Kipppunkte gefährlich nah:Klima-Alarm: Forscher warnen vor unumkehrbarer "Heißzeit"
Der Erde droht, so neueste Forschungsergebnisse, eine unumkehrbare "Heißzeit". Diese könnte zu gefährlichen Kettenreaktionen im Klimasystem führen. Noch wäre Gegensteuern möglich.
Ein internationales Forscherteam sieht die Erde nah an kritischen Kipppunkten, die auf lange Sicht stabile Lebensbedingungen gefährden. Noch bleibe ein kurzes Zeitfenster.
11.02.2026 | 0:29 minEin internationales Forscherteam warnt eindringlich vor einer beschleunigten Erderwärmung, die zu einer dauerhaften Hitzephase führen könnte.
Das Klima der Erde entfernt sich gerade von den stabilen Bedingungen, die die menschliche Zivilisation über Jahrtausende hinweg getragen haben.
Forscherteam, Fachjournal "One Earth"
Mehrere Teile des Erdsystems könnten bereits näher an einer Destabilisierung sein als angenommen.
Die Forschenden zeigen das Zusammenspiel der Faktoren, das die Erde in eine für den Menschen gefährliche, dauerhafte Heißphase verwandelt.
Von Grönland bis in die Tropen: Das Klimasystem zeigt Stresssignale. Wissenschaftler befürchten, dass kritische Kipppunkte überschritten werden könnten.
11.02.2026 | 4:14 minForscher sehen kurzes Fenster zum Gegensteuern
Werde dieser Pfad einmal beschritten, lasse er sich kaum noch stoppen, schreibt das Team um William Ripple von der Oregon State University in Corvallis, darunter auch der frühere und ein aktueller Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK), Hans Joachim Schellnhuber und Johan Rockström.
Sie sehen aber noch ein kurzes Zeitfenster zum Gegensteuern.
Die Brutzeit von Pinguinen startet deutlich früher als vor zehn Jahren. Forschende aus Oxford sehen die rasche Erwärmung als Grund.
20.01.2026 | 0:30 minKritische Temperaturschwelle früher als gedacht überschritten
Seit rund 11.700 Jahren ist das Klima vergleichsweise stabil, was die Entstehung der Landwirtschaft und vieler Ökosysteme erst möglich machte. Um die Bedingungen zu bewahren, wurde im Klimaabkommen von Paris vereinbart, die Erderwärmung möglichst auf 1,5 Grad im Vergleich zur vorindustriellen Zeit zu begrenzen.
Wobei es dabei um eine Durchschnittstemperatur über mehrere Jahre hinweg geht. Für zwölf Monate hintereinander seien die 1,5 Grad Erwärmung bereits im Jahr 2024 überschritten gewesen - einhergehend mit Hitzerekorden, Waldbränden, Überschwemmungen und anderen Extremen.
Die Weltmeere haben 2025 eine Rekordmenge an Wärme aufgenommen - es ist das neunte Jahr in Folge. Das zeigt eine Studie chinesischer Forscher.
09.01.2026 | 0:22 minViele Klimamodelle hätten einen späteren Zeitpunkt vorhergesagt. Das unterstreiche, wie rasch der Klimawandel voranschreite, schreibt das Team. "Die Überschreitung von Temperaturgrenzen wird üblicherweise anhand von 20-Jahres-Durchschnitten bewertet", sagte Co-Autor Christopher Wolf von den Terrestrial Ecosystems Research Associates (Tera) in Corvallis (Oregon).
Im Südosten Australiens wüten noch immer mehr als 60 Brände, mehrere Häuser wurden zerstört. Die australischen Behörden warnen vor einer risikoreichen Waldbrandsaison.
07.12.2025 | 0:21 minDoch der jüngste zwölfmonatige Überschreitungszeitraum könne darauf hindeuten, dass auch der langfristige durchschnittliche Temperaturanstieg bereits bei oder nahe 1,5 Grad liege.
Ein Teil des jüngsten Temperaturanstiegs sei auf den Rückgang der Aerosole zurückzuführen, so das Team.
Das Jahr 2025 war weltweit das drittwärmste seit Beginn der Aufzeichnungen, so der EU-Klimadienst Copernicus. In der Antarktis wurde die höchste Jahrestemperatur jemals verzeichnet.
14.01.2026 | 0:27 minEinige Kippelemente offenbar nahe
Zunehmende Hinweise deuteten darauf hin, dass viele Kippelemente nach dem Überschreiten bestimmter Schwellen eine sich selbst verstärkende Erwärmung auslösen könnten, die die Erde in Richtung "Hothouse" treibe, erklärte Rockström. "Unsere Arbeit zeigt, dass wir noch nicht dort sind - aber sehr nahe."
Kippelemente könnten sein:
- das Schmelzen des grönländischen und des westantarktischen Eisschilds,
- der auftauende Permafrost in den nördlichen Wäldern der Erde,
- schmelzende Gebirgsgletscher sowie
- das Sterben von Teilen des Amazonas-Regenwaldes.
Die derzeitigen politischen Klimaschutzzusagen - auf einen Pfad von etwa 2,8 Grad maximaler Erwärmung bis zum Jahr 2100 - seien unzureichend.
Klima retten - dort, wo der Wandel spürbar ist: In Belém, nah am Amazonas, tagt die UN-Klimakonferenz. Green Tech steht vor dem Durchbruch – doch die Welt verfehlt weiter ihre eigenen Klimaziele.
11.11.2025 | 9:34 minDie Lösungen
"Bestehende Klimaschutzmaßnahmen, wie der Ausbau erneuerbarer Energien und der Schutz Kohlenstoff-speichernder Ökosysteme, sind entscheidend, um den Anstieg der globalen Temperaturen zu begrenzen", sagte Ripple.
Nötig wären dazu auch politische Rahmenwerke.
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