Gericht erlaubt große Teile der Berichte:Ulmen scheitert mit Klage gegen "Spiegel" weitgehend
Im Rechtsstreit mit dem "Spiegel" hat Christian Ulmen nur teilweise Erfolg. Die meisten angegriffenen Aussagen dürfen veröffentlicht bleiben. Eine Passage wurde untersagt.
Schauspieler Christian Ulmen unterliegt vor Gericht größtenteils im Streit mit dem "Spiegel". Sein Antrag auf einstweilige Verfügung wurde in vier von fünf Punkten zurückgewiesen.
08.05.2026 | 0:33 minIm Rechtsstreit zwischen dem Schauspieler Christian Ulmen und dem "Spiegel" hat das Landgericht Hamburg vorläufig einen großen Teil der von Ulmen angegriffenen Berichterstattung erlaubt. Das Nachrichtenmagazin durfte über bestimmte Vorwürfe von Ulmens Ex-Frau Collien Fernandes schreiben, wie das Gericht am Freitag mitteilte.
Ulmens Anwälte legten nach eigenen Angaben "umgehend" Beschwerde dagegen ein und bezeichneten die Gerichtsentscheidung als "evident rechtsfehlerhaft".
Gericht: "Spiegel" durfte über Gewaltvorwürfe berichten
Der Schauspieler hatte eine einstweilige Verfügung mit Bezug auf fünf Passagen der Artikel beantragt und wollte so erreichen, dass diese nicht weiter veröffentlicht werden. Nur in Bezug auf einen der Abschnitte hatte er nun Erfolg. Die übrigen strittigen Äußerungen erklärte das Gericht für zulässig.
Demnach durfte das Magazin über Gewaltvorwürfe berichten. Aus dem Kontext der Beiträge entstehe außerdem der Verdacht, dass Ulmen fremde Deepfake-Videos verschickt habe, die Fernandes zeigen sollten. Auch das hielt das Gericht für zulässig.
Tausende Menschen haben bei einer Demonstration mehr Schutz für Opfer von Gewalt gegen Frauen gefordert. Überraschend trat am Abend Schauspielerin Collien Fernandes als Rednerin auf.
27.03.2026 | 1:47 minVerdachtsberichterstattung laut Gericht zulässig
Der "Spiegel" habe die Voraussetzungen einer zulässigen Verdachtsberichterstattung beachtet, erklärte es. Der notwendige Mindestbestand an Beweistatsachen liege vor. Außerdem durfte das Magazin aus der E-Mail-Korrespondenz zwischen Ulmen und seinem Strafverteidiger zitieren.
Untersagt wurden dagegen bestimmte Äußerungen über einen aufgehobenen Gerichtstermin in Palma de Mallorca. Der "Spiegel" erklärte am Freitag bereits, dass er seine Berichterstattung diesbezüglich "leicht geändert und dies durch einen Transparenzhinweis entsprechend kenntlich gemacht" habe. Gegen diese Entscheidung des Gerichts will das Magazin Widerspruch einlegen.
Für Ulmen gilt die Unschuldsvermutung
Der "Spiegel" hatte zuerst über die Vorwürfe von Fernandes gegen ihren Ex-Mann berichtet. Nach Auswertung dieser Berichterstattung sprach die Staatsanwaltschaft im schleswig-holsteinischen Itzehoe Ende März von einem Anfangsverdacht gegen Ulmen und verwies zugleich darauf, dass für den Schauspieler weiter die Unschuldsvermutung gelte.
Über Jahre hinweg wurden Deep-Fakes mit pornographischen Inhalten von einem Fake-Profil von Collien Fernandes verschickt. Die Moderatorin hat nun eine Person aus ihrem nahen Umfeld angezeigt.
20.03.2026 | 1:04 minUlmen bestreitet die Anschuldigungen, er habe gefälschte pornografische Aufnahmen verbreitet, die Fernandes darstellen sollen.
Der heute 50 Jahre alte Ulmen und die 44-jährige Moderatorin und Schauspielerin Fernandes waren seit 2011 ein Paar, vergangenes Jahr gaben sie ihre Trennung bekannt. Die beiden haben eine gemeinsame Tochter.
Bundesweite Debatte über digitale Gewalt an Frauen
Fernandes' Vorwürfe führten in Deutschland zu einer Debatte über digitale Gewalt gegen Frauen. Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) kündigte in der Folge an, Gesetzeslücken schließen zu wollen.
Die Bundesregierung möchte gegen digitale Gewalt vorgehen. Die Anzeige der Schauspielerin Collien Fernandes gegen ihren Ex-Mann hat dem Thema kürzlich viel Aufmerksamkeit verschafft.
17.04.2026 | 1:36 minMitte April stellte sie einen Gesetzentwurf vor, der Lücken im Strafrecht schließen und Opfern mehr Möglichkeiten geben soll, sich zur Wehr zu setzen. So soll etwa das Erstellen und Verbreiten von pornografischen Deepfakes künftig mit bis zu zwei Jahren Haft bestraft werden können.
An den Plänen wurde schon seit Längerem gearbeitet, die schwarz-rote Koalition hatte bereits im Koalitionsvertrag ein Gesetz gegen digitale Gewalt vereinbart.
Wichtiger Hinweis in eigener Sache
Wer bei Google etwas sucht, bekommt neben den Suchergebnissen auch eine Box mit Schlagzeilen angezeigt.
Mit ZDFheute als hinterlegter Quelle bekommen Sie unsere Inhalte häufiger in die Schlagzeilen-Box gespielt - geprüfte Inhalte, direkt in Ihrem Überblick.
→ Hier ZDFheute als bevorzugte Quelle einstellen.
Mehr zum Fall und den Hintergründen
Stellungnahme veröffentlicht:Christian Ulmens Anwalt widerspricht Deepfake-Vorwürfen
Staatsanwaltschaft bestätigt:Ermittlungen nach Anzeige von Fernandes laufen wieder
mit Video1:47"Stehe hier mit schusssicherer Weste":Fernandes trotz Morddrohungen auf Demo - mit Polizeischutz
mit Video1:47"Collien Fernandes ist kein Einzelfall":Schutz von Frauen im Netz: Lang stellt Zehn-Punkte-Plan vor