Zugkollision in Spanien: Suche nach Opfern geht weiter

Demonstration in Madrid:Suche nach Opfern des Zugunglücks in Spanien geht weiter

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Nach der Kollision zweier Hochgeschwindigkeitszüge in Spanien geht die Suche nach Opfern auch in der Nacht weiter. In den zerstörten Waggons könnten sich weitere Tote befinden.

28.10.2026, Spanien, Urda: Rettungskräfte sind am Unfallort nach dem Zusammenstoß zweier Züge im Einsatz. Das Unglück ereignete sich kurz vor neun Uhr, als ein Zug des privaten Bahnunternehmens Iryo zum Stehen kam und ein nachfolgender Zug der staatlichen Gesellschaft Renfe von hinten auf ihn auffuhr.

Es gibt zahlreiche Tote und Verletzte. Das Zugunglück bei Toledo ist nach Angaben des Verkehrsministers auf einen Computerfehler und falsche Anweisungen zurückzuführen.

29.10.2026 | 1:59 min

Nach dem schweren Zugunglück in Spanien mit Dutzenden Toten suchten die Einsatzkräfte auch in der Nacht nach weiteren Opfern. Mit drei Kränen sollten zwei besonders schwer beschädigte Waggons angehoben werden.

"Hier wird mit Hilfe von Flutlicht auf Hochtouren gearbeitet", sagte ein Reporter des staatlichen TV-Senders RTVE am Unglücksort in der Provinz Toledo. Die Einsatzkräfte schlossen laut RTVE nicht aus, dass sich in den Wracks weitere Opfer befinden.

Wiesel-Lance im SGS mit Walde am 28.10.26

Bereits nach dem ersten Unfall im Januar gab es Kritik in Spanien, dass man möglicherweise zu sehr gedrängt habe auf den Ausbau des Schnellnetzes, sagt Korrespondent Thomas Walde.

29.10.2026 | 2:31 min

Spanien: Dutzende Tote, mehr als 100 Verletzte

Mindestens 68 Menschen starben, nachdem am Mittwoch zwei Hochgeschwindigkeitszüge nahe der Gemeinde Urda kollidiert waren. Nach den jüngsten Angaben der Regierung der Region Kastilien-La Mancha wurden mehr als 100 Menschen verletzt. 53 wurden noch in Krankenhäusern behandelt, mehrere davon in kritischem Zustand, hieß es.

Viele Menschen suchten in der Nacht noch nach vermissten Angehörigen, sagte Mercedes Martín, Sprecherin der Polizeibehörde Guardia Civil, dem Sender.

Verunglückte Wagons nach der Kollision zwei spanischer Züge, Teile eines Wagons hängen einen Hang hinunter und sind zerstört, Rettungskräfte sind an der Unfallstelle.

Zwei Hochgeschwindigkeitszüge sind südlich von Madrid zusammengestoßen. Mindestens 30 Menschen starben, zahlreiche wurden verletzt. ZDFheute live zur aktuellen Lage.

28.10.2026 | 12:15 min

Sánchez verspricht Aufklärung von Unglück

Ministerpräsident Pedro Sánchez rief eine dreitägige Staatstrauer bis Samstag aus und versprach eine umfassende Aufklärung. "Wir werden der Sache bis zum Ende nachgehen. Sollte es Fahrlässigkeit gegeben haben, wird das ans Licht kommen", versicherte er vor Journalisten an der Unglücksstelle.

Für ein Land wie Spanien ist es nicht hinnehmbar, innerhalb eines Jahres zwei schwere Unglücke mit Hochgeschwindigkeitszügen zu erleben.

Pedro Sánchez, Spaniens Ministerpräsident

Sollten sich Fehler im Sicherheitssystem herausstellen, werde man mit aller Konsequenz reagieren.

Spanien, Madrid: Campingzelte stehen im Protestcamp für bezahlbaren Wohnraum an der Puerta del Sol in Madrid (Spanien). Das Protestcamp für bezahlbaren Wohnraum auf der Puerta del Sol dauert an, während die Teilnehmer auf politische Reaktionen auf den Aufruf des Ministerpräsidenten zu Neuwahlen warten.

Die Wohnungsnot in Spanien hat weitere Folgen: Regierungschef Sánchez kündigte Neuwahlen für Ende November an. Die Dekrete zur Bekämpfung des Problems sind im Parlament gescheitert.

05.10.2026 | 2:35 min

Menschliches Versagen als mögliche Ursache

Verkehrsminister Óscar Puente brachte menschliches Versagen als mögliche Ursache ins Spiel, betonte aber, dass dies erst die Untersuchung klären müsse.

Warum der zuständige Fahrdienstleiter die Gefahr nicht rechtzeitig erkannte, gehört zu den zentralen offenen Fragen. Beamte der Polizei und der unabhängigen Behörde für die Untersuchung von Unfällen (AITAT) befragten bereits den Mitarbeiter.

Das auf der Strecke Madrid-Sevilla eingesetzte deutsche Zugsicherungssystem LZB (linienförmige Zugbeeinflussung) überwacht kontinuierlich das Fahrverhalten der Züge und übermittelt dem Lokführer Fahranweisungen direkt ins Führerhaus. Überschreitet ein Zug die zulässige Geschwindigkeit oder missachtet er bestimmte Vorgaben, kann das System automatisch bremsen. Bei einer größeren Störung übernimmt die Bahnleitstelle weitgehend die Kontrolle.


Die spanische Eisenbahngewerkschaft kritisiert den Zustand des Bahnnetzes. Die Lokführergewerkschaft Semaf hält an ihrem für diesen Donnerstag angekündigten Streik fest, mit dem sie Verbesserungen bei der Sicherheit fordert. Der Ausstand war bereits am 16. Oktober und damit vor dem Unglück angekündigt worden.

Trauer um die Opfer

Um Punkt 20 Uhr gedachten die Menschen in ganz Spanien der Opfer mit einer Schweigeminute vor den Rathäusern. Die landesweiten Gedenkveranstaltungen fanden unter anderem auch in Madrid, Barcelona, Valencia und Saragossa statt.

In Madrid kam es vor dem Transportministerium zu Ausschreitungen. Rechtsextreme Gruppen hatten zu einer Protestkundgebung aufgerufen. Dabei kam es zu Spannungen zwischen Teilen der rund 1.500 Demonstranten und der Polizei, wie der Fernsehsender TVE berichtete.

Quelle: dpa
Über dieses Thema berichtete das heute journal update am 29.10.2026 ab 00:30 Uhr.

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