Buckelwal in der Ostsee: Salzarmut und Verletzungen schwerwiegend

Ergebnis neuer Wasserproben:Gestrandeter Wal: Zustand wird "sehr negativ" beeinflusst

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Der vor Wismar gestrandete Buckelwal ist weiterhin in schlechter Verfassung. Wasserproben zeigen nun: Besonders die Salzarmut in der Ostsee macht dem Tier schwer zu schaffen.

Der wieder gestrandete Buckelwal ist mit seinem Rücken über dem Wasser herausragend zu sehen. Rechts daneben ist ein Rettungsboot mit mehreren Menschen darauf.

Der gestrandete Buckelwal liegt weiter vor der Insel Poel in Mecklenburg-Vorpommern fest. ZDFheute live ordnete die Lage ein.

01.04.2026 | 54:58 min

Der viel zu geringe Salzgehalt in der Ostsee setzt dem vor der Insel Poel bei Wismar gestrandeten Buckelwal laut Experten-Einschätzungen erheblich zu. Dieser liege rund ein Drittel unter dem, was Wale in der Nordsee oder dem Atlantik gewohnt seien, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) am Ostersonntag nach einem weiteren Besuch bei dem Meeressäuger.

Die Folge: Der Buckelwal habe Hautprobleme, "die den Gesundheitszustand wirklich sehr, sehr negativ beeinflussen". Zuvor hatten Fachleute direkt beim Wal Wasserproben genommen und analysiert. Backhaus sagte, am Dienstag erwarte er ein Gutachten von Meeresbiologen und Veterinären zum Gesamtzustand. Er stehe auch mit dem Bundesumwelt- sowie dem Bundeslandwirtschaftsministerium in Kontakt.

Gesamtgutachten zum Buckelwal für Dienstag geplant

Der Wal sei noch einmal genau vermessen worden, sagte Backhaus: "Er ist 12,35 Meter lang, 3,20 Meter breit und 1,60 Meter hoch." Aufgrund seines Gewichts von etwa zwölf Tonnen sei er bereits 50 bis 60 Zentimeter in den Ostseeboden eingesunken.

Der Zustand hat sich von gestern zu heute nicht wesentlich verändert.

Till Backhaus, Umweltminister von Mecklenburg-Vorpommern

ZDF-Reporterin Stadtfeld bei der Pressekonferenz in Wismar zum gestrandeten Wal

Die Rettungsversuche für den Wal in der Ostsee werden eingestellt. "Die Experten sind zu dem Schluss gekommen, dass die Grenzen der Unterstützung erreicht sind", sagt ZDF-Reporterin Stadtfeld.

01.04.2026 | 6:42 min

Wal in der Ostsee: Experten gehen davon aus, dass er stirbt

Der Buckelwal war am vergangenen Dienstag vor Poel erneut gestrandet. Am Mittwoch waren alle Rettungsversuche eingestellt worden. Nach Einschätzung von Fachleuten wird das Tier wohl in der Bucht sterben. Wie lange der Wal noch überleben wird, lässt sich nach Einschätzung der Experten nicht vorhersagen.

Der Buckelwal hatte sich seit Anfang März viermal festgesetzt. Dreimal war es ihm gelungen, wieder loszuschwimmen. Zunächst war er im Hafen von Wismar gesichtet worden, später am Timmendorfer Strand in Schleswig-Holstein und letztlich war er vor Wismar gestrandet.

Backhaus: Helfen dem Wal so gut wir können

Die Betreuung des Meeressäugers laufe wie geplant weiter, sagte ein Sprecher des Umweltministeriums. Der Wal wird rund um die Uhr beobachtet und regelmäßig durch Einsatzkräfte der Feuerwehr mit Wasser benetzt.

Sven Rieken | ZDF-Reporter auf der Insel Poel

"Heute entscheidet sich, ob das letzte Mal geholfen wird", berichtete ZDF-Reporter Sven Rieken am Mittwoch. Der Wal habe sich seit seinem erneuten Stranden kaum bewegt.

01.04.2026 | 3:00 min

Minister Backhaus dankte allen, die sich um den Wal kümmerten, nannte die Wasserschutzpolizei, die Feuerwehr und Anwohner. "Die Anteilnahme an dem Schicksal des Tieres nimmt nicht ab", berichtete er.

Immer wieder erreichten ihn Anregungen, wie dem Wal geholfen werden könnte. "Ich versichere: Diese Hinweise - sofern sie ernst zu nehmen sind - werden von unserem Team beraten und geprüft." Dabei spiele der Tierschutz eine wesentliche Rolle.

Wir wollen dem Wal helfen, so gut wir können - nach bestem Wissen und Gewissen.

Till Backhaus, Umweltminister von Mecklenburg-Vorpommern

Buckelwal soll nicht getötet werden

Dem Tier geht es sehr schlecht. Es hat Verletzungen, mutmaßlich von Schiffsschrauben. Zudem gebe es Abdrücke, wahrscheinlich von einem Netz. Backhaus schloss am Karsamstag jedoch aus, dass das Tier getötet werde. "Das wird hier nicht stattfinden. Wir können ihn nicht einfach erlösen, durch was auch immer."

Wie lange der Überlebenskampf des Wals noch dauert, ist unklar. "Bei einem Großwal kann der Sterbeprozess mehrere Tage dauern, während derer der Druck des eigenen Körpergewichts zunehmend die Organe schädigt", erläuterte die Meeresbiologin Tamara Narganes Homfeldt von der Organisation Whale and Dolphin Conservation (WDC) der Deutschen Presse-Agentur. Langfristig werde dies zu einem Kreislaufkollaps und Organversagen führen.

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"Wenn der Buckelwal gestorben ist, wird sich dies durch völlige Regungslosigkeit sowie insbesondere eine fehlende Atmung über einen längeren Zeitraum von etwa einer Stunde bemerkbar machen", erläuterte die Expertin. Dass der Wal gestorben ist, werde sich zudem wenige Tage später durch Gase zeigen, die den Walkadaver aufblähen und für Verwesungsgerüche sorgen.

Quelle: dpa
Über dieses Thema berichtete das ZDF in verschiedenen Sendungen, etwa bei ZDFheute live am 01.04.2026 um 15:08 Uhr sowie im gemeinsamen Morgenmagazin von ARD und ZDF am 01.04.2026 ab 5:30 Uhr.

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  3. Der Buckelwal liegt vor der Insel Poel. Die Rettungsversuche für den vor Wismar erneut gestrandeten Wal werden eingestellt.

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  4.  Ein Boot der Wasserschutzpolizei ist an der Sperrzone rund um den Buckelwal, der am Nachmittag noch immer vor der Insel Poel festsitzt, im Einsatz.

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