Altkanzlerin zu Potenzial von KI:Merkel wünscht sich einen KI-Roboter - für den Haushalt
Auch Angela Merkel beschäftigt sich mit Künstlicher Intelligenz: Die Altkanzlerin hofft auf helfende Hände in der Küche - und warnt vor globalen Abhängigkeiten in der KI-Welt.
Auf der Digitalmesse Digital X in Köln äußert Altkanzlerin Merkel den Wunsch nach einem KI-gesteuerten Roboter. Der solle ihr später im Haushalt helfen.
08.09.2026 | 0:56 minAltkanzlerin Angela Merkel (CDU) wünscht sich einen mit Künstlicher Intelligenz ausstaffierten Roboter, der ihr im Haushalt hilft. Es sei ihr Traum, "wenn ich mal älter bin, dass die mir zu Hause die Hausarbeit machen", sagte Merkel bei der Digitalmesse Digital X der Deutschen Telekom in Köln.
Als meine Mutter älter wurde, habe ich immer gedacht: Warum gibt es niemanden, der ihr die Zitrone auspresst, weil ihre Hände das nicht mehr so gut gemacht haben?
Angela Merkel, ehemalige Bundeskanzlerin
Bislang seien solche Roboter aber nur "vermeintlich toll" - bis die Technik so weit sei, dauere es wohl noch. "Wovor mir graut, ist, dass da versprochen wird 'Er übernimmt Ihre Küchenarbeit' und dann muss ich die ganze Arbeit machen, weil er kennt ja meine Küche nicht und so weiter." Schon bei ganz einfachen Dingen kämen solche Roboter derzeit nicht klar. Sollte sie mal so einen Roboter bekommen, sollte die Einrichtung auch dank KI-Funktion einfach sein - sie wollte "nicht ein Jahr brauchen, um ihn in Gang zu setzen".
2018 begutachtet die damalige Kanzlerin Merkel einen Roboter beim Startup iCarbonX in Shenzhen, China. (Archivbild)
Quelle: Michael Kappeler/dpaIm Gespräch mit der Publizistin Miriam Meckel beschäftigte sich Merkel mit dem Thema Freiheit in Zeiten der Künstlichen Intelligenz. Grundsätzlich sieht sie KI-Anwendungen positiv. "Es wird unser Leben verbessern, wenn ich nur an die Medizin denke." Man lebe in einem tollen Zeitalter, müsse das Thema aber verstehen. In der Bildung junger Menschen könnte KI gut eingesetzt werden und bei älteren Menschen könnte sie helfen, etwa bei der Einrichtung eines neuen Fernsehers.
Die Entwicklung bei humanoiden Robotern sei gigantisch. Jede Prognose von Robotik-Experte Prof. Jan Peters sei übertroffen worden. Ihre Fähigkeiten hängen heute vor allem von Investitionen ab.
27.08.2026 | 17:30 minMerkel nutzt selbst KI - und fordert Regelungen
Merkel gab beim Thema Künstliche Intelligenz zu bedenken, dass auch auf globaler Ebene mehr Absprachen nötig seien, ähnlich wie es bei Atomkraft die Internationale Atomenergiebehörde und bei der Gesundheit die Weltgesundheitsorganisation (WHO) gebe.
Mit Blick auf KI sagte sie: "Wenn da also Risiken nicht mitgeteilt werden, wenn Erfahrungen nicht ausgetauscht werden, wenn nicht eine gewisse Transparenzpflicht der Tech-Unternehmen besteht, (...) dann gehen wir in eine sehr unbestimmte Zeit." Dann könne man in eine Abhängigkeit von großen Anbietern geraten. Alles in allem sagte sie über KI:
Wir werden damit leben müssen, und es wird unser Leben verbessern.
Angela Merkel, ehemalige Bundeskanzlerin
Die Frage, ob sie denn einen KI-Chatbot nutze, bejahte Merkel, allerdings eher kurz. So sammele sie beim Schreiben von Reden mit KI Informationen aus dem Internet. "Die Rede habe ich nachher selbst geschrieben, keine Sorge."
Eine KI-Software von Meta hat sich bei einem Sicherheitstest in ein anderes Unternehmen gehackt. Meta zufolge hatte das KI-Modell durch eine falsche Einstellung Zugang zum Internet.
06.08.2026 | 0:26 minDoch auch auf der Messe hallte das Wahlergebnis aus Sachsen-Anhalt nach. Die CDU hatte in dem Bundesland eine herbe Niederlage einstecken müssen und ihren Stimmenanteil halbiert. "Mir als CDU-Mitglied blutet das Herz", sagte die Christdemokratin, die von 2005 bis 2021 Bundeskanzlerin war.
Merkel bekommt bei Instagram Empfehlungen für Schuhe
Doch zumindest in ihren eigenen Algorithmen gibt es für die Altkanzlerin inzwischen Platz für Themen jenseits der Politik. Merkel gab einen Einblick in ihr digitales Privatleben: Sie selbst sei zwar nicht aktiv in den sozialen Medien, scrolle aber "von Zeit zu Zeit" auf Instagram, "weil ich sehr interessiert bin", sagte Merkel. Dort sehe man Feedback zu bestimmten Themen, die sie im Alltag beschäftigten.
Die im Hintergrund tätigen Algorithmen im Internet irritieren Merkel mitunter. "Wenn ich mich im Winter damit beschäftige, dass ich auf Schuhen ausrutsche, wenn es glatt ist, kriege ich Empfehlungen für Seniorenschuhe, die rutschfest sind." Das sei "ein bisschen spooky", so Merkel.
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