Saarland: Gerichtsvollzieher in Bexbach getötet

Ermittlungen im Saarland:Gerichtsvollzieher getötet - Verdächtiger festgenommen

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Im saarländischen Bexbach ist ein Gerichtsvollzieher im Dienst getötet worden. Die Ermittlungen laufen. Ministerpräsidentin Anke Rehlinger verspricht zügige Aufklärung.

Beamte der Spurensicherung mit weißen Anzügen bringen einen Trage in ein Wohnhaus.

Im saarländischen Bexbach ist am Morgen ein Gerichtsvollzieher gewaltsam getötet worden - in Ausübung seines Dienstes, wie das Justizministerium in Saarbrücken mitteilt. Die Ermittlungen laufen.

25.11.2025 | 0:42 min

Nach dem Tod eines Gerichtsvollziehers im saarländischen Bexbach ist ein Verdächtiger festgenommen worden. Er soll den Gerichtsvollzieher bei einer Zwangsvollstreckung mit einem Messer getötet haben, teilte die Staatsanwaltschaft Saarbrücken mit.

Der Verdächtige wurde demnach unmittelbar nach dem Angriff am Morgen vorläufig festgenommen. Es handelt sich nach Angaben von Oberstaatsanwalt Thomas Schardt um einen 42-Jährigen aus dem Saar-Pfalz-Kreis. Gegen ihn werde wegen des Verdachts des Totschlags ermittelt.

Der 58 Jahre alte Gerichtsvollzieher soll nach aktuellem Ermittlungsstand "anlässlich einer Räumung im Wege der Zwangsvollstreckung" in der Wohnung des Tatverdächtigen gewesen sein, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Dort soll der Beschuldigte ihn mit einem Messer getötet haben. Näheres soll am Mittwoch bekanntgegeben werden. Dann wird der Tatverdächtige auch dem Haftrichter vorgeführt.

Fragen zum Tathergang offen

Die Tat passierte im Bexbacher Stadtteil Oberbexbach. Der Tatort liegt im ersten Stock eines Reihenhauses, der Zugang zum Treppenhaus befindet sich seitlich in einem Durchgang zum Hinterhof. Nach der Tat waren die Rollläden der Fenster teils heruntergelassen. Die Kleinstadt Bexbach mit rund 18.000 Einwohner liegt im Osten des Saarlandes in der Nähe zur Grenze von Rheinland-Pfalz.

Was sich am Dienstagmorgen dort abgespielt hat, war am Abend noch weitgehend unklar. "Die Ermittlungen zur Aufklärung des Geschehens laufen derzeit", teilte das saarländische Justizministerium mit. Weitere Informationen sollten am Mittwoch bekanntgegeben werden.

Ermittlungen zu tödlichem Angriff auf Gerichtsvollzieher

Die Tat löste im Saarland große Betroffenheit aus. Die saarländische Ministerpräsidentin Anke Rehlinger (SPD) sagte: "Was den Tathergang angeht, wird alles Notwendige und alles Erforderliche getan werden, das jetzt sehr gründlich und zügig auch aufzuklären. Die weiteren Informationen dazu werden Ihnen zu gegebener Zeit übermittelt werden." Rehlinger zeigte sich tief betroffen von "dieser furchtbaren Nachricht".

"Dem hochgeschätzten Kollegen wurde im Dienst für unseren Rechtsstaat das Leben genommen", teilte die saarländische Justizministerin Petra Berg (SPD) mit.

Dieser schreckliche Angriff auf einen Menschen, der sich tagtäglich in den Dienst der Gerechtigkeit stellte, macht uns tief betroffen.

Petra Berg (SPD), saarländische Justizministerin

Die Nachricht über den Mitarbeiter der saarländischen Justiz lasse alle in Trauer und Fassungslosigkeit zurück. Die Gedanken seien nun "in allererster Linie bei der Frau, der Familie, den Freunden, den Angehörigen und auch den Kolleginnen und Kollegen", sagte Rehlinger.

Landesverband der Gerichtsvollzieher: "Geschockt"

Mit Trauer und Fassungslosigkeit reagierte der Landesverband der Gerichtsvollzieher im Saarland auf die Nachricht, dass ein Kollege im Dienst getötet wurde. "Wir sind alle total geschockt", sagte der erste Vorsitzende Gerd Luckas im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. "Jetzt wird uns die Gefahr unseres Berufs wieder sehr bewusst."

Sicherheit sei immer schon ein großes Thema gewesen, "aber es wird ein immer größeres Thema werden". Denn die Verrohung gegenüber der Staatsgewalt nehme immer weiter zu - davon seien auch die Gerichtsvollzieher betroffen. Bei dem 58-Jährigen, der getötet wurde, habe es sich um einen sehr erfahrenen Kollegen gehandelt, mit dem er vor über 20 Jahren gemeinsam die Ausbildung zum Gerichtsvollzieher absolviert habe, sagte Luckas.

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Quelle: dpa

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