Vereinte Nationen: El Niño könnte Herbst weltweit aufheizen

Klimaphänomen gewinnt an Stärke:Vereinte Nationen warnen vor starkem El Niño im Herbst

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Nach den Rekordtemperaturen des Sommers könnte Klimaphänomen El Niño die globale Wetterlage weiter beeinflussen. UN-Generalsekretär Guterres warnt vor einem heißen Herbst.

Antonio Guterres hält in Nordzypern eine Pressekonferenz ab

Nach Rekordhitze im Sommer warnt António Guterres vor den Folgen eines starken El Niño und einer weiteren Verschärfung der Klimakrise.

Quelle: ddp

António Guterres, Generalsekretär der Vereinten Nationen, warnt mit Blick auf das sich gerade entwickelnde Klimaphänomen El Niño vor einem klimamäßig heißen Spätsommer und Herbst.

Während wir mit Krieg und Instabilität ringen, verschärft sich eine weitere Krise - eine Krise, die keine Grenzen kennt und weltweit Leben und Existenzgrundlagen zerstört.

António Guterres, UN-Generalsekretär

Wellen brechen sich in der Nähe des Ostseestrandes

Dem EU-Klimadienst Copernicus zufolge waren die Weltmeere im Juni so warm wie nie. Gründe dafür seien sowohl Erderwärmung als auch das Klimaphänomen El Niño.

01.07.2026 | 0:21 min

Die Weltwetterorganisation (WMO) rechnet nach den ersten Anzeichen nun mit einem starken El Niño. Zusammen mit den ohnehin schon warmen Ozeanen und anderen Klimaphänomenen im Indischen Ozean werde dies das Klima in der zweiten Jahreshälfte weltweit bestimmen, so die Experten. Die Anomalien dürften im November ihren Höhepunkt erreichen, so die WMO.

Guterres: Hitzewellen und Waldbrände "nur Vorgeschmack"

Der Sommer mit "rekordverdächtigen Hitzewellen" und "apokalyptischen Waldbränden" sei nur ein Vorgeschmack gewesen, so Guterres. "El Niño verstärkt sich - und heizt die ohnehin schon angespannte Lage auf unserem Planeten weiter an." Guterres kritisierte gleichzeitig ein teilweises Schweigen zu den Gründen:

Wir hören viel über Rekordhitze, Dürren und Waldbrände - aber nicht genug über die eigentliche Ursache dieser Ereignisse: die sich beschleunigende Klimakrise, die durch fossile Brennstoffe angetrieben wird.

António Guterres, UN-Generalsekretär

Heißestes Jahr 2024 könnte übertroffen werden

Ein El Niño taucht natürlich alle zwei bis sieben Jahre auf. Dabei erwärmt sich die Oberflächentemperatur im zentralen und östlichen Pazifik nahe dem Äquator und verändert Wind- und Meeresströmungen. Die direkten Folgen sind in Europa mäßig zu spüren, aber werden immer stärker, je weiter es nach Süden geht.

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Alle zwei bis sieben Jahre tritt im Pazifik das Klimaphänomen El Niño auf – mit teils verheerenden Folgen. Was genau dabei passiert, erklärt ZDF-Meteorologe Özden Terli.

06.05.2026 | 1:06 min

Populärwissenschaftlich ist auch von einem "Super-El-Niño" die Rede. Die WMO verwendet diesen Begriff nicht. Sie klassifiziert das Phänomen als schwach, mäßig, stark oder sehr stark. Zurzeit liegt ihre Prognose auf dem zweithöchsten Niveau, "stark".

Weil die größten Auswirkungen erst gegen Ende eines Kalenderjahres zu spüren sind, bricht häufig erst das darauffolgende Jahr Rekorde. So war es 2024, dem bislang heißesten Jahr. Die globale Durchschnittstemperatur lag 1,55 Grad über dem langjährigen Durchschnitt, bevor die menschengemachte Erwärmung mit der industriellen Revolution begann. Vorausgegangen war 2023 ein El Niño.

Höhere Temperaturen auf allen Kontinenten

Der El Niño 2026 werde nach den neuesten Klimamodellen "mit überwältigender Wahrscheinlichkeit" auf fast allen Kontinenten für überdurchschnittliche Temperaturen sorgen, so die WMO. Sie nennt vor allem Südeuropa, die Arabische Halbinsel, den indischen Subkontinent, Ostasien, Mittelamerika, die Karibik, das südliche Afrika sowie weite Teile Südamerikas, Australiens und Neuseelands.

 Mirko Drotschmann erklärt das derzeitige Extremwetter.

Das Wetter in diesem Sommer ist extrem - über 5.000 Menschen sind wegen der Hitze laut RKI schon gestorben. Woran das liegt und was die Bundesregierung dagegen tun könnte.

23.07.2026 | 14:49 min

Überdurchschnittlich viel Regen sei im Großraum Horn von Afrika, in Teilen Zentralasiens, in Südeuropa, im westlichen Nordamerika sowie im Südosten Südamerikas zu erwarten. Dagegen werde es auf dem indischen Subkontinent, im Süden und Osten Australiens, im südlichen Mittelamerika und in Teilen der Karibik, im Nordwesten Südamerikas sowie in Nordeuropa eher trockener als im langjährigen Durchschnitt.

Die WMO veröffentlicht ihre nächste Einschätzung zur Stärke des El Niño Anfang September.

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Quelle: dpa
Über dieses Thema berichtet das ZDF in verschiedenen Sendungen, unter anderem am 01.07.2026 um 10:16 Uhr und am 23.07.2026 um 19:10 Uhr.

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