Bad Bunny: Warum der Sänger für MAGA-Fans zum Feindbild wurde

Latino-Sänger auf Spanisch erfolgreich:Bad Bunny - Hassobjekt der Trump-Fans

von Rebecca Ricker

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Mit Drag-Outfits, Latino-Stolz und Trump-Kritik ist Bad Bunny zum Hassobjekt der MAGA-Anhänger geworden. Doch dem Erfolg des Sängers tut das keinen Abbruch.

Bad Bunny performt vor einem Bühnenbild aus Zuckerrohr-Pflanzen.

Bad Bunny ist einer der größten Stars unserer Zeit. Mit seiner kompromisslosen Art und seiner Offenheit hat der Puerto Ricaner die Musikwelt auf den Kopf gestellt.

20.06.2026 | 43:40 min

Die Geschichte von Bad Bunny begann in Puerto Rico, einem Außengebiet der USA in der Karibik. Hier wurde Benito Antonio Martínez Ocasio 1994 geboren. Er ist US-Bürger, aber seine Muttersprache ist Spanisch.

Schon früh sang er und schrieb eigene Songs. Er nahm den Künstlernamen "Bad Bunny" an. In seinen Songs vereint er verschiedene lateinamerikanische Musikstile, vor allem Latin Trap und Reggaeton. 2016 stellte er den Song "Diles" online. Dieser wurde innerhalb kürzester Zeit ein Hit.

Um international erfolgreich zu sein, setzten andere spanischsprachige Sänger oft auf englische Cross-Over. Doch Bad Bunny wollte es auf Spanisch schaffen. Mit bekannten Musikern wie Cardi B und Drake veröffentlichte er Songs in seiner Muttersprache.

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"Estamos bien" als Hymne für Puerto Rico und Abrechnung mit Trump

2017 wurde Puerto Rico von einer Naturkatastrophe erschüttert: 3.000 Menschen starben durch den Hurrikan "Maria". Monatelang hatten viele Puerto Ricaner weder Strom noch sauberes Trinkwasser.

In seinem Song "Estamos bien" griff Bad Bunny 2018 das Drama auf. Der Song sei zur Hymne der Menschen in Puerto Rico geworden, sagt Musikjournalist Jeff Weiss in der ZDFinfo-Doku "The True Story of Bad Bunny": "Es ist eine Abrechnung mit der Trump-Regierung, die die Insel praktisch im Stich gelassen hat."

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Das thematisierte Bad Bunny auch bei der Tonight-Show von Jimmy Fallon: "Mehr als 3.000 Menschen sind gestorben, und Trump leugnet das noch immer."

Bei seinem ersten Auftritt im amerikanischen Fernsehen den US-Präsidenten zu kritisieren, war wirklich mutig.

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Bad Bunny als Posterboy für neue Männlichkeit

Dem Erfolg tat das keinen Abbruch: Bad Bunny gehört seit Jahren zu den meist-gestreamten Künstlern auf Spotify, 2022 machte er mit einer Tour mehr Umsatz als je ein Künstler vor ihm.

Mit wachsendem Erfolg experimentiere Bad Bunny mehr mit Geschlechterrollen, sagt der Musikjournalist und Hip-Hop-Experte Aria Nejati: "Er hat angefangen, so wie man sich fast einen amerikanischen Hip-Hop-Artist vorstellt: Streetwear-Klamotten, Buzz Cut, sehr maskuliner Style." Doch nun trage er Röcke und High-Heels, im Video zu "Yo Perreo Sola" sogar ein Drag-Outfit. Mittlerweile sei er "einer der Posterboys für eine neue Männlichkeit im globalen Pop".

Bad Bunny stellt sich immer wieder gegen die bisherigen Regeln des Erfolgs:
  • Er singt nicht in Englisch, sondern in Spanisch.
  • Er entschied sich gegen ein großes Label und für das Independent-Label RIMAS mit Sitz in Puerto Rico.
  • Er veröffentlichte sein Debütalbum "X 100pre" im Dezember 2018 ohne jegliche Werbung.
  • Er äußert seine politische Meinung öffentlich.

Der Erfolg macht ihn zum Hassobjekt der Rechten

In diesem Jahr folgte ein weiterer Karrieresprung. Vorsitzende der National Football League (NFL) kündigten an: Bad Bunny soll bei der Halbzeit-Show des Superbowl 2026 auftreten, dem wichtigsten Sportevent in den USA.

Damit wurde er endgültig zum Hass-Objekt der Rechten: "Sag mir, ob das nicht ein deutlicher Mittelfinger an alle MAGA-Anhänger ist", sagte die Influencerin und ehemalige Fox-News-Moderatorin Megyn Kelly. Eine Petition, in der ein neuer Headliner gefordert wurde, erreichte rund 130.000 Unterschriften. Doch die NFL blieb bei ihrer Wahl.

Der puerto-ricanische Sänger Bad Bunny tritt im Rahmen seiner „DeBI TiRAR MaS FOToS World Tour“ im Félix-Sánchez-Olympiastadion in Santo Domingo, Dominikanische Republik, am 21. November 2025 auf.

Bei der Halbzeitshow des Super Bowls 2026 wird Bad Bunny als erster spanischsprachiger Solokünstler auftreten. Seine Fans jubeln, doch sein Auftritt polarisiert.

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Erstmals Grammy für "Album des Jahres" an spanischsprachiges Album

Anfang Februar 2026, kurz vor seinem großen Auftritt beim Superbowl, gewann Bad Bunny den Grammy für das Album des Jahres. Vanessa Díaz, Kulturanthropologin und Expertin für Latin Music, erklärt: "'Album des Jahres' ist die höchste Auszeichnung, die man bekommen kann, und sie ging noch nie an ein spanischsprachiges Album."

Bad Bunny versteht seinen Erfolg als gemeinsamen Erfolg aller Latinos in den USA: Niemand könne die Spuren der Latinos mehr aus dem Land entfernen oder auslöschen.

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15.06.2026 | 43:48 min

Im Herzen der amerikanischen Popkultur

Der Superbowl wurde sein nächster Triumph. In den ersten 24 Stunden sahen vier Milliarden Zuschauer auf der ganzen Welt seinen Auftritt - im TV oder online. Dieser sei die Krönung von Bad Bunnys Reise, schätzt Musikjournalist Aria Nejati ein: "Der Superbowl ist heilig für die amerikanische Popkultur. Da siehst du Bad Bunny, der wirklich 13 Minuten lang durchzieht auf Spanisch."

Trump bezeichnete die Show auf Truth Social als "widerlich" und "Schlag ins Gesicht". Doch Bad Bunnys Erfolg tat das keinen Abbruch: Bad Bunny, ein stolzer Latino-Sänger, der mit Geschlechternormen bricht, ist einer der erfolgreichsten Musiker der Welt - das kann auch der mächtigste Mann der Welt nicht verhindern.

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Über dieses Thema berichtet die Sendung "The True Story of Bad Bunny", online verfügbar am 20.06.2026 um 5 Uhr, in ZDFinfo am 24.06.2026 ab 01:15 Uhr.
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