporterin Susanne Seidl zur Wal-Rettungsaktion vor der Insel Poel.

17.04.2026 | 2:25 min

Der Wal bekomme "seine Chance", bekräftigte der Minister am Freitag. Er hoffe auf ein gutes Ende. Zugleich stellte Backhaus nochmals klar, dass das Land keine Genehmigung für die Rettungsmaßnahme erteilt habe, weil es dafür keine rechtliche Grundlage gebe. Die Aktion werde aber geduldet.

Das vorgelegte Konzept verfolgt einen vorsichtigen Ansatz. Deshalb bestand aus rechtlicher Sicht kein Grund für eine Untersagung.

Till Backhaus (SPD), Umweltminister Mecklenburg-Vorpommern

Backhaus betonte zugleich, dass die Verantwortung für die Aktion allein bei der Privatinitiative liege. Das Land begleite das Vorhaben "und behält sich vor, die Maßnahme jederzeit zu untersagen". Für die Behörden sei das wissenschaftliche Gutachten, das den Gesundheitszustand des Wals als kritisch einschätzt, "weiterhin maßgeblich".

Buckelwal zeitweise mit mehr Aktivität

Auf Livebildern war zu sehen, wie sich am Freitag Helfer der Initiative immer wieder auf Booten und Surfbrettern dem in etwa hüfthohen Wasser liegenden Wal näherten. Parallel wurde ein Schwimmponton mit einem Bagger und weiterer Ausrüstung vorbereitet. Zwischenzeitlich war das ansonsten still daliegende Tier stärker aktiv, schlug mit seiner Schwanzflosse und bewegte sich im Wasser.

Umweltsoziologe Marcel Sebastian in seinem Büro

Eine Initiative privater Geldgeber will den Buckelwal vor der Insel Poel retten. Bei ZDFheute live erklärt ein Umweltsoziologe, warum das Schicksal des Wals so viele bewegt.

16.04.2026 | 11:42 min

Es sei klar, dass es einem wochenlang in Flachwasser liegenden Tier "nicht super gut" gehe, betonte Tierärztin Bahr van Gemmert. Es habe nach Einschätzung der Initiative aber "eine Chance - und ich finde, die muss man ihm geben". Ein langsames Sterbenlassen vor Ort sei aus ihrer Sicht dagegen keine tierwohlgerechte Option. "Das kann noch Tage oder Wochen dauern, das weiß keiner."

Quelle: AFP
Über dieses Thema berichtete das ZDF unter anderem in der Sendung heute in Deutschland am 17.04.2026 um 14:00 Uhr.

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