Hitzesommer 2026 war zweitwärmster seit Aufzeichnungsbeginn

Bilanz des DWD:Wetterdienst: Zweitwärmster Sommer seit Aufzeichnungsbeginn

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Extreme Hitze und Trockenheit prägten den Sommer 2026. Besonders die Hitzewelle Ende Juni erreichte nach Einschätzung des Wetterdiensts ein bisher ungesehenes Ausmaß.

Grafikvideo zum heftigen Sommer in Europa

Hitze und Trockenheit prägen den Sommer 2026 in Europa und sorgen für bedenkliche Rekorde. Hitzewellen, Niedrigwasser, Waldbrände - ein Überblick.

25.08.2026 | 1:25 min

Der Sommer in diesem Jahr ist nach einer vorläufigen Auswertung der zweitwärmste, der in Deutschland jemals offiziell gemessen wurde. Das teilte der Deutsche Wetterdienst (DWD) mit. Das voraussichtliche Temperaturmittel lag demnach bei 19,6 Grad.

Nach vorläufigen Berechnungen dürfte nur der Jahrhundertsommer 2003 mit 19,7 Grad wärmer gewesen sein.

Deutscher Wetterdienst

Im Sommer 2026 lag die Temperatur demnach 3,3 Grad über dem Wert der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990. "Beispiellos war 2026 die Häufigkeit der Hitze", schreibt der Deutsche Wetterdienst. Im Deutschlandmittel seien rund 22 heiße Tage mit mindestens 30 Grad und etwa fünf sehr heiße Tage mit mindestens 35 Grad ermittelt worden.

Möckern-Drewitz: 41,8 Grad neuer Deutschlandrekord

Den vorläufigen bundesweiten Höchstwert und neuen Deutschlandrekord meldete laut Auswertung Möckern-Drewitz in Sachsen-Anhalt am 27. Juni mit 41,8 Grad. Auch die Nacht vom 27. zum 28. Juni sei extrem gewesen - im sächsischen Kubschütz sank die Temperatur nicht unter 29,4 Grad - "das höchste jemals in Deutschland gemessene nächtliche Minimum".

German Chancellor Friedrich Merz visits Huertgenwald following wildfires near Dueren, Germany, 22 August 2026. The wildfire in Huertgenwald, one of the largest forest fires in North Rhine-Westphalia’s history, burned around 300 hectares of forest before being brought under control on August 20.

Zwei Tage nach dem vollständigen Löschen des schweren Waldbrands in Hürtgenwald hat sich Bundeskanzler Merz mit einem Besuch bei den Einsatzkräften in der nordrhein-westfälischen Gemeinde aus dem Sommerurlaub zurückgemeldet.

22.08.2026 | 1:53 min

Mit rund 171 Litern Niederschlag pro Quadratmeter war der Sommer laut Deutschem Wetterdienst vor allem zu trocken. Die Sonne schien mit 779 Stunden besonders lange - der Sommer 2026 zählt der vorläufigen Auswertung zufolge zu den fünf sonnigsten seit Beginn der Sonnenscheinreihe 1951.

Klimawandel macht extreme Hitze wahrscheinlicher

Eine sogenannte Attributionsstudie des DWD zur Hitzewelle Ende Juni 2026 ergab, dass eine Hitzewelle dieses Ausmaßes ohne den Klimawandel statistisch unmöglich gewesen wäre. Mit Attributionsstudien lässt sich abschätzen, inwieweit der vom Menschen verursachte Klimawandel die Wahrscheinlichkeit und Intensität einzelner Wetter- oder Klimaextreme verändert hat.

Das Wetter hatte tödliche Folgen

In diesem Jahr sind in Deutschland nach Schätzung des Robert Koch-Instituts (RKI) bis Mitte August etwa 15.800 Menschen infolge hoher Temperaturen gestorben. 9.600 dieser Todesfälle entfielen auf die Extremhitze Ende Juni, wie es im letzten Wochenbericht hieß. Weitere 4.000 Sterbefälle seien auf die hohen Temperaturen in den ersten zwei Augustwochen zurückzuführen.

So viele Hitzetote gibt es pro Jahr

ZDFheute Infografik

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Damit sind in diesem Jahr deutlich mehr Menschen an Hitze gestorben als mindestens in den vergangenen zehn Jahren. Dem RKI zufolge könne die Zahl sogar noch höher liegen. Laut dem medizinischen Geschäftsführer der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI), Uwe Janssens, würden viele Fälle nicht als hitzebedingt erfasst, weil auf Totenscheinen etwa Organversagen stehe.

Auch die Psyche leidet

Hannah Wallis, Juniorprofessorin an der Universitätsklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie in Magdeburg, forscht zum Zusammenhang von Hitze und psychischer Gesundheit. Sowohl 2025 als auch 2026 habe sie Menschen an Tagen mit mehr als 25 Grad zu ihren psychischen und körperlichen Belastungen befragt und das mit Daten des Deutschen Wetterdienstes abgeglichen.

Je heißer es wird, desto mehr depressive und körperliche Symptome berichteten die Teilnehmer.

Hannah Wallis, Juniorprofessorin

Besonders wichtig sei die Erkenntnis: Menschen, die ohnehin schon psychisch vorbelastet waren, haben bei steigenden Temperaturen deutlich mehr ängstliche und depressive Symptome berichtet als Menschen ohne solche Vorbelastungen.

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27.08.2026 | 2:34 min

Konsequenzen der Bundesregierung?

Bundeskanzler Friedrich Merz hat gesagt, dass bestehende Programme zum Klimaschutz geprüft und Hürden für Anträge und Befristungen abgebaut werden sollten. Man wolle wissen, wo die Länder Geld vom Bund investieren.

Wir werden außerdem aus dem Hitzesommer 2026 Lehren ziehen und konkrete Hilfen prüfen müssen.

Friedrich Merz, Bundeskanzler

Das betreffe vor allem die Vorsorge für Waldbrände, die Ausstattung der Feuerwehren und der weiteren Hilfsorganisationen, so Merz. Es gehe auch um Gesundheitsprävention, die Folgen für den Verkehr sowie Land- und Forstwirtschaft.

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Quelle: dpa
Über die Hitze berichtete ZDFheute in dem Beitrag "So verlief der Extremsommer 2026 in Europa" am 31.08.2026 um 04:44 Uhr.

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