Hitzewellen und Starkregen erwartet:Experten warnen vor El Niño mit "starker Intensität"
UN-Experten warnen vor El Niño: In diesem Jahr erreiche das Wetterphänomen eine "starke Intensität". Die Weltorganisation für Meteorologie rechnet mit Hitzewellen und Starkregen.
Dem EU-Klimadienst Copernicus zufolge waren die Weltmeere im Juni so warm wie nie. Gründe dafür seien sowohl Erderwärmung als auch das Klimaphänomen El Niño.
01.07.2026 | 0:21 minDie Weltorganisation für Meteorologie (WMO) hat vor massiven Auswirkungen des Wetterphänomens El Niño gewarnt und die betroffenen Länder aufgefordert, sich darauf vorzubereiten.
Zwischen Juli und September werde das Phänomen eine "starke Intensität" erreichen, teilte die UN-Behörde am Freitag in ihrem monatlichen Klima-Bericht mit. El Niño habe bereits eingesetzt und die Wahrscheinlichkeit von Extremwetter-Ereignissen sei in vielen Regionen der Welt gestiegen.
El-Niño-Faktoren nehmen zu
El Niño ist ein natürlich auftretendes Phänomen, bei dem sich die Wasseroberfläche im Pazifik erwärmt, was zu weltweiten Veränderungen der Winde, des Luftdrucks und der Niederschläge führt. Seine Stärke wird in schwach, moderat, stark oder sehr stark eingestuft. Die WMO-Prognose sieht den diesjährigen El Niño also bislang auf der zweithöchsten Stufe.
"Die Bedingungen für El Niño haben sich im tropischen Pazifik entwickelt und werden den Vorhersagen zufolge in den kommenden Monaten schnell an Stärke gewinnen", teilte die UN-Behörde mit.
Alle zwei bis sieben Jahre tritt im Pazifik das Klimaphänomen El Niño auf – mit teils verheerenden Folgen. Was genau dabei passiert, erklärt ZDF-Meteorologe Özden Terli.
06.05.2026 | 1:06 minEl Niño: Meteorologen warnen vor Extremwetter
WMO-Generalsekretärin Celeste Saulo warnte vor Trockenheit und vor starken Regenfällen sowie vor Hitzewellen an Land und im Meer in vielen Regionen. Sie kündigte an, dass die WMO ihr Frühwarnsystem ausbauen werde.
Fortgeschrittene saisonale Vorhersagen und frühe Warnungen sind entscheidend, um Leben zu retten und die Auswirkungen auf unsere Wirtschaften und Gemeinden abzufedern.
Celeste Saulo, WMO-Generalsekretärin
El Niño ist zu Beginn nur ein warmer Meeresstrom, der die Wassertemperatur vor der Pazifikküste Lateinamerikas um einige Grad erhöht. Normalerweise sorgen Passatwinde dafür, dass das warme Wasser entlang des Äquators über den Pazifik nach Westen getrieben wird und kalte Wasserschichten voller Nährstoffe an der Küste aufsteigen können.
Wenn der Luftdruck sich allerdings ändert, nimmt der Wind ab oder kann sogar in Richtung Land blasen. Die Warmwasserschichten im Westen des Pazifiks treiben zur Küste zurück, der Austausch des kalten und warmen Wassers in Küstennähe findet nicht mehr statt. Das ist der Beginn einer verhängnisvollen Kettenreaktion, die nicht mehr zu stoppen ist.
Der EU-Klimadienst Copernicus und die Weltwetterorganisation WMO präsentieren den Abschlussbericht zum Klimajahr 2025. Hitzewellen, Meer-Erwärmung und Gletscherrückgänge spielen darin Hauptrollen.
29.04.2026 | 1:47 minKlimawandel kann Auswirkungen von El Niño verstärken
2024 wurde durch El Niño zum heißesten jemals gemessenen Jahr. Das Phänomen tritt alle zwei bis sieben Jahre auf und dauert normalerweise zwischen neun und zwölf Monaten.
Laut der WMO führt der menschengemachte Klimawandel nicht zu einem häufigeren oder stärkeren Auftreten von El Niño, er könne aber die Auswirkungen verstärken. Dies sei etwa in den Jahren 2023 und 2024 der Fall gewesen.
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