Gestrandeter Wal lebt noch und wird mit Wasser benetzt

"Wir kümmern uns bis zur letzten Minute":Gestrandeter Wal lebt noch und wird mit Wasser benetzt

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Der in der Ostsee im Sterben liegende Wal atmet noch, Helfer befeuchten die verletzte Haut des Tiers. Landesumweltminister Backhaus wies Kritik am Umgang mit dem Wal zurück.

Einsatzkräfte der Feuerwehr benetzen am 03.04.2026 in Weitendorf-Hof den Rücken des Wals, der aus dem Wasser ragt.

Helfer benetzen die verletzte Haut des Tieres regelmäßig mit Wasser, um die Schmerzen zu lindern.

Quelle: dpa

Der vor Wismar gestrandete Buckelwal hat eine weitere Nacht überstanden und lebt noch. Er atme, mal alle zwei Minuten, mal alle vier bis fünf Minuten, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) am Samstag nach einem Besuch des vor der Insel Poel im flachen Wasser gestrandeten Buckelwals. Er habe auch wieder gerufen.

Aber man sieht eben auch, dass seine Aktivitäten geringer werden.

Till Backhaus, Umweltminister von Mecklenburg-Vorpommern

"Er hat auch Verletzungen", sagte Backhaus - wahrscheinlich durch Schiffsschrauben. "Das hatten wir vorher überhaupt nicht gesehen." Zudem gebe es Abdrücke wahrscheinlich von einem Netz. Am Morgen hatte bereits ein Ministeriumssprecher erklärt, dass sich der Zustand des Tieres nicht verändert habe.

ZDF-Reporterin Stadtfeld bei der Pressekonferenz in Wismar zum gestrandeten Wal

Die Rettungsversuche für den Wal in der Ostsee werden eingestellt. "Die Experten sind zu dem Schluss gekommen, dass die Grenzen der Unterstützung erreicht sind", sagt ZDF-Reporterin Stadtfeld.

01.04.2026 | 6:42 min

Experten sollen Buckelwal nach Ostern wieder begutachten

Backhaus sagte, dass nach den Ostertagen noch einmal Fachleute den Gesundheitszustand des Tieres begutachten sollen. Der Minister schloss jedoch kategorisch aus, dass der Wal getötet werde. "Das wird hier nicht stattfinden."

Wir können ihn nicht einfach erlösen, durch was auch immer.

Till Backhaus, Umweltminister von Mecklenburg-Vorpommern

Seit Freitag benetzen Einsatzkräfte der Feuerwehr die verletzte Haut des Tieres regelmäßig mit Wasser, um die Schmerzen zu lindern. "Dort, wo er tatsächlich benetzt wird, ist die Temperatur auf der Oberfläche deutlich geringer." Backhaus sprach von sechs bis sieben Grad - das zeige die Wärmebildkamera.

"Da sich die Windverhältnisse geändert haben, wurde nach eingehender Beratung entschieden, die Sprinkler so zu versetzen, dass die Befeuchtung weiter gegeben ist", sagte Backhaus. Denn wegen des Nordwestwindes gebe es "deutlich niedrigere Wasserstände". Dadurch rage das etwa 1,70 Meter hohe Tier noch weiter aus dem Wasser, obwohl es sich durch sein Eigengewicht von etwa zwölf Tonnen inzwischen schon etwa einen halben Meter in den Boden eingegraben habe.

Pressekonferenz in Wismar

Es gebe keine Aktivität, die Anlass zur Hoffnung gäbe. "Der Ansatz der maximalen Ruhe und der Respekt vor der Natur gebieten es, ihn gehen zu lassen", sagt Meeresmuseumsdirektor Burkard Baschek.

01.04.2026 | 35:45 min

Backhaus: "Wir begleiten den Wal Tag und Nacht"

Erneut wies Backhaus Kritik am Umgang mit dem Wal zurück. "Wir kümmern uns - bis zur letzten Minute." Die Walwache durch die Polizei und die Mitarbeitenden sei sichergestellt. "Die Situation ist für alle beteiligten physisch und psychisch sehr belastend und das Engagement nicht selbstverständlich." Backhaus betonte: "Wir begleiten den Wal Tag und Nacht."

Der Minister bedankte sich für alle bereits eingereichten Konzepte zur Rettung oder Bergung des Tieres.

Alle ernstzunehmenden Konzepte werden von uns sorgfältig geprüft, und zwar aus technischer Sicht, aber auch im Hinblick auf den Tierschutz.

Till Backhaus, Umweltminister von Mecklenburg-Vorpommern

Gleichzeitig wies er zur Vorbeugung von Gerüchten darauf hin, dass die in Rostock heulenden Sirenen nichts mit dem Wal zu tun hätten. Die gehörten vielmehr zum kommunalen Warntag, bei dem in Rostock und Schwerin Sirenen, Warn-Apps und Stadtinformationstafeln getestet worden seien.

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01.04.2026 | 1:04 min

Rettungsversuche seit Mittwoch eingestellt

Seit Anfang März hatte sich der Buckelwal viermal festgesetzt. Dreimal war es ihm gelungen, wieder loszuschwimmen. Zunächst war er im Hafen von Wismar gesichtet worden, später am Timmendorfer Strand in Schleswig-Holstein und letztlich war er vor Wismar gestrandet.

Am Mittwoch waren jegliche Rettungsversuche des am Dienstag vor Poel gestrandeten Wals eingestellt worden. Nach Angaben der Fachleute und Meeresschützer vor Ort wird das Tier wohl in der Bucht sterben. Wie lange der Wal noch überleben wird, lässt sich nach Einschätzung der Experten nicht vorhersagen.

Quelle: dpa
Über dieses Thema berichtete das ZDF in mehreren Sendungen, unter anderem in ZDFheute live am 01.04.2026 ab 12:50 Uhr.

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