10 Auszeichnungen für ZDF-Koproduktion:Deutscher Filmpreis: "In die Sonne schauen" ist bester Spielfilm
Das Drama "In die Sonne schauen" von Mascha Schilinski ist der große Abräumer des Abends und gewinnt auch die Goldene Lola. Senta Berger und Wim Wenders werden ebenfalls geehrt.
In Berlin wird der Deutsche Filmpreis verliehen, eine der wichtigsten Auszeichnungen für Filmschaffende. Über die Gewinner entscheiden die Mitglieder der Deutschen Filmakademie.
29.05.2026 | 2:32 minBeim Deutschen Filmpreis hat das Drama "In die Sonne schauen" von Mascha Schilinski gleich zehn Auszeichnungen gewonnen, darunter die Goldene Lola für den besten Spielfilm. Das gab die Deutsche Filmakademie in Berlin bekannt.
Deutscher Filmpreis für ZDF-Drama "In die Sonne schauen"
Die Koproduktion von ZDF/Das kleine Fernsehspiel erzählt von mehreren Frauen, die in unterschiedlichen Zeitebenen auf einem Bauernhof leben, und war auch mit den meisten Nominierungen ins Rennen gegangen. Der Film wurde unter anderem für die beste Regie, das beste Drehbuch und die beste Nebendarstellerin ausgezeichnet.
Der ZDF-Film „In die Sonne schauen“ begeistert Kritiker mit der Geschichte von vier Frauen aus vier Epochen. Nach dem Cannes-Jurypreis ist er nun für einen Oscar nominiert.
29.08.2025 | 1:34 minDer Politthriller "Gelbe Briefe" von Ilker Çatak gewann die Lola in Silber sowie eine Lola für die Beste Filmmusik. Die ZDF/ARTE-Koproduktion erzählt von einem Künstlerpaar, das politischen Repressionen ausgesetzt ist.
ZDF-Programmdirektorin lobt kreative Leistungsfähigkeit
ZDF-Programmdirektorin Dr. Nadine Bilke gratulierte allen Preisträgerinnen und Preisträgern sehr herzlich zu dieser verdienten Auszeichnung.
Dass "In die Sonne schauen" und "Gelbe Briefe" beim Deutschen Filmpreis geehrt wurden, erfüllt uns mit großer Freude und bestätigt unseren Anspruch, Geschichten mit emotionaler Kraft und gesellschaftlicher Relevanz zu erzählen.
Dr. Nadine Bilke, ZDF-Programmdirektorin
Diese in Deutschland entstandenen Filme stehen laut Bilke exemplarisch für die kreative Leistungsfähigkeit des Produktionsstandorts, und würden die Bedeutung des ZDF als verlässlichen Partner der deutschen Filmbranche unterstreichen.
ZDF-Filmexperte Peter Twiehaus empfiehlt das preisgekrönte Drama "Gelbe Briefe" und stellt den Pixar Comedy-Film "Hoppers" vor.
04.03.2026 | 6:19 minEhrungen für Schauspielerin Senta Berger und Sohn Verhoeven
Die Lola in Bronze ging an "Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke". Der Film basiert auf dem gleichnamigen Roman von Joachim Meyerhoff. Regie führte Simon Verhoeven, der Sohn von Senta Berger.
Er habe seine Mutter besetzt, weil sie die beste Schauspielerin für die Rolle gewesen sei, sagte Verhoeven. Und trotzdem sei er jeden Tag aufs Neue überrascht worden: "Ich habe eine andere Frau gesehen, eine Frau, die mir fremd war und die mir trotzdem so nahe kam."
Ich habe deine Verletzlichkeit gesehen, deine Empfindsamkeit, deinen Humor, dein Herz, aber in einer neuen Form, einer neuen Hülle, einem neuen Rhythmus, einem anderen Menschen.
Simon Verhoeven, Regisseur
Senta Berger verpasste die Premiere ihres Films "Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke" wegen eines Oberschenkelbruchs. Nun organisiert ihr Sohn Simon Verhoeven ihr eine eigene Filmpremiere.
17.02.2026 | 0:29 minDie 85-Jährige Berger wurde als beste Hauptdarstellerin für ihre Rolle in der Tragikomödie ausgezeichnet. Sie sei heute Abend sehr aufgeregt, sagte Berger, die Standing Ovations bekam.
Ich bin erst morgen glücklich. Heute ist es einfach zu viel.
Senta Berger, Schauspielerin
Bergers Filmpartner Michael Wittenborn wurde als bester Nebendarsteller geehrt. Als bester Hauptdarsteller wurde August Diehl für seine Leistung in "Das Verschwinden des Josef Mengele" ausgezeichnet.
Der Film "Das Verschwinden des Josef Mengele" begleitet Mengeles Flucht durch Südamerika. Als ihn sein erwachsener Sohn Rolf aufspürt, kommt es zu einem letzten, stummen Aufeinandertreffen zwischen den Generationen.
25.10.2025 | 2:45 minÄhnlich wie bei den Oscars in den USA konnten die rund 2.400 Mitglieder der Deutschen Filmakademie über viele der Preisträgerinnen und Preisträger abstimmen.
Unterbrechung wegen Technikproblemen
Die Preisverleihung musste zwischenzeitlich wegen Technikproblemen unterbrochen werden. Das Publikum konnte den Saal verlassen. Auch die Liveübertragung online wurde vorübergehend ausgesetzt. Im Fernsehen wurde die Gala zeitversetzt erst später am Abend im Ersten gezeigt.
Zum besten Dokumentarfilm wurde "Siri Hustvedt - Dance Around the Self" gekürt. Die Lola für den besten Kinderfilm ging an "Zirkuskind". Als besucherstärkster Film wurde in diesem Jahr "Das Kanu des Manitu" von Michael "Bully" Herbig ausgezeichnet.
Der "Schuh des Manitu" schrieb vor 24 Jahren Kinogeschichte. Nun feierte die Fortsetzung der Western-Parodie in München Premiere - mit vielen bekannten Gesichtern.
12.08.2025 | 2:54 minWim Wenders spricht über umstrittene Nacktszene
Regisseur Wim Wenders ("Perfect Days", "Paris, Texas") erhielt für seine Verdienste um den deutschen Film den Ehrenpreis. Der Filmemacher nutzte die Bühne, um über eine umstrittene Nacktszene in seinem Film "Falsche Bewegung" von 1975 zu sprechen.
Schauspielerin Nastassja Kinski war damals erst 13 und versucht nach Angaben der "Süddeutschen Zeitung", die Szene entfernen zu lassen. Wenders sagte, er würde die Szene heute nie wieder so drehen. Gleichzeitig frage er sich, wie man mit Filmerbe umgehe und ob man eine solche Szene einfach kürzen solle. Er wünsche sich dazu eine Diskussion mit der Filmakademie.
Zur Gala am Berliner Funkturm waren rund 1.900 Gäste geladen, darunter auch Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos). Moderator Christian Friedel kommentierte mit Seitenhieben unter anderem die kulturpolitischen Debatten der vergangenen Monate. Die Akademiechefs Florian Gallenberger und Vicky Krieps riefen zum Zusammenhalt auf. Kultur verbinde und sei ein Raum, in dem alle Platz hätten, sagte Gallenberger. Kultur helfe auch gegen die AfD und sie widersetze sich jeder Bevormundung.
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