Sommer-Bilanz des DWD:Wetterdienst: Hitzesommer 2026 war einer der wärmsten
Extreme Hitze und Trockenheit prägten den Sommer 2026. Besonders die Hitzewelle Ende Juni erreichte nach Einschätzung des Wetterdiensts ein bisher ungesehenes Ausmaß.
Hitze und Trockenheit prägen den Sommer 2026 in Europa und sorgen für bedenkliche Rekorde. Hitzewellen, Niedrigwasser, Waldbrände - ein Überblick.
31.08.2026 | 1:25 minNach einer vorläufigen Auswertung des Deutschen Wetterdienstes (DWD) war der diesjährige Sommer einer der wärmsten seit Beginn flächendeckender Messungen.
Auffällig und außergewöhnlich waren insbesondere die Extreme: Die Hitzewelle Ende Juni erreichte in Ausmaß und Folgen Dimensionen, wie sie in Deutschland bislang nicht beobachtet wurden.
Deutscher Wetterdienst
Die Temperaturen stiegen zeitweise auf mehr als 40 Grad, tropische Nächte brachten auch nachts kaum Abkühlung. Weitere Details gibt der DWD am Montag in seiner Sommer-Bilanz bekannt.
Zwei Tage nach dem vollständigen Löschen des schweren Waldbrands in Hürtgenwald hat sich Bundeskanzler Merz mit einem Besuch bei den Einsatzkräften in der nordrhein-westfälischen Gemeinde aus dem Sommerurlaub zurückgemeldet.
22.08.2026 | 1:53 minKlimawandel macht extreme Hitze wahrscheinlicher
Eine sogenannte Attributionsstudie des DWD zur Hitzewelle Ende Juni 2026 ergab demnach, dass eine Hitzewelle dieses Ausmaßes ohne den Klimawandel statistisch unmöglich gewesen wäre. Mit Attributionsstudien lässt sich abschätzen, inwieweit der vom Menschen verursachte Klimawandel die Wahrscheinlichkeit und Intensität einzelner Wetter- oder Klimaextreme verändert hat.
Der Sommer war nach vorläufigen Angaben zudem sehr trocken, besonders im Westen und Südwesten Deutschlands.
Bei den Sonnenstunden dürfte sich der Sommer 2026 unter den sonnenscheinreichsten seit Beginn der Aufzeichnungen einreihen.
Deutscher Wetterdienst
Das Wetter hatte tödliche Folgen
In diesem Jahr sind in Deutschland nach Schätzung des Robert Koch-Instituts (RKI) bis Mitte August etwa 15.800 Menschen durch Hitze gestorben. 9.600 dieser Todesfälle entfielen auf die Extremhitze Ende Juni, wie es im letzten Wochenbericht hieß. Weitere 4.000 Sterbefälle seien auf die hohen Temperaturen in den ersten zwei Augustwochen zurückzuführen.
Damit sind in diesem Jahr deutlich mehr Menschen an Hitze gestorben als mindestens in den vergangenen zehn Jahren. Dem RKI zufolge könne die Zahl sogar noch höher liegen. Laut dem medizinischen Geschäftsführer der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI), Uwe Janssens, würden viele Fälle nicht als hitzebedingt erfasst, weil auf Totenscheinen etwa Organversagen stehe.
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Auch die Psyche leidet
Hannah Wallis, Juniorprofessorin an der Universitätsklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie in Magdeburg, forscht zum Zusammenhang von Hitze und psychischer Gesundheit. Sowohl 2025 als auch 2026 habe sie Menschen an Tagen mit mehr als 25 Grad zu ihren psychischen und körperlichen Belastungen befragt und das mit Daten des Deutschen Wetterdienstes abgeglichen.
Je heißer es wird, desto mehr depressive und körperliche Symptome berichteten die Teilnehmer.
Hannah Wallis, Juniorprofessorin
Besonders wichtig sei die Erkenntnis: Menschen, die ohnehin schon psychisch vorbelastet waren, haben bei steigenden Temperaturen deutlich mehr ängstliche und depressive Symptome berichtet als Menschen ohne solche Vorbelastungen.
Wie bleiben Medikamente bei über 35 Grad wirksam? Und wann sollte die tägliche Dosis ärztlich geprüft werden, weil sich Körper und Kreislauf bei Hitze anders verhalten?
27.08.2026 | 2:34 minKonsequenzen der Bundesregierung?
Bundeskanzler Friedrich Merz hat gesagt, dass bestehende Programme zum Klimaschutz geprüft und Hürden für Anträge und Befristungen abgebaut werden sollten. Man wolle wissen, wo die Länder Geld vom Bund investieren.
Wir werden außerdem aus dem Hitzesommer 2026 Lehren ziehen und konkrete Hilfen prüfen müssen.
Friedrich Merz, Bundeskanzler
Das betreffe vor allem die Vorsorge für Waldbrände, die Ausstattung der Feuerwehren und der weiteren Hilfsorganisationen, so Merz. Es gehe auch um Gesundheitsprävention, die Folgen für den Verkehr sowie Land- und Forstwirtschaft.
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