Copernicus meldet Temperaturrekord:Meere waren im Juni so warm wie noch nie
Im vergangenen Monat waren die Ozeane der Welt so warm wie noch nie zuvor in einem Juni. Das ergeben Messungen des EU-Klimadienstes Copernicus.
Im Juni 2026 gab es einen neuen Rekordwert für die Erwärmung der Ozeane.
Quelle: dpaZum Sommerbeginn sind die Weltmeere an der Oberfläche noch nie so warm gewesen wie in diesem Jahr. Am Stichtag 21. Juni lagen die Messungen des EU-Klimaprogramms Copernicus mit 20,86 Grad und des Copernicus-Meeresdienstes mit 21,0 Grad Celsius über den bisherigen Rekordwerten für diesen Tag aus den Jahren 2023 und 2024. In diesen beiden Jahren hatte der Klimawandeldienst für den Stichtag 20,83 Grad und der Meeresdienst 20,9 Grad Celsius gemessen.
Die Weltmeere haben 2025 eine Rekordmenge an Wärme aufgenommen - es ist das neunte Jahr in Folge. Das zeigt eine Studie chinesischer Forscher.
09.01.2026 | 0:22 minDa es sich um zwei voneinander unabhängige Messreihen handelt, gibt es zwischen beiden leichte Abweichungen. Beide Systeme stützen sich auf lokale Messungen in Kombination mit Satellitendaten, unter anderem von der europäischen Weltraumbehörde ESA.
Der neue Rekord werde Prognosen zufolge Auswirkungen auf Wetterverläufe und Klima weltweit sowie auf die Ökosysteme der Meere haben.
Der EU-Klimadienst Copernicus und die Weltwetterorganisation WMO präsentierten den Abschlussbericht zum Klimajahr 2025. Hitzewellen, Meer-Erwärmung und Gletscherrückgänge spielten darin Hauptrollen.
29.04.2026 | 1:47 minEl Niño verstärkt den Effekt des Klimawandels
Copernicus betonte, der Rekord sei zu erwarten gewesen, da in den vergangenen Monaten in mehreren Meeresregionen ungewöhnlich hohe Temperaturen gemessen wurden und das derzeit auftretende, natürliche Klimaphänomen El Niño den Effekt verstärke. Ein El Niño, der sich alle zwei bis sieben Jahre ereignet und mit einer Abschwächung der Passatwinde im tropischen Pazifik beginnt, verschärft die Folgen des menschengemachten Klimawandels.
Die Auswirkungen sind mit Dürren und Überschwemmungen in Regionen vor allem auf der Südhalbkugel zu spüren. Für Europa halten sich die direkten Folgen in Grenzen.
In Marokko mussten nach heftigen Überschwemmungen im Februar mehr als 150.000 Menschen in Sicherheit gebracht werden.
13.02.2026 | 2:22 minCopernicus erwartet weitere Rekorde
Copernicus-Direktor Carlo Buontempo betonte: "Die aktuellen Bedingungen könnten auf den Beginn einer neuen Phase hindeuten, die uns erneut in unbekanntes Terrain führen wird."
Angesichts der derzeitigen Meerestemperaturen und des sich abzeichnenden El Niño werden in den kommenden Monaten wahrscheinlich weitere Temperaturrekorde gebrochen werden.
Carlo Buontempo, Copernicus-Direktor
Die Copernicus-Experten gehen davon aus, dass sowohl in den Meeren als auch in der oberflächennahen Atmosphäre weitere Rekorde gebrochen werden könnten. Zum Zeitpunkt des vorherigen 2024er-Rekords sei der damalige El Niño bereits am Abklingen gewesen, während in diesem Jahr erst kürzlich der Beginn des Phänomens vermeldet wurde.
Fernab jeglicher Zivilisation - in der arktischen Tiefsee - sammelt sich immer mehr Mikroplastik an. In einem Tiefsee-Observatorium wird geforscht, wie stark die Vermüllung voranschreitet.
08.06.2026 | 1:25 minOzeane sind wichtiger Klimapuffer
Die Erwärmung der Ozeane habe weitreichende Auswirkungen, betonte Copernicus. Höhere Ozeantemperaturen hielten die Atmosphäre länger warm und sorgten dafür, dass sich mehr Energie ansammle - was das Risiko für extreme Stürme, Niederschläge und Überschwemmungen erhöhe.
Die Ozeane spielen für das Weltklima eine wichtige Rolle. Meere nehmen den Großteil der zusätzlichen Wärme durch die menschengemachte Erderwärmung auf.
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