Warnstreik im ÖPNV:Wo am Montag gestreikt wird - und wo nicht
Am Montag wird in weiten Teilen Deutschlands der Nahverkehr bestreikt. Wo Busse und Bahnen ausfallen, welche Städte besonders betroffen sind - und wo es Ausnahmen gibt.
Ab heute 22 Uhr wird im öffentlichen Nahverkehr gestreikt. Fast überall müssen Pendler und Reisende sich morgen auf Ausfälle einstellen.
01.02.2026 | 1:23 minBusse und Bahnen werden am Montag in vielen Städten in den Depots bleiben. Die Gewerkschaft Verdi hat im Rahmen von parallel laufenden Tarifverhandlungen für den Tag in fast allen Bundesländern zu Warnstreiks bei kommunalen Verkehrsunternehmen aufgerufen.
Nach Gewerkschaftsangaben könnten fast 100.000 Beschäftigte in rund 150 kommunalen Verkehrsunternehmen die Arbeit niederlegen. In 15 von 16 Bundesländern müssen sich Fahrgäste auf massive Einschränkungen einstellen. ZDFheute hat den Überblick, wo gestreikt wird - und wo nicht.
Welche Verkehrsmittel sind vom Streik betroffen?
Bestreikt werden Busse, Straßenbahnen und U-Bahnen der kommunalen Verkehrsbetriebe. Nicht betroffen sind die S-Bahnen sowie der Regional- und Fernverkehr der Deutschen Bahn. Diese fahren regulär, da die DB nicht von Verdi vertreten wird.
Am Montag drohen vielen Pendlern Ausfälle bei Bussen und Bahnen. Verdi ruft zu einem bundesweiten Streik im öffentlichen Nahverkehr auf und fordert bessere Arbeitsbedingungen.
30.01.2026 | 0:24 minIn welchen Bundesländern wird gestreikt?
Der Warnstreik betrifft ale Bundesländer mit Ausnahme von Niedersachsen, dort gilt noch bis zum 1. April 2026 eine Friedenspflicht. Dort sind etwa 5.000 Beschäftigte - etwa bei der ÜSTRA in Hannover - nicht zum Streik aufgerufen. Entsprechend fährt der Nahverkehr dort nach Plan.
Die Liste der zu erwartenden Einschränkungen in den Bundesländern wird laufend aktualisiert:
Berlin
Bei der BVG in Berlin fallen U-Bahn, Straßenbahn und die meisten Buslinien aus. Eine Besonderheit: Einige Straßenbahnen fahren trotz Streiks - allerdings ohne Fahrgäste. Die Bahnen bleiben leer, die Türen geschlossen. Hintergrund sind vereiste Oberleitungen, die regelmäßig befahren werden müssen, damit der Betrieb am Dienstag wieder anlaufen kann.
Nordrhein-Westfalen
In NRW werden Beschäftigte von rund 30 kommunalen Verkehrsbetrieben bestreikt, unter anderem un Köln, Düsseldorf, Dortmund und Münster. U-, Straßen- und Stadtbahnen dürften vielerorts komplett ausfallen, teils auch Nachtlinien. Einige Busse privater Subunternehmen könnten fahren. S- und Regionalbahnen sind nicht betroffen.
Am Montag drohen vielen Pendlern Ausfälle bei Bussen und Bahnen. Verdi ruft zu einem bundesweiten Streik im öffentlichen Nahverkehr auf und fordert bessere Arbeitsbedingungen.
30.01.2026 | 0:24 minHamburg
In Hamburg rechnen Hochbahn und die Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein (VHH) damit, den Bus- und U-Bahn-Betrieb nicht aufnehmen zu können. S-Bahn und Hadag-Fähren fahren jedoch regulär. Schülerinnen und Schüler müssen grundsätzlich in den Unterricht, bei unzumutbarem Schulweg sind Abmeldungen möglich. In Hamburg sind zudem mehrere Kundgebungen geplant.
Baden-Württemberg
Auch in Baden-Württemberg sind die Beschäftigten der kommunalen Verkehrsbetriebe zu dem ganztägigen Warnstreik aufgerufen. Betroffen sind nach Gewerkschaftsangaben mehrere große Städte, darunter Stuttgart, Karlsruhe, Heilbronn, Freiburg, Baden-Baden, Esslingen und Konstanz. In diesen Regionen dürften die Busse und Bahnen weitgehend im Depot bleiben. Pendler und Schüler müssen für Montag mit erheblichen Einschränkungen im Nahverkehr rechnen.
Rheinland-Pfalz
In weiten Teilen des Landes Rheinland-Pfalz beginnen die Warnstreiks bereits am Sonntagabend ab 22 Uhr. Betroffen sind unter anderem Mainz, Trier, Kaiserslautern und Pirmasens. Auch der Berufs- und Schülerverkehr ist eingeschränkt. Die bisherigen Tarifverhandlungen gelten als ergebnislos, die nächste Runde ist für den 4. Februar angesetzt.
Saarland
Auch im Saarland starten die Warnstreiks ab Sonntagabend. Nach Angaben der Saarbahn entfallen voraussichtlich alle Bus- und Saarbahnverbindungen. Es wird besonders im Berufs- und Schülerverkehr mit starken Einschränkungen gerechnet. Am Montag sind Demonstrationszüge und eine zentrale Kundgebung in Saarbrücken geplant.
Sachsen
In Sachsens Städten Chemnitz, Dresden, Leipzig und Zwickau wird ganztägig gestreikt. Verdi rechnet damit, dass der Verkehr weitgehend zum Erliegen kommt. Ausnahme: Die City-Bahn Chemnitz fährt planmäßig. In Leipzig sind zusätzlich Beschäftigte des öffentlichen Dienstes und des Universitätsklinikums zu Warnstreiks aufgerufen.
Hessen
In Hessen sind Beschäftigte der kommunalen Verkehrsbetriebe in Frankfurt, Kassel, Wiesbaden, Gießen und Marburg zu einem ganztägigen Warnstreik aufgerufen.
In Hessen geht es in den laufenden Verhandlungen vor allem um Arbeitsbedingungen im Manteltarif, etwa Zuschläge, Eingruppierungen, eine Ballungsraumzulage und zusätzliche Urlaubstage - nicht um höhere Löhne.
Bayern
In Bayern sind mehrere große Verkehrsunternehmen betroffen: Busse, U-Bahn- und Straßenbahnangebote in Städten wie München und Nürnberg werden voraussichtlich stark eingeschränkt oder könnten weitgehend ausfallen.
Wie lange soll der Streik dauern?
Der Warnstreik ist ganztägig für Montag, 2. Februar, angesetzt. In vielen Städten beginnt er gegen 3 Uhr morgens und endet am Dienstag, 3. Februar, um 3 Uhr. In Hamburg wurde ausdrücklich ein 24-Stunden-Streik angekündigt. Mancherorts startet der Streik auch schon Sonntagabend ab 22 Uhr.
Warum wird gestreikt?
Mit dem Warnstreik will Verdi den Druck in den laufenden Tarifverhandlungen erhöhen. Die Gewerkschaft fordert vor allem bessere Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten im kommunalen Nahverkehr, darunter:
- kürzere Wochenarbeits- und Schichtzeiten
- längere Ruhezeiten
- höhere Zuschläge für Nacht- und Wochenendarbeit
In mehreren Bundesländern - darunter Bayern, Brandenburg, Saarland, Thüringen und Hamburg - geht es zusätzlich um höhere Löhne und Gehälter. Die kommunalen Arbeitgeber kritisieren die Streiks hingegen als unverhältnismäßig.
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