Demonstration in Madrid:Suche nach Opfern des Zugunglücks in Spanien geht weiter
Nach der Kollision zweier Hochgeschwindigkeitszüge in Spanien geht die Suche nach Opfern auch in der Nacht weiter. In den zerstörten Waggons könnten sich weitere Tote befinden.
Es gibt zahlreiche Tote und Verletzte. Das Zugunglück bei Toledo ist nach Angaben des Verkehrsministers auf einen Computerfehler und falsche Anweisungen zurückzuführen.
29.10.2026 | 1:59 minNach dem schweren Zugunglück in Spanien mit Dutzenden Toten suchten die Einsatzkräfte auch in der Nacht nach weiteren Opfern. Mit drei Kränen sollten zwei besonders schwer beschädigte Waggons angehoben werden.
"Hier wird mit Hilfe von Flutlicht auf Hochtouren gearbeitet", sagte ein Reporter des staatlichen TV-Senders RTVE am Unglücksort in der Provinz Toledo. Die Einsatzkräfte schlossen laut RTVE nicht aus, dass sich in den Wracks weitere Opfer befinden.
Bereits nach dem ersten Unfall im Januar gab es Kritik in Spanien, dass man möglicherweise zu sehr gedrängt habe auf den Ausbau des Schnellnetzes, sagt Korrespondent Thomas Walde.
29.10.2026 | 2:31 minSpanien: Dutzende Tote, mehr als 100 Verletzte
Mindestens 68 Menschen starben, nachdem am Mittwoch zwei Hochgeschwindigkeitszüge nahe der Gemeinde Urda kollidiert waren. Nach den jüngsten Angaben der Regierung der Region Kastilien-La Mancha wurden mehr als 100 Menschen verletzt. 53 wurden noch in Krankenhäusern behandelt, mehrere davon in kritischem Zustand, hieß es.
Viele Menschen suchten in der Nacht noch nach vermissten Angehörigen, sagte Mercedes Martín, Sprecherin der Polizeibehörde Guardia Civil, dem Sender.
Zwei Hochgeschwindigkeitszüge sind südlich von Madrid zusammengestoßen. Mindestens 30 Menschen starben, zahlreiche wurden verletzt. ZDFheute live zur aktuellen Lage.
28.10.2026 | 12:15 minSánchez verspricht Aufklärung von Unglück
Ministerpräsident Pedro Sánchez rief eine dreitägige Staatstrauer bis Samstag aus und versprach eine umfassende Aufklärung. "Wir werden der Sache bis zum Ende nachgehen. Sollte es Fahrlässigkeit gegeben haben, wird das ans Licht kommen", versicherte er vor Journalisten an der Unglücksstelle.
Für ein Land wie Spanien ist es nicht hinnehmbar, innerhalb eines Jahres zwei schwere Unglücke mit Hochgeschwindigkeitszügen zu erleben.
Pedro Sánchez, Spaniens Ministerpräsident
Sollten sich Fehler im Sicherheitssystem herausstellen, werde man mit aller Konsequenz reagieren.
Die Wohnungsnot in Spanien hat weitere Folgen: Regierungschef Sánchez kündigte Neuwahlen für Ende November an. Die Dekrete zur Bekämpfung des Problems sind im Parlament gescheitert.
05.10.2026 | 2:35 minMenschliches Versagen als mögliche Ursache
Verkehrsminister Óscar Puente brachte menschliches Versagen als mögliche Ursache ins Spiel, betonte aber, dass dies erst die Untersuchung klären müsse.
Warum der zuständige Fahrdienstleiter die Gefahr nicht rechtzeitig erkannte, gehört zu den zentralen offenen Fragen. Beamte der Polizei und der unabhängigen Behörde für die Untersuchung von Unfällen (AITAT) befragten bereits den Mitarbeiter.
Das auf der Strecke Madrid-Sevilla eingesetzte deutsche Zugsicherungssystem LZB (linienförmige Zugbeeinflussung) überwacht kontinuierlich das Fahrverhalten der Züge und übermittelt dem Lokführer Fahranweisungen direkt ins Führerhaus. Überschreitet ein Zug die zulässige Geschwindigkeit oder missachtet er bestimmte Vorgaben, kann das System automatisch bremsen. Bei einer größeren Störung übernimmt die Bahnleitstelle weitgehend die Kontrolle.
Die spanische Eisenbahngewerkschaft kritisiert den Zustand des Bahnnetzes. Die Lokführergewerkschaft Semaf hält an ihrem für diesen Donnerstag angekündigten Streik fest, mit dem sie Verbesserungen bei der Sicherheit fordert. Der Ausstand war bereits am 16. Oktober und damit vor dem Unglück angekündigt worden.
Trauer um die Opfer
Um Punkt 20 Uhr gedachten die Menschen in ganz Spanien der Opfer mit einer Schweigeminute vor den Rathäusern. Die landesweiten Gedenkveranstaltungen fanden unter anderem auch in Madrid, Barcelona, Valencia und Saragossa statt.
In Madrid kam es vor dem Transportministerium zu Ausschreitungen. Rechtsextreme Gruppen hatten zu einer Protestkundgebung aufgerufen. Dabei kam es zu Spannungen zwischen Teilen der rund 1.500 Demonstranten und der Polizei, wie der Fernsehsender TVE berichtete.
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