12 Euro für Besuch des Kölner Doms:Wo Kirchen in Europa Eintritt verlangen
Ab Mittwoch müssen touristische Besucher des Kölner Doms Eintritt bezahlen. Wie sieht es in anderen europäischen Ländern aus, wo müssen Touristen zahlen?
Ab Juli kostet der Besuch des Kölner Doms 12 Euro. In Frankreich und in Italien sind viele Kirchen weiterhin kostenfrei. In Spanien ist Eintritt üblich, etwa für die Sagrada Família.
30.06.2026 | 0:35 minDer Kölner Dom ist für Besucher ab Mittwoch nicht mehr kostenlos. Touristische Besucher müssen ab 1. Juli in der Regel 12 Euro Eintritt zahlen. Mit sechs Millionen Besuchern gehört das Weltkulturerbe zu den beliebtesten Sehenswürdigkeiten in Deutschland.
In großen, historisch bedeutsamen Kirchen in Europa ist eine Eintrittsgebühr für touristische Besichtigungen mittlerweile oft üblich. Der Zugang zu Gottesdiensten und zum Gebet ist generell frei. Oft gibt es gestaffelte Tickets: Für die Besichtigung von Innenräumen, Türmen, Schatzkammern oder Krypten gelten häufig eigene Eintrittspreise. Eine Übersicht:
Der Besuch im Kölner Dom soll künftig Geld kosten. Laut ZDF-Reporterin Nathalie Hasselblatt sind die Rücklagen aufgebraucht - Einnahmen sollen sie wieder auffüllen.
02.06.2026 | 2:38 minÖsterreich
Große Sehenswürdigkeiten in Österreich wie der Stephansdom in Wien verlangen Eintritt. Das Ticket für den Stephansdom - 29 Euro für Erwachsene - umfasst die eigenständige Besichtigung der Domkirche mit einem digitalen Audioguide für das Smartphone, die selbstständige Besichtigung des Süd- und Nordturmes, die Teilnahme an einer öffentlichen Katakombenführung und die Besichtigung des Dommuseums.
England
In vielen historischen Kirchen Englands wird Eintritt genommen. So kostet ein Erwachsenen-Ticket für die Saint Paul's-Kathedrale in London 27 Pfund (31 Euro), für die Westminster Abbey sind es 31 Pfund (35 Euro).
Seit 350 Jahren prägt die St. Paul’s Kathedrale das Bild Londons. Zum Jubiläum erkundet Hilke Petersen die berühmte Kathedrale - bekannt auch als Traukirche von Charles und Diana.
23.02.2026 | 3:25 minFrankreich
Die meisten großen Kathedralen in Frankreich wie Notre-Dame oder Sacré-Cœur in Paris, oder die in Reims und Chartres sind kostenfrei zugänglich. Oft wird lediglich eine Gebühr für die Turmbesteigung oder die Krypta erhoben.
Italien
In Italien können Kirchen häufig ohne Gebühr besichtigt werden. Das gilt sowohl für den Petersdom, die Basilika Santa Maria Maggiore und die Lateranbasilika in Rom als auch für die Dome von Florenz und Neapel. Manche berühmte Gotteshäuser wie der Mailänder Dom oder der Markusdom in Venedig kosten Eintritt.
Spanien
In Spanien ist der Eintritt die Regel. Ein berühmtes Beispiel ist die Sagrada Família in Barcelona (Tickets ab 26 Euro). Auch in vielen anderen Kathedralen, wie in Sevilla oder Toledo, werden Gebühren erhoben. Die Kathedrale von Palma auf Mallorca erhebt einen Eintritt von zehn Euro.
Der Jesusturm der weltberühmten Sagrada Família in Barcelona ist 2026 fertig geworden. Die Kirche ist nun die höchste der Welt. Der Clou: Vier Arme des riesigen Turmkreuzes sind von innen begehbar.
10.06.2026 | 1:10 minDeutschland
Anders als beim Kölner Dom setzen die meisten großen katholischen Kirchen in Deutschland weiterhin auf freien Zugang. Wie eine Recherche des Portals katholisch.de zeigt, sind Eintrittsgelder bei den Kathedralen in Mainz, München, Dresden und Speyer kein Thema.
Auch der Zugang etwa zur bayerischen Wieskirche, die zum Weltkulturerbe gehört, ist kostenlos. Anders klingt es im Bistum Aachen: Eine Sprecherin des Aachener Doms schließt eine Einführung von Eintrittsgeldern in Zukunft nicht aus.
Der Kölner Dom: Wahrzeichen am Rhein und architektonisches Wunderwerk. Nicht nur, weil die Fertigstellung über 600 Jahre dauerte. Seit dem Mittelalter zieht er Menschen in seinen Bann.
25.03.2025 | 88:51 minBei den evangelischen Kirchen sieht es teilweise anders aus. Im Berliner Dom ist ein Besichtigungsticket ab 15 Euro zu erwerben; das Ticket ist ein Jahr gültig. Fünf Euro müssen Erwachsene seit Mitte Mai in der evangelischen Kirche Sankt Sebald in der Nürnberger Altstadt zahlen. In der mehr als 700 Jahre alten Kirche wurde schon Albrecht Dürer getauft. Medienberichten zufolge denkt auch die Nachbargemeinde der Lorenzkirche darüber nach. Dort befindet sich der sogenannte Engelsgruß, ein berühmtes Kunstwerk von Veit Stoß von 1517/18.
Andere evangelische Kirchen wie Sankt Jakob in Rothenburg ob der Tauber mit dem bekannten Heiligblut-Altar des Würzburger Schnitzkünstlers Tilman Riemenschneider erheben eine solche Gebühr schon länger. Bayerns evangelisch-lutherische Kirche erklärte aber, sie plane keinen flächendeckenden Eintritt für Kirchen; solche Modelle kämen - wenn überhaupt - nur für wenige, besonders stark touristisch frequentierte Kirchen infrage, bei denen Nutzung und Aufwand besonders groß seien.
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